Mehrere Spitzenturner wurden nach einer anstrengenden Frühjahrssaison geschont, weshalb bei den Franzosen und den Schweizern Nachwuchsleute eine Chance erhielten, sich zu profilieren. Die Schweizer nützten die Gelegenheit allerdings nicht. Nationaltrainer Sandor Kiraly war trotz der kurzen Vorbereitungszeit von drei Wochen nicht zufrieden mit den Turnern, denn es unterliefen ihnen zu viele Fehler. Ins Gewicht fiel auch der Ausfall von Claudio Capelli, der sich im Training leicht verletzte und bei seinen zwei Einsätzen (Boden und Pferd) keine Normalleistung zeigte.
Die Schweizer gewannen überraschend den Sprung und turnten überlegen am Reck, wiesen jedoch vor allem an den Ringen und am Barren grosse Defizite auf. Überlegener Sieger in der Einzelwertung der insgesamt neun Sechskämpfer war der Franzose Raphael Wignanitz, Anfang Mai EM-Dritter beim Sprung. Der ausgeglichene Flavio Franconi wurde als bester Schweizer Fünfter. Besser turnte der Aargauer Roland Häuptli, der jedoch nur fünfmal eingesetzt wurde (ohne Sprung).
Bei den Amerikanern imponierte Alexander Artemow am Pferd und am Barren. Sein Vater Wladimir gehörte zur erfolgreichen Sowjet-Riege der achtziger Jahre und war dreimal Weltmeister am Barren.
Geturnt wurde nach dem Modus 6 Turner, 5 pro Disziplin, 4 in der Wertung, wie es bei der WM im Oktober in Aarhus (Dä) der Fall sein wird.
Erwin Hänggi, Medienverantwortlicher Kunstturnen STV
Paris. Dreiländerkampf: 1. USA 353,05 (Boden 57,05, Pferd 57,45, Ringe 59,50, Sprung 62,30, Barren 60,95, Reck 55,80). 2. Frankreich 351,95 (58,15, 56,80, 59,55, 62,40, 59,10, 55,95). 3. Schweiz 343,10 (54,65, 54,50, 56,90, 62,50, 56,45, 58,10).
Einzel: 1. Raphael Wignanitz (Fr) 89,10 (14,55, 13,85, 14,40, 16,10, 15,20, 15,00). 2. Jonathan Horton (USA) 87,00. 3. David Durante (USA) 86,95. 4. Guillermo Alvarez (USA) 86,55. 5. Flavio Fanconi (Sz) 85,15 (13,70, 13,90, 14,80, 15,35, 13,80, 13,60). 6. Mark Ramseier (Sz) 84,65. 7. Danny Rodriguez (Fr) 83,60. 8. Daniel Groves (Sz) 83,20. 9. Roman Gisi (Sz) 83,05. – 5 Disziplinen: 10. Roland Häuptli (Sz) 70,80 (ohne Sprung).