Der Schweizerische Turnverband wird in Cancun (Mex) vom STV-Zentralpräsidenten Hanspeter Tschopp (Ziefen) und vom STV-Geschäftsführer Ruedi Hediger (Rupperswil) vertreten. In einer der ersten Abstimmungen wurde der amtierende, 78 Jahre alte FIG-Präsident Bruno Grandi (It) wiedergewählt. Der Italiener steht der FIG seit 1996 vor und wird den internationalen Turnverband nach seiner Wiederwahl sicher bis zu den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro (Br) präsidieren. Grandi erhielt 68, seine Konkurrenten Vasily Titow (Russ) 24 und Adrian Stoica (Rum) 14 Stimmen. «Wichtig ist, dass wir nun alle Anstrengungen bündeln, dass Turnen als olympische Bewegung an Popularität gewinnt und sich weiter entwickelt. Turnen mit seinen Disziplinen hat sehr viel Potenzial», so ein sichtbar zufriedener Grandi nach seiner Wahl zu den über 450 Delegierten.
Schweizer gewählt – nicht wie gewünscht
In Cancun standen für die internationalen Turngremien zwei Schweizer zur Wiederwahl bereit: Walter Nyffeler (Jegenstorf), seit 2009 Mitglied des FIG-Exekutivkomitees und Ruedi Steuri (Herisau), seit 2009 Vizepräsident Komitee Allgemeines Turnen. Um in der kommenden olympischen Periode erneut im FIG-Exekutivkomitee (sieben Personen) Einsitz zu nehmen, fehlten Nyffeler in Cancun acht Stimmen. Dafür wurde der Berner Bankfachmann etwas später problemlos (61 Stimmen) in das FIG-Council gewählt. Council-Aufgaben sind: Überarbeitung/Genehmigung der Technischen Reglemente, Wahl der Disziplinarkommission-Mitglieder, Genehmigung der Budgets, Rechnungen und Beiträge/Gebühren für die Organisation von Wettkämpfen, Vergabe von Weltmeisterschaften, der World Gymnaestrada, der «Gym for Life Challenge» usw.
Der Appenzeller Steuri, Lehrbeauftragter für Allgemein bildenden Unterricht und Sport am Berufs- und Weiterbildungszentrum Wattwil und bisher in der FIG Vizepräsident im Komitee Allgemeines Turnen, wurde von den Delegierten in Cancun mit dem drittbesten Resultat wiederum in das Komitee Allgemeines Turnen gewählt. Es gilt, wer die meisten Stimmen bekommt, wird Vizepräsident im entsprechenden Gremium. In Mexico war es diesmal Rogerio Valerio aus Portugal.
Über die Entwicklung enttäuscht
Die Schweiz, der STV, hat nach den erfolgten Neuwahlen für die Olympiade 2013 bis 2016 weiterhin zwei Turner in FIG-Gremien, nicht ganz da, wo man sie eigentlich erwartet hätte. «Wir, das heisst die Schweiz, sind einfach enttäuscht über die Entwicklung. Europa ist mit einer Person im Exekutivkomitee (Wolfgang Willam, De, Anm. d. Red) vertreten. Kompetente Personen wie Walter Nyffeler und Brian Stocks aus England wurden nicht mehr gewählt. Dafür ist die ‹Pan American Gymnastics Union› mit drei und die ‹Asian Gymnastics Union› mit vier Personen, davon zwei Arabern, welche wirklich keine Turnnationen vertreten. Diese Kontinentalverbände sind aber einheitlich aufgetreten und haben konsequent ihre Vertreter gewählt», meinte ein enttäuschter STV-Geschäftsführer Hediger unmittelbar nach den Wahlen am 79. FIG-Kongress, dieser geht am 27. Oktober zu Ende.
FIG-Infos und -Wahlresultate im Detail: www.fig-gymnastics.com
Text: Peter Friedli