Giulia Steingruber hat an den Weltmeisterschaften im Kunstturnen in Montreal ein sensationelles Comeback gezeigt und gewinnt Bronze im Sprungfinal. Einen Tag nach dem Mehrkampffinal, stand die 23-Jährige am Samstag, 7. Oktober am Sprung bereits wieder im Einsatz. Steingruber eröffnete als Startturnerin den Wettkampf an ihrem Paradegerät und behielt dabei die Nerven. Ihre beiden Sprünge wurden mit einer 14.633 und einer 14.300 bewertet, was einen Notenschnitt von 14.466 ergab. Beide Sprünge gelangen der Ostschweizerin sauber und praktisch fehlerfrei. Einzig bei ihrem ersten Sprung, dem Tschussowitina musste sie bei der Landung Übertritt in Kauf nehmen, der einen Abzug von 0.100 zur Folge hatte. Bei der Benotung blieb Steingruber leicht unter den beiden Werten wie noch in der Qualifikation.
Paseka und Carey vor Steingruber
Als Erste gestartet musste Giulia Steingruber jedoch bis zur letzten Turnerin um ihre erste Medaille an einer Weltmeisterschaft zittern. Letztlich zeigten aber nur die Russin Maria Paseka und die US-Amerikanerin Jade Carey bessere Sprünge, als Steingruber. Sowohl Paseka als auch Carey lagen bereits nach der Qualifikation vor der Schweizerin. Mit einem Notenschnitt von 14.850 holte sich Paseka die Goldmedaille vor Carey (14.766). Für Giulia Steingruber ist es bereits die elfte Medaille an einem Grossanlass. Die Bronzemedaille ist aber die erste Auszeichnung, welche die Schweizerin an einer Weltmeisterschaft gewonnen hat und dies, nachdem sie wegen einer Fussverletzung praktisch ein ganzes Jahr auf einen Wettkampf verzichten musste.
Text: Thomas Ditzler