News

Kunstturnen: Zwei Mehrkampf- und vier Gerätefinals (aktual.)

ahv

Die Schweizer Männer konnten den positiven «Spirit» der Frauen mit in ihren Qualifikationswettkampf vom Donnerstag, 16. April 2015 an den Europameisterschaften Kunstturnen in Montpellier (Fr) nehmen. Christian Baumann (9., 84,647 Punkte) und Claudio Capelli (10., 83,731) stehen im Mehrkampffinal. Weiter qualifizieren sich Pablo Brägger für den Reck- (1., 14,866) und Boden- (2. 15,166), Baumann für den Barren- (3., 15,366) und Benjamin Gischard (7., 14,816) für den Sprungfinal. Auch für die Schweiz im Einsatz waren Pascal Bucher und Marco Rizzo. Den Beiden lief es nicht optimal.

Christian Baumann (20) zeigte in der Mehrkampfqualifikation an seinen ersten Europameisterschaften bei der Elite einen ausgezeichneten Wettkampf. Bis auf seine letzte Übung am Pauschenpferd blieb er fehlerfrei. «Da war ich ziemlich nervös, was dann auch zu diesem blöden Fehler geführt hat. Das Pferd ist nun mal mein Zittergerät, auch wenn die Übung in den letzten Trainings immer gut geklappt hatte. Mein Ziel war, 86 Punkte zu erreichen, mit einer guten letzten Übung hätte ich das auch geschafft. Habe jetzt im Final die Chance mich noch zu steigern», so der Aargauer. Doch dem nicht genug: Am Barren erturnte er die dritthöchste Note (15,366) und qualifizierte sich damit für den Gerätefinal. Er hatte auf die EM hin ein neues Element eingebaut. «Meine beste Barrennote bisher», freute sich der EM-Neuling. Im Final möchte Baumann noch sauberer turnen als in der Quali. «Bei der Schwierigkeit kann ich nicht mehr aufstocken. Mal schauen, was rauskommt!»
Während der EM-Neuling reüssierte, blieb Routinier Claudio Capelli – er bestreitet in Montpellier seine zehnte EM – unter seinen Erwartungen. Auch wenn seine Leistung für den Einzug in den Mehrkampffinal reichte, war der Bieler mit seinem Wettkampf nicht zufrieden: « Ringe, Sprung und Barren waren nicht schlecht. Den Rest habe ich unsauber geturnt. Ohne das Wegspicken mit Übertritt nach dem Doppeltwist in der Schlussdiagonale am Boden hätte ein Gerätefinal dringelegen. Es ärgert mich, dass ich diese Chance verpasst habe.» Capelli hatte wegen gesundheitlichen Problemen lange Zeit keinen Sechskampf mehr bestreiten können. «In dieser Hinsicht bin ich froh, dass ich wieder mal alles durchturnen konnte», ergänzte der 29-Jährige.

«Sprachlos, einfach genial»
Für Pablo Brägger, der am Barren, Boden und am Reck im Einsatz stand, hätte es besser nicht laufen können. Mit einem starken Auftritt am Reck, wo er seine schwere Übung (6,9 wie «der fliegende Holländer» Epke Zonderland) durchziehen konnte, ging er als Qualifikationssieger hervor. «Als ein Favorit nach dem anderen, auch Zonderland, stürzte, wurde ich immer nervöser», gab der Ostschweizer zu. «Niemals habe ich damit gerechnet, die Reck-Quali auf dem ersten Platz zu beenden.» Doch der 23-Jährige setzte noch einen oben drauf. Als allerletzter Turner des Tages absolvierte er die Bodenübung. Diese gelang im ausgezeichnet – 15,166 Punkte und Gerätefinal. «Ein genialer Wettkampf, ich bin mega happy», meinte der vor Freude fast sprachlose Brägger. Im Reckfinal hat er übrigens vor, die noch schwierige Übung zu turnen (7,00). Wir sind gespannt!
Für eine weitere Überraschung sorgte Benjamin Gischard. Der 20-Jährige qualifizierte sich an seiner ersten EM als Sechster für den Sprungfinal (14,816). «Cool, unglaublich! Im Final möchte ich meine beiden Sprünge noch sauberer turnen und sicher stehen», so der junge Turner zu seinen Zielen.
Für Pascal Bucher und Marco Rizzo, die jeweils an drei Geräten (Barren, Pauschenpferd, Reck bzw. Pauschenpferd, Ringe und Sprung) im Einsatz standen, lief der Wettkampf nicht optimal. Doch sie bekommen sicher ihre nächste Chance.

Stolzer Trainer
Grössere Schwierigkeitswerte erhöhen auch die Gefahr von Stürzen oder Unsauberkeiten. «Sie müssen jetzt anfangen, schwierigere Elemente zu turnen, damit diese an der WM sitzen», meinte Cheftrainer Beni Fluck. Scheinbar kommen die Schweizer Turner ganz gut mit den erschwerten Elementen zurecht. «Die Jungs haben einen super Job gemacht», zeigte sich der Männer-Chef stolz.

Hoffen wir, dass die Frauen wie die Männer ihre tollen Leistungen in den Finals bestätigen können.

Text: Alexandra Herzog-Vetsch

Sponsoren

Sponsoren

Platin Partner

Gold Partner

Silver Partner

Bronze Partner