Melanie Marti gehörte seit 1998 dem Nationalkader an. 2004 und 2005 war sie Schweizer Mehrkampfmeisterin, dazu gewann sie von 2002 bis 2004 fünfmal Gold in Gerätefinals. Fünfmal war sie an Europameisterschaften dabei, 2004 belegte sie in Amsterdam im Mehrkampffinal den neunten Platz, das beste EM-Resultat aller Zeiten einer Schweizerin. Dreimal startete sie an Weltmeisterschaften, zuletzt im Oktober in Aarhus trotz grossem Handicap – mit einem Korsett turnend – am Stufenbarren und am Balken, um der Mannschaft zu helfen. An der WM 2005 in Melbourne belegte sie im Mehrkampffinal den 12. Platz. Als beste Schweizerin an der WM 2003 in Anaheim (USA) qualifizierte sie sich für die Olympischen Spiele 2004 in Athen, wo sie im Mehrkampf Platz 32 erreichte.
Nationaltrainer Eric Demay hoffte, dass sich Melanie Marti von ihrer Verletzung erholen würde, um an den Weltmeisterschaften 2007 in Stuttgart nochmals starten zu können. Als nervenstarke Wettkämpferin mit einer Weltklasseübung am Stufenbarren hätte sie der Mannschaft im Kampf um die Olympiastartplätze gute Dienste leisten können. „Es sind nicht nur die Rückenbeschwerden allein, die mich zum Rücktritt bewogen haben“, sagt Melanie Marti. Verschiedene andere kleinere Verletzungen sowie Motivationsprobleme beeinflussten ebenfalls ihren Entschluss. Als Olympiateilnehmerin 2004, die erste an Sommerspielen aus dem Kanton Glarus, hatte sie zudem einen einmaligen Karrierehöhepunkt erreicht.
Melanie Marti wird in den nächsten Monaten ihre Ausbildung mit dem Handelsdiplom abschliessen und danach eine KV-Lehre beginnen.
Erwin Hänggi, Medienverantwortlicher Kunstturnen STV