Die meisten Nationen kämpften im heutigen Wettkampf mit Stürzen. So leider auch die Schweiz, welche an ihrem Start- und Zittergerät Pferdpauschen gleich zu Beginn einen Sturz von Roman Gisi in Kauf nehmen mussten. Die Schweizer fingen sich aber gleich wieder und Claudio Capelli sowie Mark Ramseier blieben fehlerfrei. An den Ringen konnte Niki Böschenstein im Anschluss seine Finalqualifikation für den morgigen Ringfinal mit einer sehr sauberen Übung bestätigen (sechstbeste Note 14,400). Am Sprung konnte er nicht ganz an die Leistung von gestern anknüpfen. Beim Roche, einem Überschlag mit Doppelsalto vorwärts, musste er bei der Landung absitzen. Sowohl Roman Gisi, wie auch Claudio Capelli überzeugten mit zwei Top-Sprüngen.
An den folgenden zwei Geräten turnten die Schweizer fehlerfrei und konnten wichtige Punkte auf die Konkurrenz gutmachen. Insbesondere Lucas Fischer, zeigte am Barren und am Reck, dass die Turnwelt in Zukunft mit ihm rechnen muss. Nachdem er am Vortag in der Qualifikation je einen Sturz verzeichnen musste, turnte er sich heute an diesen zwei Geräten in die Weltspitze. Am Barren erzielte er die fünftbeste Note (14,700) und am Reck sogar die viertbeste (14,950). Dies ist sicherlich ein Versprechen für die Zukunft. Lucas Fischer „Ich bin so erleichtert, endlich hat es geklappt!“ Überhaupt ist dem Team die Erlösung anzusehen. „Heute hat es Spass gemacht zu turnen, wir waren wesentlich besser als gestern, mir tat dies sehr gut“, meint ein zufriedener Mark Ramseier. Claudio Capelli kritischer: „Ja, aber es wäre mehr drin gelegen, vor allem mehr Finalplätze.“ Und denkt dabei verständlicherweise an seine verpasste Finalchance am Boden. Claudio Capelli hat heute, Samstag, die fünftbeste Bodennote erreicht.
Nationaltrainer Bernhard Fluck ist zufrieden mit dem Team. „Sie haben sich zusammen gerauft und sich als Mannschaft gesteigert. Sie wissen, was sie können und haben heute super gekämpft. Potential zu mehr wäre vorhanden!“. Nach dem gestrigen Qualifikationswettkampf war die Stimmung im Schweizer Team etwas gedrückt. Trainer und Turner führten gestern Abend und heute Morgen gute Gespräche, die Initialzündung holten sie sich heute Morgen bei den Junioren. Sie konnten die letzten zwei Geräte der Junioren vor Ort mitverfolgen. Die Bronzemedaille von Pablo Brägger und der fünfte Platz von Michael Meier hat sie angespornt.
Thomas Greutmann und Renate Ried, Medienteam STV