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Leichtathletik: Kambundji, Richards und Züblin

Peter Friedli, GYMlive

Donnerstag, 14. August 2014, dritter LA-EM-Tag in Zürich, Leichtathletik-Kost auf Europa-Niveau von 9.10 (20 Km Gehen Frauen) bis 21.50 Uhr (110-m-Hürdenfinal Männer). Insgesamt nicht ganz 13 LA-Stunden im Letzigrund-Stadion. Wieder bereiteten die Schweizerinnen Freude. Mujinga Kambundji lancierte den Tag mit einem 200-m-Vorlaufknaller: 23,05 Sekunden und neuer Schweizer U23-Rekord. Stabspringer Marquis Richards überstand die Quali nicht, die ETF-2013-Siegerin Linda Züblin startete in ihren Siebenkampf.

Wer gedacht hatte, dass das schnelle «Bärner Meitschi» im 100er das Sprintpulver bereits verschossen hatte, irrte gewaltig. Im 200-Meter-Vorlauf lief Mujinga Kambundji, nach einem technisch starken Kurvenlauf, in 23,05 Sekunden durchs Ziel (Windunterstützung 0,1m/Sek.): Schweizer U23-Rekord Nummer eins (bisher Léa Sprunger, 23,08/2012), persönliche Bestleistung und Halbfinal-Quali. – Am Abend ging es noch elf Hundertstel schneller. Die Finalquali für den Freitag sicherte sich die Bernerin in der Zeit von 22,94 Sekunden achteinhalb Stunden nach dem Vorlauf (PB und U23-Rekord Nummer zwei). Für die zweite CH-200-m-Halbfinalistin Léa Sprunger bedeuteten die 23,15 Sekunden das EM-Aus.

Richards - hoch hinaus
Am Donnerstagmorgen musste/durfte auch der Stabhoch-Mann Marquis Richards ran. Wenn er nicht für die Schweiz in die Höhe steigt, trägt der aktuelle Schweizer Meister die Farben des TV Arlesheim. Als Anfangshöhe liess sich der Baselbieter 5,30 m auflegen (Final-Direktquali, 5,65 m). Diese meisterte er im zweiten Versuch, für die 5,40 m reichte ihm gar nur ein Sprung («Einer meiner besten Sprünge insgesamt, in meiner bisherigen Sportler-Laufbahn»).

Das Problem stellte sich bei 5,50 m. Hier riss der 23 Jahre alte Richards drei Mal, was das EM-Ende für den schweiz-amerikanischen Doppelbürger bedeutete. «Der Final wäre heute möglich gewesen. Vor dem 5,50-m-Sprung war die Pause etwas lang, ich konnte dann jeweils nicht mehr aufrollen. Es passte nichts mehr zusammen. Meine Vorstellung auf dieser Höhe war schwach, es gibt keine Ausrede. Zudem fehlt mir noch die Grossanlass-Erfahrung. Zürich ist meine erste EM. Die Stimmung und das Publikum sind gewaltig», so Richards.

Siebenkampf – Riesen-Krampf
Nach den Zehnkämpfern (Könige der Leichtathletik) starteten am dritten LA-EM-Tag im Letzigrund-Stadion von Zürich die Leichtathletik-Königinnen zum siebenteiligen Mehrk(r)ampf: 100 m Hürden, Hoch, Kugel und 200 m am ersten, Weit, Speer und als Abschluss noch der 800-Meter-Lauf am Freitag. Valérie Reggel (PB 5998 Punkte), Ellen Sprunger (6124) und Linda Züblin (6057) heissen die drei von «Swiss Athletics» nominierten EM-Starterinnen. Wie schlägt sich die ETF-2013-Mehrkampf-Siegerin Linda Züblin auf europäischer Ebene? – Das ist die grosse Frage.

Mit leichtem Rückenwind benötigt Züblin 13,60 Sekunden für die 100-m-Hürden (ETF 13,64), überspringt 1,67 m (1,60 m), stösst die 4-Kilo-Kugel auf 13,17 m (12,45) und liefert beim 200-m-Lauf 26,02 Sekunden (25,06) ab. – Fazit: Züblin ist nach dem ersten Tag in drei von vier Disziplinen besser unterwegs als vor einem Jahr in Magglingen. Es resultiert ein Zwischentotal von 3388 Punkten. Da die Gegnerinnen auf kontinentaler Ebene aber ein deutlich grösseres Kaliber aufweisen, reicht es für die Ostschweizerin lediglich für den 21. Rang, von 24 Startenden. Sie liegt damit auch 131 Zähler hinter Reggel (18./3519) und 250 Punkte hinter Sprunger (13./3638).

Völlig Entkräftet
Nach dem 200-m-Zieleinlauf brach Züblin entkräftet zusammen. Die Sanität musste eingreifen. «Linda Züblin war nach dem 200er übersäuert, und total entkräftet. Sie reiste nach der sanitarischen Untersuchung direkt ins Schweizer Mannschafts-Hotel zurück. Sie wird hier und heute keine Auskunft mehr geben können. Linda wird am Freitag den Wettkampf aber fortsetzen können», informierte Beat Freihofer (Leiter Kommunikation bei «Swiss Athletics») am späten Donnerstagabend in Zürich die nationalen Medien.

EM-Medaillenspiegel
Der Top-10-EM-Medaillenspiegel nach dem EM-Tag 3: 1. Grossbritannien: 4 Gold/2 Silber/2 Bronze/Total 8 Medaillen. – 2. Frankreich: 3/5/2/10. – 3. Russland: 3/2/5/10. – 4. Deutschland: 2/0/2/4. – 5. Spanien: 1/1/1/3. – 6. Tschechien 1/0/1/2. – 7. Weissrussland und Holland: je 1/0/0/1. – 9. Serbien: 0/2/0/2. – 10. Polen: 0/1/2/3.

Text: Peter Friedli

Weitere EM-Infos: www.swissathletics.ch und/oder www.zuerich2014.ch.

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