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Kunstturnen: Schweizer Kunstturner gewannen gegen Italien

Bei einem Länderkampf in Wädenswil gewann die Schweizer A-Riege überraschend hoch mit 4,90 Punkten Vorsprung gegen Italien. Die B-Mannschaft wurde Dritte.

Italien gehört zu jenen Teams, die Anfang September zusammen mit der Schweiz um die Olympiateilnahme kämpfen werden. 2004 war Italien an den Olympischen Spielen dabei, die Schweiz hatte die Qualifikation verpasst. An der WM 2006 in Aarhus gelang der Schweiz mit dem achten Platz das seit Jahren beste Resultat, Italien „stürzte ab“, nachdem sich Reck-Olympiasieger Igor Cassina verletzt hatte. Am Schluss blieb nur Platz 15 für die Italiener. Dies zur Ausgangslage des nach dem WM-Modus ausgetragenen Wettkampfes (6 Turner, 5 pro Gerät, 4 in der Wertung).

Cassina fehlte in Wädenswil, er bereitet sich auf die Einzel-EM (26. bis 29. April in Amsterdam) vor. Aus der WM-Equipe turnten vier Italiener, während die Schweiz kurzfristig Claudio Capelli (Aduktoren) zu ersetzen hatten, nachdem bereits Roger Sager (Ellbogen) und Danny Groves (Knie) ausgefallen waren. Dazu fehlt weiterhin Andreas Schweizer (Konzentration auf Schule).

Die Schweizer waren wie erwartet an den Ringen den Italienern klar unterlegen (minus 3,25 Punkte!) – nicht überraschend: In Aarhus erzielte Italien an diesem Gerät das höchste Total aller 43 Teams. Am Barren waren die beiden Teams praktisch gleichwertig (Schweiz 58,00, Italien 58,20), in den andern Disziplinen war die Schweiz besser.

Erstmals war Roman Gisi (22) mit 88,40 bester Schweizer im Sechskampf. Er lieferte keine einzige Streichnote ab und lag im Schlussklassement nur 0,20 hinter dem italienischen Routinier Matteo Morandi (26), an der WM 2006 bereits bester italienischer Allrounder. Einen schlechten Tag zog Schweizer Meister Niki Böschenstein ein, der nicht nur am Pferd (12,95, schwächstes Resultat aller 15 Übungen) schnitzerte, sondern auch am Barren nach hervorragendem Beginn nach dem Diamidow – Vierteldrehung vom Gerät ging und am Reck beim Kolman stürzte. Deshalb blieb ihm mit 84,75 nur der fünfte Platz hinter seinem Aargauer Kollegen Roland Häuptli (85,20), der in Amsterdam zusammen mit Capelli den Sechskampf bestreiten soll.

Christoph Schärer rückte nach dem Forfait Capellis ins A-Team auf und erzielte am Reck mit 15,10 die Höchstnote (Ausgang 6,30), allerdings mit einigen Haltungsfehlern (B-Note nur 8,80). Gesamthaft betrachtet war Mark Ramseier der beste Schweizer: Bei jedem Einsatz an vier Geräten erzielte er die Schweizer Höchstnote.

Auch die B-Riege mit den erst 19-jährigen Davor Studer, Jean-Philippe Hayoz und Marc Barmettler fiel keineswegs ab. Dennis Mannhart (21) war im Einzel hinter Gisi und vor Häuptli mit 86,65 Dritter und bewies damit seine Allrounder-Qualitäten. Auch Kevin Bachmann (25), ins Sichtungskader relegiert und im Zürcher Regionalzentrum in Rümlang trainierend, empfahl sich für weitere Aufgaben mit der besten Bodenübung aller Turner (15,00).

Erwin Hänggi, Medienverantwortlicher Kunstturnen STV


Wädenswil. Länderkampf: 1. Schweiz I (Gisi, Häuptli, Böschenstein, Rickli, Ramseier, Schärer) 354,900. 2. Italien (Morandi, Ottavi, Coppolino, Contalbrigo, Angioletti, Pozzo) 350,00. 3. Schweiz II (Mannhart, Studer, Hayoz, Porchet, Barmettler, Bachmann) 345,50.

Einzelwertung: 1. Matteo Morandi (It) 88,60. 2. Roman Gisi (Sz) 88,40. 3. Dennis Mannhart (Sz) 86,65. 4. Roland Häuptli (Sz) 85,20. 5. Niki Böschenstein (Sz) 84,75. 6. Paolo Ottavi (It) 84,30. 7. Davor Studer (Sz) 82,50. 8. Jean-Philippe Hayoz (Sz) 82,25.


5 Disziplinen: 9. Claude-Alain Porchet (Sz) und Manuel Rickli (Sz) je 73,40. 11. Andrea Coppolino (It) 72,55. 12. Matteo Contalbrigo (It) 71,75.


4 Disziplinen: 13. Mark Ramseier (Sz) 61,40. 14. Matteo Angioletti (It) 59,05. 15. Marc Barmettler (Sz) 56,05.


3 Disziplinen: 16. Kevin Bachmann (Sz) 44,50 (drei Geräte). – 2 Disziplinen: 17. Christoph Schärer (Sz) 29,350. 18. Enrico Pozzo (It) 14,60 (nur Pferd).


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