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Kunstturnen: Schweiz gewann gegen Weissrussland

Beim letzten Mannschaftstest vor den Europameisterschaften in Lausanne (8. bis 11. Mai) gelang den Schweizer Kunstturnern in Wallisellen gegen Weissrussland, den EM-Dritten von 2006 und WM-Zwölften 2007, mit 5,25 Punkten Differenz ein überraschend klarer Sieg.

Nicht dabei war das Team Polens, das in Warschau den Flug nach Zürich verpasst hatte. Die Schweiz turnte mit der gleichen Mannschaft, die an der WM im September 2007 in Stuttgart den 14. Platz belegt hatte und ohne die beim Weltcup in Maribor engagierten Spezialisten. Bei Weissrussland starteten die fünf besten Athleten von Stuttgart.

Nationaltrainer Sandor Kiraly zog eine zwiespältige Bilanz: „Mit dem Resultat, dem schliesslich ziemlich hohen Sieg, bin ich zufrieden, mit den Leistungen allerdings nicht. Claudio Capelli schien nach dem Sturz vom Barren etwas ratlos und turnte unter seinen Möglichkeiten. Dafür freuten mich die stabilen Leistungen von Mark Ramseier, Niki Böschenstein und Roman Gisi.“ Claudio Capelli war beim Sprung furios gestartet (mit 16,15 die absolute Höchstnote des Wettkampfes), stürzte jedoch am Barren beim Wechsel auf einen Holm vom Gerät und landete beim Bodenturnen, seiner Spezialdisziplin, gar zweimal auf dem Gesäss.

Wie üblich verlief der Wettkampf äusserst spannend, die Führung wechselte von der Schweiz (nach dem Sprung) zu Weissrussland und umgekehrt. Vor dem letzten Durchgang führten die Gäste 0,05 Punkte vor der Schweiz. Am Boden unterliefen den Osteuropäern bei ihren äusserst schwierigen Übungen grosse Fehler (ohne Streichnote nur 54,95), so dass die Schweiz dank dem besseren Ergebnis an den Ringen (60,25) doch noch zum Sieg kam.

Bester Einzelturner von den im Mannschaftswettkampf eingesetzten Sechskämpfern war der 24-jährige Dimitri Sawitzki (89,45) vor Roman Gisi (88,75) und Claudio Capelli (86,45). Zählt man die ausser Konkurrenz erzielten Ergebnisse von Mark Ramseier dazu (Boden und Reck), kam der Aargauer mit 89,85 auf das höchste Total. Auch Niki Böschenstein gelang gegenüber den EM-Ausscheidungen eine Steigerung: Mit den 13,50 am Pferd erreichte er in diesem inoffiziellen Klassement Rang 3 (89,10). Erfreuliche Perspektiven im Hinblick auf die EM in Lausanne. Bei Claudio Capelli und Dennis Mannhart, der sich eine leichte Ellbogenverletzung zuzog und deshalb an den Ringen nicht mehr eingesetzt wurde, vermisste man die sonst übliche Stabilität, im Gegensatz zum nicht für die EM nominierten, zuverlässigen Mannschaftsturner Roman Gisi.

Bei den Weissrussen beeindruckte – neben Dimitri Sawitzki – der Boden- und Sprungspezialist Dimitri Kaspiarowitsch, mit 31 Jahren der älteste der zwölf angetretenen Turner. Er zeigte als WM-Zweiter 2007 zwei 7,0-Sprünge (mit Landungsproblemen) und auch eine hochklassige Bodenübung.

Erwin Hänggi

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