Der zweite ESAF-Tag in Burgdorf bot wieder alles, was Schwingkenner/-innen lieben. Kaffee-Schnaps am frühen Morgen, spannenden Schwingsport, bestes Wetter, gute Stimmung, La-Ola-Wellen noch und nöcher, einen würdigen Festakt mit viel Turner/-innen-Beteiligung (Turnvereine Hasle-Rüegsau, Oberburg, Kirchberg, Grasswil, Wynigen, Koppigen), Alphornklänge und Fahnenschwingen. Während den drei ESAF-Tagen, zählten die Organisatoren insgesamt 300000 Menschen auf dem Festgelände.
Die gut 52000 Zuschauer/-innen in der Emmental-Arena von Burgdorf wollten am Schluss aber auch einen König feiern. Mit Sempach Matthias haben sie einen bekommen, einen aus der Gegend. Er ist ein würdiger König: acht Zweikämpfe, acht Siege. Modellathlet Sempach wohnt lediglich einen Steinwurf vom ESAF-Festgelände entfernt. Der 1,94 Meter grosse und 108 Kilo schwere, schon im Vorfeld als Favorit gehandelte Schwinger, wird Nachfolger vom Berner Oberländer Wenger Kilian, der die Titelverteidigung nach einer Niederlage im zweiten Gang gegen Koch Martin (Schlierbach) abschreiben musste. Die Krone bleibt im Bernbiet.
Turnfestsieger behauptet sich
Die insgesamt 55 Turnerschwinger schlugen sich an den zwei ESAF-Tagen gut. Für an die Spitze reichte es nie ganz, in den Top-20 waren und sind sie vertreten. Die beste Turner-Klassierung sicherte sich der ETF-2013-Nationalturn-Sieger von Biel/Bienne, Imhof Andi. Mit sechs Siegen, einem Gestellten und einer Niederlage reichte es für den sehr guten Schlussrang 7a und den sicheren Kranzgewinn. «Die Niederlage im fünften Gang warf mich zwischenzeitlich zurück. Das war ein Dämpfer. Dank den drei folgenden Siegen gelang es, Boden gut zu machen. Ich habe mein Ziel erreicht, den Kranz habe ich auf sicher, ich bin glücklich. Es war ein ganz gutes Jahr. Im Frühling kam Tochter Malia auf die Welt, im Juni der ETF-2013-Sieg in Biel und jetzt noch der siebte Platz hier in Burgdorf. Was willst du mehr?», so ein glücklicher Imhof im Emmental.
Von den insgesamt 42 Kränzen gingen neun an Turnerschwinger: Imhof Andi, von Ah Benji (Giswil), Gurtner Pascal (TV Herblingen, Neukranzer), Gerry Süess (Busswil, Neukranzer), Stadelmann Ruedi (Daiwil), Philipp Edi (Untervaz), Nötzli Reto (Pfäffikon, Neukranzer), Gnägi Florian (Aarberg, Neukranzer) und Nötzli Bruno (Pfäffikon, Neukranzer).
Steinstossen: Favorit Michel erfüllt
Der Sieger in der Königsdisziplin des Steinstossens steht nach den zwei Finalstössen vom Sonntag ebenfalls fest: Peter Michel (TV Interlaken) stiess den 83,5 Kilo schweren Unspunnenstein im Finaldurchgang in der Emmental-Arena auf 3,83 Meter. Er sicherte sich damit den ESAF-Sieg mit 17 Zentimeter Vorsprung auf Jonathan Jaggi (TV Reichenbach, 3,66 Meter).
Michel holte sich in Burgdorf, nach den Eidgenössischen Schwing- und Älplerfesten von Aarau (2007) und Frauenfeld (2010), zum dritten Mal in Folge den Sieg mit dem Unspunnenstein. «In dieser Arena zu stossen war heute einmalig. Wie es mit mir weiter geht lasse ich offen. Ich bin nicht mehr der Jüngste», so ein zufriedenr Michel nach dem Final.
Alle Infos zum ESAF: www.burgdorf2013.ch
Text: Peter Friedli