Nach den vier Halbfinal-Partien standen in der Korbball-Sparte die STV-Cupfinal-Paarungen 2014/15 fest: Lorraine-Breitenrain gegen Kreuzlingen (Turner) und Täuffelen I gegen Dottikon-Fi-Gö (Turnerinnen). Lorraine-Breitenrain bot sich so in Deitingen die Möglichkeit, den 2013/14-Titel zu verteidigen. Die ETF-2013-Siegerinnen aus Täuffelen bekamen die Chance, den vor einem Jahr an Moosseedorf verlorenen Cup wieder ins Seeland zu holen.
In den Halbfinals wurden Nunningen, Erschwil (Turner), Moosseedorf und Urtenen-Schönbühl (Turnerinnen) aus dem Cup «geworfen». Als (kleiner) Trost durften bei der Siegerehrung, fünfeinhalb Stunden nach den Halbfinalpartien, Nunningen und Mosseedorf Cup-Bronze entgegennehmen. Die beiden NL-A-Mannschaften setzten sich in den kleinen Finals jeweils durch.
Turner – viel Cup-Erfahrung
Das Finalduell Lorraine-Breitenrain gegen Kreuzlingen gab es in der STV-Korbball-Hallencup-Geschichte (Start 1983/84) bisher zwei Mal. Lorraine siegte 2001/02 und Kreuzlingen 2004/05. In Deitingen kam es so zum dritten Aufeinandertreffen dieser zwei erfahrenen Cup-Mannschaften. Beide standen in ihrer Vereinsgeschichte bereits je fünf Mal im Cup-Endspiel. Die Berner und Thurgauer kennen die Mechanismen und Eigenheiten dieser besonderen Meisterschaft genau.
Nachdem das Schiri-Paar Simon Peier/Thomas Brechbühl die Finalpartie angepfiffen hatten, wurde sofort klar: Der 2014/15-Cupfinal wird nicht zu einem Kindergeburtstag werden, die Spieler beider Mannschaften legten los wie die Feuerwehr. 27 Sekunden nach dem Anspiel eröffnete Kreuzlingen mit dem 1:0 den Korbreigen. Die Begegnung wogte mit vielen Emotionen und vielen Strafbankbesuchen hin und her. Kreuzlingen zog auf 3:0 davon. In die Pause ging es mit einem 6:3-Zwischenstand zugunsten der Ostschweizer.
Penalty-Schiessen – Fabian Blumenthal
Drei Körbe Vorsprung gegen das erfahrene Berner Korbball-Team bedeuten nicht viel. Dieses nahm sich durch Strafen, auch fünf Minuten-Ausschlüsse waren dabei, immer wieder selber aus dem Rennen, schoss aber auch Körbe in Unterzahl-Situationen. Drei Minuten vor dem Ende liegt Kreuzlingen mit 10:8 in Front. Der Lorraine-Breitenrain-Turner Yves Jacob verkürzt mit einem Penalty auf 10:9. Acht Sekunden vor Spielende erzwingen die Berner mit dem Ausgleich eine Verlängerung, diese endet mit 12:12 Körben. Ein Penaltyschiessen musste entscheiden (je fünf Spieler). Beide Mannschaften zeigten Nerven. Erst der zweite Penalty-Durchgang führte zum Entscheid. Fabian Blumenthal (Kreuzlingen) erzielte den alles entscheidenden Korbtreffer, der den Ostschweizern den Cup-Sieg 2014/15 bescherte.
«Es brauchte seine Zeit, bis sich die Spieler aus Altnau und Kreuzlingen gefunden hatten. Wir gewannen die Thurgauer-Meisterschaft und konnten diverse NL-A-Mannschaften aus dem Cup werfen. Der heutige Cup-Sieg war das Ziel. Eine unserer Stärken orte ich bei der hohen Trefferquote über die ganze Saison. Wir kannten natürlich unsere Finalgegner von Lorraine-Breitenrain und wussten: das wird nicht einfach. Der Sieg heute ist ein Traumstart in die Saison 2015. In der kommenden NL-A-Sommermeisterschaft gehören wir zu den Favoriten mit dem Ziel Titelgewinn – oder mindestens eine Medaille», meinte der Kreuzlingen-Coach Christoph Blaser bei seinem Cup-Fazit.
«Nichts zu verlieren»
Als die Männer zum Cup-Final starteten, stand der Sieg bei den Turnerinnen bereits fest. Die Schiri-Paarung Peter Baumer/Markus Fellmann pfiff in Deitingen eine Frauen-Partie an, die es in dieser Form beim Cup noch nie gegeben hat: Täuffelen gegen Dottikon-Fischbach-Göslikon (Dottikon-Fi-Gö) oder das Seeland gegen die Freiämterinnen aus dem «Rüebliland», zwei NL-A-Frauschaften. «Wir haben nichts zu verlieren, die Freude darüber, dass wir überhaupt im Endspiel stehen, ist gross», war aus dem Kreis der Dottikon-Fi-Gö-Spielerinnen zu vernehmen. Die diversen Täuffelen-Erfolge (ETF-Sieg, Meisterschaft, Cup usw.) sind natürlich im Aargau bekannt.
