«Ich freute mich sehr, wieder einen Wettkampf bestreiten zu dürfen», gestand Ariella Kaeslin lachend beim Interviewtermin nach dem Gewinn ihres dritten Titels im Mehrkampf. Ein verdienter Sieg trotz Stürzen – am Balken, beim Sprung und am Boden. «Körperlich bin ich fit, aber ich muss das gewisse Wettkampffeeling, die mentale Form wieder finden», erklärt die Luzernerin, welche in Fribourg noch nicht ihr ganzes Potential abgerufen hat. An den Weltmeisterschaften in London, in einem Monat, will sie am Sprung ihren zweiten Sprung, den Yurtchenko, mit einer Doppelschraube zeigen. Am Sonntag im Gerätefinal turnte Ariella Kaeslin auf Anraten des Nationaltrainers Zoltan Jordanov ihren ersten Sprung, den Tschussowitina in einer vereinfachten Version. Man wollte kurz vor der WM nichts riskieren und entschied sich wegen der kurzen Regenerationszeit für diesen Sprung. Zum Sieg reichte es allemal. Die Schweizer Meisterin 2008 Sara Catanzaro gewann vier Silbermedaillen, die des Mehrkampfes und die von drei Gerätefinals. Mit dem Titel am Boden krönte sie ihren erfolgreichen Wettkampf. Die junge Aargauerin von erst 14 Jahren zeigt Übungen, die einen Schwierigkeitswert (D-Wert) aufweisen, der weit höher ist als der manch ihrer älteren Konkurrentinnen.
Ich bin ein Mehrkämpfer!
Nach dem Sieg am ersten Tag der Schweizer Meisterschaften jubelte Niki Böschenstein: «Mit diesem fünften nationalen Titel habe ich bewiesen, dass ich ein Mehrkämpfer bin. Auch wenn ich am Pauschen Mühe habe». Der Aargauer ergänzte, dass er am Barren und Pauschen noch nicht alle Schwierigkeiten eingebaut hat, die er in London zeigen will. «Und ich habe gezeigt, dass ich immer noch die Nummer 1 der Schweiz bin», doppelt er zufrieden nach. Nicki Böschenstein ergänzte seine Medaillensammlung am Sonntag mit Silber am Barren und Reck, sowie Bronze am Sprung.
Keinen guten Tag erwischte Claudio Capelli am Samstag. Am Sonntag revanchierte er sich mit Gold am Sprung und Barren. Der frisch gekürte Vize-Mehrkampfmeister Danny Groves siegte am Reck und Roland Häuptli holte seine ersten Titel bei der Elite am Boden und Pauschen. An den Ringen konnte Mark Ramseier seinen Titel verteidigen. «Mein Ziel, mich an allen Geräten wettkampfmässsig zu finden und zu spüren, habe ich erreicht», so Ramseier. Für ihn war es sein erster Wettkampf seit seiner Knieoperation .
Schweizermeisterin Amateure P6 wurde Aurelia Steinemann TZF/TV Gossau. Schweizermeister Amateure P6 wurde Louis Thomann vom BTV Luzern.
Corinne Gabioud, Redaktion GYMlive / rr