News

Kunstturnen: Länderkampf Frauen - klarer Sieg für Russland, Schweiz Zweite

Renate Ried

Das Team Russland wurde seiner Favoritenrolle in der ausverkauften Lindenhofturnhalle in Wil SG vollauf gerecht. Die Weltmeisterin von 2010 Aliya Mustafina, die nach dem Kreuzbandriss, den sie sich an der EM 2011 in Berlin zuzog, wieder beeindruckend in Form ist, siegte auch in der Einzelwertung souverän.

Giulia Steingruber genoss den Heimwettkampf sichtlich: „Es ist wunderschön zu Hause vor so einem Publikum zu turnen. Es hat uns alle sehr motiviert.“ Die 800 Zuschauer feuerten die Schweizerinnen lautstark an, das junge Schweizer Team dankte es ihnen mit dem zweiten Platz vor Grossbritannien. Keiner der Schweizerinnen gelang jedoch ein fehlerfreier Wettkampf. Teamleaderin Giulia Steingruber musste am Boden bei der Schlussbahn beim Doppelsalto gebückt die Landung mit den Händen auffangen. Giulia Steingruber startete am Boden gewohnt souverän mit einem hohen Doppelsalto gestreckt, das Publikum war begeistert. Den Takt der Musik Carmen mitklatschend unterstützen sie Giulia Steingruber, doch leider reichte die Energie nicht ganz bis zum Ende der Übung. „Ich hatte extrem müde Beine, am Schluss fehlte mir die Kraft“, erklärte sie das Missgeschick. Insgesamt ist sie aber zufrieden mit dem Wettkampf und sieht auch positives in den Fehlern. „Lieber heute als in drei Wochen: „Jetzt wissen wir alle, was wir in den nächsten Tagen noch verbessern müssen.“ In der Einzelwertung klassierte sich Giulia Steingruber direkt hinter den drei Russinnen Mustafina, Anastasia Grishina und Anna Dementjewa auf dem vierten Rang.

Die Aargauerin Jessica Diacci war zufrieden mit ihrem Wettkampf: „ Glücklich bin ich, dass ich alles durchgeturnt habe“, selbstkritisch ergänzt sie, „es war zwar nicht so gut, wie im Training. Ich habe mich sehr darauf gefreut mit den Russinnen zu turnen, für mich klar meine Lieblingsnation im Kunstturnen.“ Für Nadia Mülhauser, Caterina Barloggio und Sara Metzger war es der erste Einsatz an einem Länderkampf bei der Elite, entsprechend nervös waren sie zu Beginn. Die Tessinerin Caterina Barloggio war sehr enttäuscht: „Ich bin nicht zufrieden, ich war wohl zu aufgeregt. Es war schon sehr speziell bei meinem ersten Einsatz gleich in einem Wettkampf mit den Russinnen zu turnen.“ Die gesammelten Erfahrungen aus Wil werden ihr aber sicher an den Europameisterschaften anfangs Mai in Brüssel von Nutzen sein. Sara Metzger hingegen strahlte übers ganze Gesicht: „Heute konnte ich endlich meine Trainingsleistung bestätigen und einem offiziellen Wettkampf fast fehlerfrei turnen.“ Aufgrund einer Sehnenscheidenentzündung am linken Unterarm konnte Sarina Gerber nur Stufenbarren turnen. Die Bernerin musste zwei Stunden auf ihren Einsatz warten und kam erst als allerletzte Turnerin des Wettkampfes an die Reihe: „Es war sehr schwierig so lange zu warten und nur zu zusehen“, äusserte sich Sarina Gerber. Leider gelang ihr dann die Übung nicht nach Wunsch.

Der vom Trainingszentrum Fürstenland Frauen (TZFF) super organisierte Länderkampf bot eine ideale Hauptprobe für die Mannschafts EM von 8. – 13. Mai in Brüssel. Die Schweizerinnen, Russinnen und Britinnen lobten die Bedingungen und das Publikum.
Bereits am Freitag gilt es wieder Daumendrücken für Giulia Steingruber, Jessica Diacci und Nadia Mülhauser, die drei turnen am FIG Challenge Cup (früherer B-Weltcup) in Osijek (Kro).

Renate Ried

Sponsoren

Sponsoren

Platin Partner

Gold Partner

Silver Partner

Bronze Partner