Claudio Capelli muss für die Europameisterschaften vom 25. Mai bis 5. Juni 2016 in Bern frühzeitig Forfait geben. Der Turner des BTV Bern war dieses Jahr aufgrund von Problemen mit der Bizepssehne seiner rechten Schulter verspätet ins Training eingestiegen. Der daraus entstandene Rückstand erwies sich nun als zu gross. «Ich konnte in den vergangenen Wochen das Pensum stetig steigern und auch die Schulterbelastung planmässig erhöhen. Aber die Zeit reicht leider nicht aus, um rechtzeitig für einen Einsatz an den Europameisterschaften fit zu werden», erläutert der zweifache Olympionike seinen Entscheid.
Ein Entscheid, der dem Berner alles andere als leicht gefallen ist: «Die Enttäuschung ist riesig. Ich habe mich sehr auf die EM in meiner Heimat gefreut und alles versucht, um eine Teilnahme möglich zu machen. In der jetzigen Form kann ich dem Team aber nicht helfen», so Capelli weiter: «Nun werde ich meine Teamkollegen an der EM von der Zuschauertribüne aus anfeuern. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Turn- und Sport-Fans nach Bern kommen werden und zusammen mit mir die Schweizer Teams im Kampf um die EM-Medaillen unterstützen.»
Fokus auf Olympia
Trotz dieses Rückschlages hat Capelli seinen Kampfgeist nicht verloren. Er richtet sein Augenmerk nun bereits vorzeitig auf den zweiten Höhepunkt der diesjährigen Turnsaison: Rio de Janeiro. Capelli möchte nach Peking 2008 und London 2012, zum dritten Mal die Schweizer Farben an Olympischen Sommerspielen vertreten. Dazu muss der Berner Ende Juni die Schweizer Meisterschaften in St. Gallen bestreiten. Diese zählen als Selektionswettkampf für die Spiele in Rio. Bis dahin hofft Capelli den Trainingsrückstand soweit aufgeholt zu haben, dass er um einen Platz im Schweizer Team mitkämpfen kann.
Text: Thomas Greutmann