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Olympische Spiele: Giulia Steingruber im Mehrkampffinal

Giulia Steingruber qualifiziert sich als 19. für den Mehrkampffinal der besten 24 vom Donnerstag 2. August 2012. Am Sprung wird sie Neunte und verpasst um lediglich einen Rang den Sprungfinal.

Giulia Steingruber begann am Balken mit einer schönen Übung. Salto vorwärts, seitwärts, rückwärts alles gelang sehr gut, einzig bei ihren Ausgang dem Steingruber musste sie leicht anbücken – 13,766 (D-Wert 5,8). Am Boden dann leider ihr erstes Missgeschick: Die erste Akrobatikreihe, der Doppelsalto gestreckt gelang ausgezeichnet, doch bei der dritten Bahn – der Schraubenkombination kam sie zu tief und rutschte aus – 12,90 (5,60 / 0,3 Penalty). «Es war wie ein Schock! Keine Ahnung was geschehen ist, es ging schneller, als ich denken konnte», so die St. Gallerin. Dann ging es zum Sprung. Der erste Sprung, der Tschussowitina gelang, nicht optimal, aber o.k. – 14,783 (6,3). Dann zeigte Giulia Steingruber zum ersten Mal in einem Wettkampf den Tsukahara mit zwei Schrauben. Das Risiko zahlte sich leider nicht aus, Giulia Steingruber stürzte und musste sich zusätzlich einen Abzug für Übertritt gefallen lassen – 13,066 (6,0). Der Durchschnitt von 13,924 reichte am Ende für den neunten Platz. Bitter, nur ein Rang hinter dem 8. und letzten finalberechtigten Platz. Schade, musste Giulia Steingruber schon in der zweiten Abteilung starten. Da die meisten Sprung-Spezialistinnen in die 3. bis 5. Abteilungen gelost wurden, hatte die Schweizerin keinen taktischen Spielraum. Verständlicherweise kämpfte Giulia Steingruber nach dem Wettkampf mit den Tränen: «Die Enttäuschung ist riesig. Ich fühlte mich gut, war aber auch sehr angespannt. Der Sturz ist schon sehr hart.» Am Stufenbarren versuchte sich noch einmal alles zu geben, bis auf einen grösseren Haltungsfehler klappte dies – 13,266 (5,6).

Positiv gestimmt
Trotz allem bereut Giulia Steingruber nicht, den zweiten Sprung gewagt zu haben. «Eigentlich könnte ich es ja. Und mit nur einer Schraube wäre es wegen des Schwierigkeitswerts womöglich genauso knapp geworden.» Vergessen wir nicht, dass Cheftrainer Zoltan Jordanov immer gesagt hat, ihre Olympischen Spiele sind die in Rio im Jahr 2016. Primäres Ziel für London 2012 war der Mehrkampffinal und diesen hat Giulia Steingruber trotz Sturz problemlos erreicht. Der Sprungfinal war die Zugabe und Giulia Steingruber hat uns allen gezeigt, dass der Traum greifbar nah war/ist. Die Erfahrungen von London 2012 werden der 18-jährigen Ostschweizerin nützen. Dem neunten Rang kann Giulia Steingruber trotz allem Positives abgewinnen. «Ich freu mich! Lange haben wir nicht mehr daran geglaubt», erklärte sie gefasst, «Neunte ist besser als Zehnte. So bleibt eine kleine Chance, wobei ich niemanden etwas Schlechtes wünsche. Positiv ist, dass ich als erste Reserveturnerin sicher bis am 5. August in London bleiben darf!»
Die Regelung besagt, dass die Athleten drei Tage nach dem letzten Einsatz abreisen müssen. Der Mehrkampffinal ist am Donnerstag, 2. August. Nun kann Giulia Steingruber sicher bleiben und kann auf alle Fälle die Gerätefinals live erleben. Wer weiss, evtl. sogar als Athletin?

USA und Russland führen nach der Qualifikation
Die Teamqualifikation gewann die US-Amerikanerinnen vor Russland und China. Trotzdem gab’s bei den Amerikanerinnen Tränen. Die amtierende Weltmeisterin Jordyn Wieber wurde Vierte und verpasste trotz dieses Top-Resultat aufgrund der Nationenregelung (nur 2 pro Nation) den Einzug in den Mehrkampffinal. In Führung liegt die Russin Viktoria Komowa (2. WM 2011), auf Rang zwei folgt Alexandra Raisman (USA) und Rang drei Gabrielle Douglas (USA).

Renate Ried

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