Schweizer Kunstturner 4,10 Punkte hinter Deutschland
Die ersatzgeschwächte Schweizer Kunstturnerriege verlor in Erzingen (De) gegen Deutschland einen Länderkampf mit 4,10 Punkten Differenz. Der Einzelsieg ging an Schweizer Meister Claudio Capelli (18), dem jüngsten Turner seiner Mannschaft.
Die Schweizer hatten fast ein „Heimspiel“. Zumindest war ihr Anreiseweg kürzer als jener der Deutschen, die aus einem Trainingslager in Berlin kamen. Erzingen liegt direkt an der Schweizer Grenze am westlichsten Zipfel des Kantons Schaffhausen.
Vorentscheidung an den Ringen
Wegen einer fiebrigen Erkältung musste die Schweizer Riege auf Niki Böschenstein verzichten. Für ihn turnte Philippe Sager, und am Boden, an den Ringen und beim Sprung verzichtete man auf eine Streichnote. Eine Vorentscheidung zu Gunsten der Deutschen fiel bereits in der dritten Disziplin an den Ringen. Die Schweizer lagen in punkto Schwierigkeiten klar hinter den Deutschen, die ihre Übungen mit mehr Kraftelementen gespickt hatten.
In der allerletzten Übung des Wettkampfes stürzte Christoph Schärer bei einer Höchstschwierigkeit (Super-E-Element) so unglücklich vom Reck, dass er aus der Halle getragen werden musste. Der EM-Bronzemedaillengewinner 2004 erlitt Prellungen, aber keine schwerwiegenden Verletzungen. Zudem musste das Team nach der abgebrochenen Übung auf ein hohes Resultat verzichtet, weshalb das Reckturnen mit 1,50 Punkten Differenz verloren ging.
Patrick Dominguez mit Höchstnote
Die Höchstnote des ganzen Wettkampfes erzielte Patrick Dominguez mit seinem Sprung (Überschlag – Salto vorwärts gestreckt mit Doppelschraube, 9,50, Ausgangswert 9,90). Die einzigen Übungen mit einem Ausgangswert 10 zeigten Philippe Sager am Pferd (9,30) sowie der Deutsche Fabian Hambüchen, der 18 Jahre alte Olympia-Reckfinalist von Athen, an seinem Spezialgerät (9,45).
Claudio Capelli gewann die Einzelwertung mit 52,90 Punkten dank seiner Ausgeglichenheit und Noten zwischen 8,45 und 9,05. Roman Gisi (20) beeindruckte mit seiner guten Ausführung und Standfestigkeit. Vor allem sein Yurtschenko mit Doppelschraube beim Sprung (Ausgangswert 9,70, Note 9,45) war hochklassig. Noch besser als Capelli schnitt Hambüchen ab, der am Pferd und an den Ringen ausser Konkurrenz mitturnte und deshalb aus der Wertung fiel, aber für die Mannschaft vier Noten zwischen 9,20 und 9,45 ablieferte.
Erwin Hänggi, Medienverantwortlicher Kunstturnen STV
Erzingen (De). Länderkampf Männer: 1. Deutschland 214,30. 2. Schweiz 210,20. – Geräteresultate. Boden: 1. Sz 34,10. 2. De 33,55. – Pferd: 1. De 36,15. 2. Sz 35,75. – Ringe: 1. De 36,30. 2. Sz 34,50. – Sprung: 1. Sz 37,15. 2. De 36,75. – Barren: 1. De 35,75. 2. Sz 34,40. – Reck: 1. De 35,80. 2. Sz 34,30.
Einzel: 1. Claudio Capelli (Sz) 52,90 (9,00, 8,90, 8,45, 9,00, 9,05, 8,50). 2. Eugen Spiridonow (De) 52,25 (8,00, 9,10, 8,80, 9,15, 8,85, 8,35). 3. Flavio Fanconi (Sz) 51,55 (7,90, 8,50, 9,15, 9,20, 8,50, 8,30). 4. Jens Uebel (De) 51,05. 5. Christian Berczes (De) 50,80. – 5 Geräte: 6. Robert Juckel (De) 44,00. 7. Roman Gisi (Sz) 43,30 (Sprung 9,45). – 4 Geräte: 8. Fabian Hambüchen (De) 37,50 (Sprung und Reck 9,45, Boden 9,40, Barren 9,20). 9. Patrick Dominguez (Sz) 35,40 (Sprung 9,50). – 3 Geräte: 10. Thomas Andergassen (De) 27,35. 11. Philippe Sager (Sz) 26,80 (Pferd 9,30). – 2 Geräte: 12. Christoph Schärer (Sz) 16,70.
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Dritter Platz für Schweizer Junioren
Beim traditionellen Vierländerkampf der U18-Junioren in Genf-Thônex wurden die Schweizer erwartungsgemäss hinter Frankreich und Deutschland und vor Grossbritannien Dritte.
Die grössten Defizite gegenüber überlegenen Franzosen und Deutschen, die sich einen spannenden Zweikampf lieferten, hatten die Schweizer beim Sprung und an den Ringen. Am Pferd, sonst eher eine schwache Disziplin, erzielten sie die klar höchste Wertung.
Im Einzelklassement belegte der Genfer Jean-Philippe Hayoz, der Ende Oktober 17 Jahre alt wird und einer der jüngsten Turner war, als bester Schweizer den fünften Platz.
Komplette Rangliste
Erwin Hänggi, Medienverantwortlicher Kunstturnen STV
Genf-Thônex. Junioren U18: 1. Frankreich 199,95. 2. Deutschland 198,65. 3. Schweiz 194,25. 4. Grossbritannien 191,25. – Boden: 1. Fr 33,65. 2. De 32,20. 3. Sz und Gb 32,00. – Pferd: 1. Sz 33,75. 2. Fr 32,30. 3. Gb 32,15. 4. De 32,00. – Ringe: 1. Fr 32,50. 2. De 32,35. 3. Sz 30,75. 4. Gb 30,30. – Sprung: 1. Fr 36,20. 2. De 36,00. 3. Gb 35,20. 4. Sz 34,20. – Barren: 1. Fr 32,45. 2. De 32,20. 3. Gb 31,20. 4. Sz 31,15 – Reck: 1. De 33,90. 2. Fr 32,85. 3. Sz 32,40. 4. Gb 30,40.
Einzel: 1. Cyril Tommasone (Fr) 51,10 (8,35, 9,00, 7,60, 8,95, 8,40, 8,80). 2. Hamilton Sabot (Fr) 50,95. 3. Philipp Boy (De) 49,85. 4. Brian Gladow (De) 49,10. 5. Jean-Philippe Hayoz (Sz) 48,90 (8,25, 8,85, 7,55, 8,40, 8,05, 7,80). 6. Louis Smith (Gb) 48,85. 7. Ismael Wermuth (Sz) 48,60. – Ferner die weiteren Schweizer: 10. Reto Heierli 47,20. – 4 Geräte: 18. Manuel Rickli 31,85. 19. Fabian Leimlehner 31,70. 20. Nils Haller 31,35.