Bereits im Qualifikationswettkampf zeichnete sich am Sprung ein äusserst starkes Teilnehmerinnenfeld an den diesjährigen Weltmeisterschaften ab. Mit hohen Ausgangswerten von 5.800 bis 6.300 Punkten dominierten die Mitstreiterinnen aus Amerika, Nordkorea, Russland und Mexiko klar – sofern sie sauber und sturzfrei turnten. Was sie taten!
Demzufolge war es für Giulia Steingruber schwer, selbst bei zwei schönen ausgeführten Sprüngen – Tschussowitina und Jurtschenko mit Doppelschraube – vorne mitzuhalten. Als knappe Achte qualifizierte sich Steingruber mit dem Tschussowitina und dem Jurtschenko einfacher Schraube fürs Gerätefinal.
Danach war lange unklar, welchen zweiten Sprung sie heute im Final zeigen würde.
Aufgrund der vorgängigen «Schraubenblockade», dem kleinen Trainingsrückstand und den bestehenden Unsicherheiten beim zweiten Sprung (Jurtschenko Doppelschraube), entschieden sich Steingruber und Jordanov schlussendlich für die sichere Variante: Tschussowitina und Jurtschenko einfache Schraube.
«Wir wollten aufgrund der Gegebenheiten kein Verletzungsrisiko eingehen», meinte Cheftrainer Zoltan Jordanov. Giulia Steingruber, die anfangs dachte den schwierigeren zweiten Sprung zu zeigen, musste jedoch während der Einwärmphase eingestehen, dass es besser ist, kein Risiko einzugehen. «Ich bin mit dem Wettkampf heute zufrieden», so Steingruber zum Schluss. «Wichtiger ist nun das kommende Jahr, worauf ich mich vor allem auch sprungtechnisch schon vorbereite», fügte Steingruber hinzu.
Text: Chantal Weinmann