Yuri Chechi, der am 11. Oktober 35 Jahre alt wird, hatte bei den Europameisterschaften im Mai 2004 sein Comeback gegeben und wurde im Final an den Ringen Achter (hinter Andreas Schweizer). Beim letzten Test der Italiener, einem Dreiländerkampf am 17. Juli in Schwäbisch Gmünd, war er nicht dabei. Die Italiener verloren hoch gegen Rumänien und Deutschland, und dies gab vermutlich den Ausschlag für seine Teilnahme in Athen. Am Pferd, an den Ringen und am Barren wird er zweifellos hohe Noten abliefern. Chechi ist nicht nur der älteste Kunstturner in Athen, sondern wohl auch der einzige Athlet, der Vizepräsident seines Verbandes und in dieser Funktion Chef der olympischen Sportarten ist – und wahrscheinlich der einzige Athlet in Athen, der über seine eigene Selektion mitbestimmen konnte!
Bei den Selektionen der Favoritenteams gab es bei den Frauen und Männern keine Überraschungen. Alexei Nemow (28), der Dominator der Spiele 1996, startet trotz seines schwachen Auftritts an den Europameisterschaften wie auch Swetlana Chorkina (25) in den Riegen Russlands. Älteste Kunstturnerin ist mit 29 Jahren erwartungsgemäss Oksana Tschusowitina (Usb). Das Mindestalter von 16 Jahren (Jahrgang 1988) erreichen in diesem Jahr 24 der 98 Kunstturnerinnen, darunter je drei Französinnen und Spanierinnen. Jüngste Kunstturnerin ist die Griechin Maria Apostolidi (30.12.1988).
In der Rhythmischen Gymnastik gilt die Altersbeschränkung von 16 Jahren erst ab 1. Januar 2005. Von den 84 für Athen gemeldeten Gymnastinnen (Einzel und Gruppen) haben fünf Jahrgang 1989. Die Brasilianerin Dayane Silva ist mit 27 Jahren die älteste.
Erwin Hänggi, Medienchef STV