Giulia Steingruber tat es ihren männlichen Teamkollegen gleich und überzeugte im Qualifikationswettkampf der Frauen mit einem starken Auftritt. An ihrem ersten internationalen Wettkampf nach den Olympischen Spielen und der Operation ihres Fusses Anfang Jahr qualifiziert sich die Gossauerin für den Final im Mehrkampf (11. Rang) und am Sprung (3. Rang). Am Boden verpasst sie als Dreizehnte den Gerätefinal nur um 0.25 Punkte. «Ich war heute sehr nervös vor dem Wettkampf. Umso glücklicher bin ich, dass alle vier Geräte so gut klappten. Dass ich nach einer so langen Pause gleich zwei Finals erreiche, ist einfach super», meinte die 23-jährige nach ihrem Wettkampf.
Auch Ilaria Käslin hatte in Montreal einen guten Auftritt. An den ersten drei Geräten trat die Tessinerin sicher und gewohnt elegant auf. Leider verfehlte Käslin am Schlussgerät Stufenbarren beim Jägersalto den Holmen und stürzte. Aufgrund dieses Sturzes verpasste sie als 30. den Final der besten 24 Mehrkämpferinnen.
Lehrgeld zahlen musste WM-Neuling Fabienne Studer. Nach einem durchzogenen Podiumstraining steigerte sich die Bernerin im Wettkampf an den ersten zwei Geräten deutlich und konnte am Boden und Sprung ihr Programm wunschgemäss zeigen. Am Balken und am Stufenbarren aber musste sie dann jeweils einen Sturz in Kauf nehmen. Studer beendete den Wettkampf auf Rang 53.
An den Einzel-Weltmeisterschaften dürfen pro Nation und pro Gerät maximal drei Turnerinnen eingesetzt werden. Da sowohl Steingruber als auch Käslin und Studer einen Mehrkampf turnten, war die vierte Schweizer Turnerin im Team, Jessica Diacci, überzählig und konnte nicht eingesetzt werden.
Text: Thomas Greutmann