Die strategische Zielvorgabe für die Olympischen Sommerspiele vom 27. Juli bis 12. August 2012 ist definiert: Swiss Olympic will Rang 25 im ungewichteten Medaillenspiegel erreichen. «Die Zielsetzung ist ambitiös. Mit gesunden Athletinnen und Athleten und dem nötigen Wettkampfglück ist die Vorgabe aber erreichbar», sagte Gian Gilli an einer Pressekonferenz in Zürich. Der Bündner geht davon aus, dass er in einem Jahr mit 90 bis 100 Athletinnen und Athleten (Peking 85, Athen 107) in England aufmarschieren wird. Für 20 Sportarten mit 34 Disziplinen – darunter neu Tennis-Mixed – bestimmt ein detailliertes Selektionskonzept, das mit den Verbänden ausgearbeitet wurde, unter welchen Umständen Schweizer Athletinnen und Athleten für die Olympischen Spiele 2012 selektioniert werden.
Auch Turn-Teams in London?
Auch Turnende sollen bei den «OS 2012» um Medaillen kämpfen: Kunstturner/-innen, Rhythmische Gymnastinnen und Trampolinspringen. Für die Turner/-innen des Schweizerischen Turnverbandes stehen wegweisende Monate bevor. Sie befinden sich auf der «Road to London», diese wurde im Januar 2011 mit dem Ziel gestartet, dass in einem Jahr alle drei Turnsportarten in London vertreten sein sollen (www.stv-fsg.ch/newsmedia/news/detail/article/2011/01/21/road-to-london-kadertag-schweizerischer-turnverband/). Der Weg, oder eben die «Road to London», wird ein steiniger sein. Via die kommenden Weltmeisterschaften – Kunstturnen (Tokyo, Jap), 7. bis 16. Oktober; Rhythmische Gymnastik (Montpellier, Fr), 19. bis 25. September; Trampolin (Birmingham, Gb), 16. bis 19. November – und dem «Olympic Games Test Event» vom 10. bis 18. Januar 2012, wollen STV-Athletinnen und -Athleten dafür sorgen, dass in England nicht «nur» ein Fussball-, sondern auch Turn-Teams vertreten sein werden. «An den STV-Zielsetzungen ändert sich nichts, auch wenn es bei den Turnerinnen durch den Kaeslin-Rücktritt für eine Mannschafts-Quali natürlich härter geworden ist. Die Turner müssen es einfach packen, da stimmen mich die Resultate der letzten WMs zuversichtlich, dass es am Schluss unter die besten zwölf Teams der Welt reichen kann», so Felix Stingelin, der STV-Spitzensportchef. «Bei den Rhythmischen Gymnastinnen stelle ich einen Aufwärtstrend fest, der eine Olympia-Quali machbar erscheinen lässt und nicht mehr in den Träumerei-Bereich gehört. Eine Trampolin-Prognose ist ungleich schwerer und kommt einer Lotterie gleich. Wenn unsere Trampolinspitze das Potenzial abrufen kann, ist der Test-Event im Januar möglich, dann sehen wir weiter», so Stingelin abschliessend zu den Quali-Möglichkeiten der Schweizer Spitzenturner/-innen.
Definitive Selektionen und Geld
Die definitiven Selektionen wird der Selektionsausschuss von Swiss Olympic vornehmen. Diesem Ausschuss gehören neben Gian Gilli auch Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild sowie Stephan Netzle, Vorsitzender des Ausschusses Spitzensport und ehemaliger Spitzenruderer, an.
Finanzen: Gemäss Olympiamann Gilli bewegt sich das CH-Delegationsbudget für London um die 2,7 Millionen Franken. Der Bündner schätzt übrigens, dass während einem Olympiazyklus (vier Jahre) von allen involvierten Institutionen rund 100 Millionen Franken in den Schweizer Sport fliessen (Verbandsaufwände, EM- und WM-Beschickenden usw.).
Text: Peter Friedli/Swiss Olympic
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