«100-Prozent zufrieden bin ich nicht. Ich hatte zwei Stürze (Balken und Barren), habe aber dennoch drei Finals geschafft und dafür bin ich zufrieden», war Steingrubers Fazit nach dem Wettkampf. Ohne grosses Risiko auf sich zu nehmen, sprang Giulia Steingruber in der Qualifikation heute auf den 1. Rang. Mit den beiden Sprüngen, «Tschussowitina» mit eineinhalb Schrauben und dem Tsukahara mit ganzer Drehung ging sie auf Nummer sicher und pokerte nicht. «Der Tschussowitina ist mir ausser einem kleinen Schritt sehr gut gelungen. Der zweite Sprung kann ich sicher noch besser turnen und etwas gestreckter sein», meinte die Ostschweizerin. Als Sechste, ist sie am Sonntag auch unter den acht Besten im Bodenfinal mit dabei. Für den Mehrkampffinal ist alles möglich – alles beginnt wieder von Neuem. Wenn sie alle Übungen ohne grosse Fehler meistert, darf man viel erwarten.
Mit Rang 18 in der Mehrkampfqualifikation ist auch die junge Tessinerin Ilaria Käslin im Final. Nach einer schweren Woche mit Trainingseinbussen wegen Rückenschmerzen – wo eine EM-Teilnahme anfangs noch in Frage gestellt wurde – zeigte sich Käslin sehr zufrieden. «Es ist ein Traum», meinte sie, hofft aber ihre Leistung im Final trotzdem noch zu steigern. Viel Lob kam da auch von Cheftrainer Zoltan Jordanov.
Nicht für einen Finalplatz qualifizieren konnten sich leider Laura Schulte und Jessica Diacci. Sehr glücklich zeigte sich jedoch Schulte über ihre Balkenübung, welches ihr kritischstes Gerät ist und zog generell eine gute Bilanz über den gesamten Durchgang. Sichtlich mehr enttäusch war Jessica Diacci. Durch den Barrensturz im Training vom letzten Montag fehlte ihr die Zeit, sich optimal für die Qualifikationen von heute vorzubereiten. Nebst den Schmerzen, an die sie nicht zu denken versuchte, war es für die 19-jährige Aargauerin kein guter Tag. Selbst ihr Paradegerät der Balken misslang ihr und sie musste das Gerät verlassen. Dabei wären die Chancen für diesen Gerätefinal mit einem D-Wert von 5,9 sehr gut gewesen.
Gespannt blicken wir nun nach vorne, in der Hoffnung die Ziele, einen Rang unter den ersten Acht im Mehrkampf und ein Diplom oder besser noch eine Medaille in den Gerätefinals zu gewinnen.
Text: Chantal Weinmann