Das gegenseitige Abtasten dauerte geschlagene zehn Minuten, bis das 1:0 fiel – für den Finalaussenseiter aus dem Freiamt. Vom Täuffeler Favoritenbonus war nichts zu sehen, die Final-Teams begegneten sich auf Augenhöhe. In die Pause ging es mit einem 5:3 für die Seeländerinnen, die sich zwischenzeitlich etwas gefasst hatten und bestimmter auftraten. Dottikon-Fi-Gö blieb aber auch in der zweiten Halbzeit dran. Beide Frauschaften zeigten sich treffsicher, vor allem auch bei den Strafwürfen. 8:8 lautete das Schlussresultat nach zweimal 20 Spielminuten: Verlängerung, zweimal 5 Minuten.
«Wir wollten einfach ‹unser› Gold zurück»
Der Penalty zum 10:8 sowie ein schneller Gegenstoss zum 11:8 in den ersten Zusatzminuten, gaben Täuffelen I mit Kapitän Carole Baumann Sicherheit und bedeuteten eine Final-Vorentscheidung zum Schlussergebnis von 11:9 für Täuffelen, die Silber-Medaillengewinnerinnen aus dem Vorjahr. «Trotz Verletzungen und schmalem Kader konnten wir in der vergangenen Cup-Saison immer das Optimum herausholen. Heute wussten wir, dass es für uns bereits im Halbfinal gegen die Titelverteidigerinnen aus Moosseedorf schwer werden wird. Wir wollten einfach ‹unser› Gold, das wir vor einem Jahr verloren, unbedingt zurück haben. Die Finalgegnerinnen kannten wir vom letzten Sommer, sie haben sehr gut gespielt. Am Schluss hat es für uns aber geklappt, die Freude ist gross», so eine erste Finalbilanz von Täuffelen-Kapitän Carole Baumann.
«Für uns verlief die Cup-Saison erfolgreich. Einzig beim ersten Spiel schwächelten wir. Von NL-A-Teams wurden wir, ausser heute hier, ‹verschont›. Wir haben ganz klar Silber gewonnen und nicht Gold verloren. Unser Spiel basiert auf einer starken Verteidigung, das ist unser Erfolgsrezept. Ziel war der Cup-Final, jetzt freuen wir uns über diesen Super-Erfolg», so ein überglücklicher Benjamin Keusch (Dottikon-Fi-Gö-Trainer).
Herausforderung Termine
Renato Fux (Männer) und Katja Stauffer (Damen), die beiden STV-Korbball-Cup-Verantwortlichen, sind mit dem Verlauf der Saison 2014/15 insgesamt zufrieden: «Perfekt läuft es nie. Die Spieltermine sind eine permanente Herausforderung. Wir hatten diverse Knaller-Runden: NL-A-Mannschaften gegen NL-A-Mannschaften. Die stärksten setzten sich durch. Für die ‹Kleinen› ist es sicher schwer, sich ganz nach vorne zu spielen. Für die Spieler ist der Cup ein ‹Highlight›. Am Finaltag wollen alle die Stimmung erleben, wie wir sie heute hier hatten», so Fux auf Nachfrage.
«Es verlief alles reibungslos. Die Terminpläne konnten wir, plus-minus, einhalten. Das ist bei den Turnerinnen etwas einfacher als bei den Turnern. Das Cup-Angebot ist ein spannendes Angebot, das es auch 2015/16 wieder geben wird. Die Begegnungen verliefen insgesamt fair, von Protesten ist mir nichts bekannt», so Stauffer in ihrer Schlussbetrachtung zum Damenbereich.
Gut zu wissen: Samstag, 21. März 2015: Korbball Halle, U20-Aufstieg, Damen/Herren in Wolhusen. – Spielbeginn: 8 Uhr. – Sonntag, 22. März 2015: SM Korbball Halle, Seniorinnen/Senioren in Wolhusen, Spielbeginn: 8 Uhr.
Text: Peter Friedli
RESULTATE
Halbfinals, Frauen: Moosseedorf I – Täuffelen I 11:15 (Halbzeit 5:8). Dottikon-Fi-Gö – Urtenen-Schönbühl 11:10 (4:3). -- Finalpaarung: Täuffelen I – Dottikon-Fi-Gö. -- Männer: Nunningen – Kreuzlingen 6:15 (2:9). Lorraine-Breitenrain – Erschwil 13:7 (3:4). -- Finalpaarung: Kreuzlingen – Lorraine-Breitenrain.
Rangspiele, 3./4. Platz, Frauen: Moosseedorf – Urtenen-Schönbühl 17:12 (8:5). -- Männer: Nunningen – Erschwil 6:5 (4:2).
Cupfinal, Frauen: Täuffelen I – Dottikon-Fi-Gö 8:8 (5:3), n. V.: 11:9. -- Männer: Kreuzlingen – Lorraine-Breitenrain 10:10 (6:3), n. V.: 12:12, n. P.: 19:17. -- STV-Cup Korbball Halle 2014/15, Männer: 1. Kreuzlingen (Cup-Sieger). 2. Lorraine-Breitenrain. 3. Nunningen. 4. Erschwil. -- Frauen: 1. Täuffelen I (Cup-Siegerinnnen). 2. Dottikon-Fi-Gö. 3. Moosseedorf I. 4. Urtenen-Schönbühl.