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Kunstturnen: Acht Tausendstel fehlten Hegi für Bronze

Chantal Weinmann

Die Schweizer Oliver Hegi, Claudio Capelli und Michael Meier überzeugten am letzten EM-Tag in Sofia (Bul). Allen voran Oliver Hegi. Er belegte den ausgezeichneten – aber dennoch undankbaren – vierten Rang. Claudio Capelli am Boden und Michael Meier am Sprung werden jeweils Siebte.

Im Gerätefinal bei der Elite war Claudio Capelli als erster Schweizer am Boden im Einsatz. Zu Beginn seiner Übung dreht er den Salto vorwärts mit zweieinhalb Schrauben nicht komplett herum, turnt aber die weiteren Bahnen gekonnt durch – bis auf die zweitletzte Bahn, die der Routinier sonst sehr sicher turnt, patzte Capelli und musste nach hinten korrigieren. Die Schlussbahn, der Doppeltwist steht er überzeugt. «Ich habe die Übung gut durchgezogen, ähnlich wie in der Qualifikation. Davon sind mir vier Bahnen sehr gut gelungen. Bei der Zweitletzten, welche ich sonst auf sicher turne, bin ich nicht gestanden und darüber nerve ich mich schon. Aber um weiter nach vorne zu kommen, hätte es nicht gereicht», so Capelli. Am Boden gewinnt somit der Russe Denis Abliazin, gefolgt von Eleftherios Kosmidis (Grie) und Bronze geht an den Britten Daniel Purvis sowohl als auch an Alexander Shatilov (Isr).

Michael Meier beendete als letzter Teilnehmer das vierte Gerätefinal am Sprung. Leider musste er beim Jurtschenko mit zweieinhalb Schrauben mehrere kleine Schritte nach hinten machen. Der zweite Sprung – Überschlag Strecksalto mit eineinhalb Schrauben – war dafür einwandfrei. «Da ich im Verhältnis zu den anderen Turnern eher einen tieferen D-Wert habe, bin ich mit dem erreichten siebten Rang zufrieden. Vor allem habe ich anfangs nicht zwingend mit einem Sprungfinal gerechnet», sagte Michael Meier. Die Edelmetalle wurden wie folgt verteilt: 1. Denis Abliazin (Russ), 2. Igor Radivil (Ukr), 3. Oleg Verniaiev ebenso aus der Ukraine.

Nach der Glanzleistung von Oliver Hegi in der Quali (Rang 3), warteten heute alle gespannt auf die mögliche Medaille. Doch diese blieb, wie kann es anders sein an diesen Europameisterschaften, mit dem undankbaren vierten Platz aus – wegen läppischen 0,008 Punkten! Nachdem Sturz von Fabian Hambüchen und den gezeigten Übungen der Vorgänger, entschied sich Hegi keine schwerere Übung zu präsentieren. Hegi turnte gelungene Verbindungen aus dem Adler mit halber Drehung und dem Deff-Salto. Ob ihm der Ausfallschritt nach dem Abgang die Medaille kostete? «Unmittelbar nach dem Wettkampf bin ich relativ enttäuscht. Es ist schon bitter, wegen acht Tausendstel habe ich die Medaille verpasst», sagte Hegi, der zum ersten Mal an einer Europameisterschaft in einem Gerätefinal teilnahm.
Das Reckfinal gewonnen hat wie erwartet Epke Zonderland (Ho). Mit einem Punkt Abstand wurde Sam Oldham (Gb) Zweiter und Kristian Thomas (Gb) Dritter.

Obwohl die Schweizer Mannschaft den Teamfinal mit dem neunten Rang haarscharf verpasste, zeigte die Herren Elite mit drei Gerätefinals insgesamt eine sehr gute Leistung. Das letzte Mal, als sich gleich drei Athleten für die Gerätefinals qualifizierten, war 1985 in Oslo (No).

Text: Chantal Weinmann

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