News

Kunstturnen: EM-Limitenjagd hat begonnen

Esther Meier

Zwei Monate vor den Einzel-Europameisterschaften in Debrecen (Un) vom 2. bis 5. Juni laufen die Vorbereitungen für die Kunstturnerinnen und Kunstturner, die auf einen EM-Start hoffen, auf vollen Touren. Die nächsten vier Wochen entscheiden über eine Teilnahme.

Bei den Männern haben Patrick Dominguez (Boden und Sprung) und Christoph Schärer (Reck) mit ihren Medaillenrängen beim Weltcup in Cottbus die verlangten Limiten ein erstes Mal erfüllt. Um selektioniert zu werden müssen sie allerdings in den anstehenden Wettkämpfen eine Bestätigung erbringen. Ein interner Wettkampf am Mittwoch, 6. April bietet den andern EM-Anwärtern die erste Gelegenheit, sich für Debrecen zu empfehlen. Gleichzeitig gilt er für die Bildung der Mannschaften für die Länderkämpfe vom 16. April in Freienstein (gegen Polen und Weissrussland) und vom 23. April in Erzingen (gegen Deutschland). Zwei weitere interne Ausscheidungen sind am 20. April und am 30. April vorgesehen.

Andreas Schweizer mit neuer Übung

Chancen auf eine Selektion rechnet sich – neben Dominguez und Schärer – in erster Linie Olympiafinalist Andreas Schweizer aus. Er konzentriert sich voll auf die Ringe – mit einer neuen Übung – und verzichtet auf den Sechskampf. Nationaltrainer Sandor Kiraly ist zuversichtlich, dass mehrere Turner die hohen Anforderungen erfüllen werden. In allen Disziplinen sind Übungen mit einem Ausgangswert von 10,0 und einem Endwert von 9,5 bis 9,7 gefordert. Für den Sechskampf werden 55 Punkte verlangt.

„Niki Böschenstein und Claudio Capelli versuchen, die Mehrkampflimite zu erreichen“, sagt Kiraly. „Gute Chancen hat zudem Philippe Sager am Pferd, dazu kommen Kevin Bachmann und Flavio Fanconi an den Ringen.“ Der Druck von hinten auf die „Etablierten“, ein richtiger Konkurrenzkampf, ist gross. Im Maximum können sechs Turner in Debrecen starten, vier pro Disziplin (inklusive Mehrkämpfer).

Noch keine Limiten bei den Frauen

Bei den Frauen hat noch keine Turnerin ein Limitenresultat erreicht. Nationaltrainer Eric Demay: „Weil es an der EM keinen Mannschaftswettkampf gibt, wurden die Limiten hoch angesetzt. Im Prinzip sollten Melanie Marti und Ariella Kaeslin im Vierkampf die geforderten 34,5 Punkte schaffen.“ Bei den Europameisterschaften 2004 in Amsterdam belegten sie im Mehrkampffinal die Plätze 9 (Marti) und 13 (Kaeslin) mit über 35 Punkten, die besten Schweizer Klassierungen seit 33 Jahren. Melanie Marti sollte zudem mit ihrer letztjährigen Übung am Stufenbarren mindestens in die Nähe eines Limitenresultates kommen.

Nach den guten Leistungen von Danielle Englert und Linda Stämpfli beim Weltcup in Cottbus gab es bei einer ersten internen Ausscheidung am 26. März in Magglingen einen argen Dämpfer. Melanie Marti verletzte sich am Arm, bei Ariella Kaeslin lief überhaupt nichts (fünf Stürze). Am besten schnitt Danielle Englert ab, die jedoch in den einzelnen Disziplinen die geforderten Punktzahlen nicht erreichen kann. Als Ausgangswerte werden 10,0 (Stufenbarren), 9,8 (Balken und Boden) sowie zweimal 9,7 (Sprung) verlangt, recht hohe Anforderungen, die bei guter Ausführung Endnoten von 9,1 bis 9,5 garantieren würden.

Weitere Gelegenheiten, sich für die EM zu qualifizieren haben die Turnerinnen am 16. April beim Dreiländerkampf Schweiz–Polen–Weissrussland, danach in Klagenfurt gegen Österreich und Holland sowie in einer weiteren internen Ausscheidung am 29./30. April.

Die Selektion für die Europameisterschaften erfolgt für die Männer und Frauen am 2. Mai.

Erwin Hänggi, Medienverantwortlicher Kunstturnen STV

Sponsoren

Sponsoren

Platin Partner

Gold Partner

Silver Partner

Bronze Partner