Mehr als der dritte Platz in der Mannschaftswertung lag für die Schweiz (349,75) nicht drin. Die beiden Gegner belegten an den Europameisterschaften in Lausanne die Plätze zwei und drei, die Schweiz wurde Siebte. Deutschland und Rumänien stehen in der Olympiavorbereitung, wobei die Rumänen gegenüber den Deutschen klar im Rückstand sind. Überragender Einzelturner war Fabian Hambüchen, der den Sechskampf mit dem hohen Total von 92,90 Punkten gewann. Am Pferd, seiner schwächsten Disziplin, rettete sich der erst 21-jährige WM-Zweite 2007 im Mehrkampf wie in Routinier und vermied damit einen Sturz. Am Reck trumpfte er als Welt- und Europameister mit der Höchstnote des Wettkampfes (16,35) und einem A-Wert von 7,30 auf. Auch am Boden und am Barren erzielte er die Höchstnoten aller Teilnehmer.
Nicht zufrieden mit dem Abschneiden der Schweizer war Cheftrainer Sandor Kiraly: „Es gab zu viele Fehler, die nicht passieren dürfen.“ Obwohl er am Boden nach der dritten Bahn, beim Sprung und nach dem Dreifachsalto am Reck stürzte, glaubt Claudio Capelli, dass der „Fahrplan“ für Olympia stimmt. Er hat die Übung am Reck gegenüber der EM um sechs Zehntel „aufgestockt“. „Ich bin gesund, habe keine ‚Bobos’ und werde bis Peking meine Übungen stabilisiert haben.“
Erstmals seit langer Zeit stürzte Christoph Schärer am Reck nach dem Winkersalto. Dafür gelangen ihm der Kovacs sowie ein neuer Teil in der Übungsmitte ausgezeichnet. Sein Trainer Nicu Pascu ist optimistisch: „Wir haben ein genaues Programm für die letzten Wochen ausgearbeitet. Christoph wird in Peking seine Übung mit dem Ausgangswert 6,80 durchziehen“, ist er überzeugt.
Von den andern vier eingesetzten Schweizern erfüllten Manuel Rickli (fünf Übungen) und Roman Gisi (drei Übungen) die in sie gesetzten Erwartungen. Niki Böschenstein hatte an den Ringen einen „Blackout“ und brach die Übung ohne Abgang ab (nur 13,10). „Ich hatte Bizepsschmerzen“, erklärte er. Dies fiel stark ins Gewicht, weil die Schweiz wie auch am Boden, Barren und am Reck nur mit vier Turnern antrat (ohne Streichnote). Mark Ramseier landete beim Sprung nach seinem Roche auf dem Gesäss, war sonst der zuverlässige „Notenlieferant“.
Die Schweizer Olympiateilnehmer werden in zwei Wochen in Dessau (De) einen letzten Test bestreiten. Die Reise nach Peking erfolgt am 28. Juli, der Qualifikationswettkampf ist am Samstag, 9. August programmiert.
Erwin Hänggi
Singen. Dreiländerkampf Männer: 1. Deutschland 365,00. 2. Rumänien 356,25. 3. Schweiz 349,75.
Geräteresultate. Boden: De 59,90. Rum 59,40. Sz 57,50. – Pferd: Rum 60,15. De 59,80. Sz 57,55. – Ringe: De 58,90. Rum 58,55. Sz 56,55. – Sprung: Rum 63,55. De 63,25. Sz 61,55. – Barren: De 61,95. Sz 60,50. Rum 56,75. – Reck: De 61,20. Rum 57,85. Sz 56,10.
Einzel: 1. Fabian Hambüchen (De)92,90 (Boden 15,85, Pferd 13,80, Ringe 14,95, Sprung 16,25, 15,70, Reck 16,35). 2. Flavius Koczi (Rum) 89,90 (14,95, 15,75, 14,30, 16,40, 13,20, 15,30). 3. Eugen Spiridonov (De) 88,90 (14,25, 14,90, 14,55, 15,35, 15,45, 14,40). 4. Claudio Capelli (Sz) 88,85 (14,50, 15,10, 14,60, 15,25, 15,35, 14,05). 5. Philipp Boy (De) 88,70. 6. Adrian Bucur (Rum) 86,90.
5 Disziplinen: 7. Razvan Selariu (Rum) 75,80. 8. Marcel Nguyen (De) 74,55. 9. Mark Ramseier (Sz) 73,45. 10. Daniel Popescu (Rum) 72,85. 11. Manuel Rickli (Sz) 72,80. 12. Ovidiu Buidoso (Rum) 71,05. 13. Niki Böschenstein (Sz) 70,55.
4 Disziplinen: 14. Robert Juckel (De) 59,25. – 3 Disziplinen: 15. Thomas Andergassen (De) 46,20. 16. Roman Gisi (Sz) 44,40. 17. Robert Stanescu (Rum) 42,40. – 2 Disziplinen: 18.Christoph Schärer (Sz) 27,75 (Pferd 13,44, Reck 14,20).