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Geräteturnen: Elf Medaillensätze bereiteten viel Freude

Peter Friedli, GYMlive

Am zweiten Tag der Schweizer Meisterschaften Geräteturnen Turnerinnen, Einzel/Sie+Er (15./16. November 2014), wurden in Utzenstorf elf Medaillensätze verteilt. Neun davon in den Gerätefinals. Hier ging es um Schweizer Meistertitel. K7-Mehrkampfmeisterin Selina Rinert erweiterte ihre Edelmetallsammlung mit Gold und zweimal Silber. Zum K7-Mehrkampfgold von Andreas Gasser kamen zwei Silbermedaillen hinzu. Justin Delay war mit zwei Goldmedaillen erfolgreichster Gerätefinalist.

Die Ausgangslage vor den Gerätefinals war offen. Niemand von den in Utzenstorf für die Finals qualifizierten Turnenden wollte verbindliche Aussagen machen, wer denn an den Einzelgeräten (Boden, Ring, Sprung, Barren, Reck) zu den Favoritinnen und Favoriten zu zählen sei und welche Ziele verfolgt würden. «Frag doch die anderen, ich bin sicher nicht der Favorit», «Ich will hier einfach Freude haben und mein Bestes geben. Super, dass ich überhaupt dabei sein darf» und «Wenn ich die Mehrkampfleistungen wiederholen kann, bin ich mit mir zufrieden», dies eine Antwort-Auswahl aus dem Kreis, der für die Gerätefinals qualifizierten Turner/-innen rund 40 Minuten vor dem Start. Die Antworten kamen aus konzentrierten und fokussierten Gesichtern.

Viel Gold für Delay, viel Podest für Meier
Klar war einzig: Die Podestturner/-innen aus den K7-Mehrkämpfen (Ti/Tu) werden bei der Vergabe der Gerätemedaillen mitreden – das taten sie auch. Bei Andreas Gasser (TV Belp) kamen zum Mehrkampf-Gold zwei Silbermedaillen (Barren, Reck) hinzu. Ein Doppelsieg gelang dem wirbligen Justin Delay (Yverdon Amis Gym). Sowohl am Boden wie auch beim Sprung (beeindruckende Höhe und Standsicherheit bei der Landung) holte Delay Gold. «Wenn ich heute nicht zufrieden bin, wann dann?», meinte er mit viel Schalk in den Augen. Zum Einzelgeräte-Abräumer wurde der Mehrkampf-2. von Rapperswil (SG), Stefan Meier. Der TV-Obfelden-Turner stand bei vier von fünf Entscheidungen auf dem Podest. An den Schaukelringen gab es Gold. «Für mich lief es heute ideal. Diesen November erlebte ich zwei ganz gute Turn-Wochenenden. Etwas überrascht bin ich von meiner Stabilität. Die Zielsetzungen sahen vor, dass ich den Barren gewinnen wollte. Jetzt hat es halt an den Ringen geklappt», so Meier. Simon Stalder (STV Rickenbach) ist der einzige Turner, der seinen Reck-Titel aus dem Vorjahr verteidigen konnte.

Selina Rinert – die Leistungsschau
Das weibliche Gerätefinal-Pendent von Stefan Meier heisst Selina Rinert (BTV Luzern). Die Zentralschweizerin war in allen vier Finals am Start und stand dreimal auf dem Podest. Zu ihrem ersten K7-Mehrkampfsieg kamen Ring-Gold, Reck- und Boden-Silber hinzu. «Der 15./16. November 2014 war völlig mein Turnwochenende. Nach dem gestrigen K7-Titel, dieser wirkte nach der Grippe von Anfang Woche wie ein Heilmittel, konnte ich ausgezeichnet schlafen und beschwerdefrei zu den Gerätefinals antreten», so die medaillenbehangene Rinert. Titelverteidigung gab es keine. Sandy Jaccard (Yverdon Amis Gym, Boden-3.), Selina Rinert (Ring-1.), Nicole Strässle (BTV Luzern, Ring-2.) und Sandra Garibay (BTV Luzern, Sprung-1.) sind die einzigen Turnerinnen, die sich nach 2013 auch 2014 einen Podestplatz an den Einzelgeräten sichern konnten.

Die Gerätefinals verkamen zur Leistungsschau. Das Beste, was das nationale Geräteturnen zu bieten hat, präsentierte sich in der anmächeligen Turnarena von Utzenstorf. Die Turnenden gaben alles. Taktieren war nicht möglich, es wurden keine Noten bekannt gegeben. Magnesia an die Hände und «Gring abe u seckle», respektive turnen, das das Gerätefinal-Motto. Dies zur Freude der zahlreichen Zuschauenden, die sich mitreissen liessen.

Crameri und Reinhardt
Am Sonntagmorgen, vor den Gerätefinals, standen die KD- und K5-Mehrkämpfe an. In der Damen-Klasse (ab 20 Jahre) lag in der Zwischenrangliste, nach zwei Geräten, die neue Sie+Er-Meisterin Nicole Mattli (TV Grüningen) mit fünf Hundertsteln Vorsprung auf Manuela Crameri (BTV Aarau) auf dem Spitzenplatz. Mattli liess beim Sprung (9,15) Punkte liegen. Dies nutze Crameri aus. Die Aargauerin zog mit 9,4 Sprung- und hohen 9,6 Reck-Punkten am Mattli vorbei und verdrängte gleich noch Marlyse Moret (FSG Bulle), die sich nach drei Geräten auf dem ersten Platz installiert hatte, um eine Zehntel auf den zweiten Platz. Bei Mattli kam so, rund 17 Stunden nach ihrem Sie+Er-Sieg, noch K-Damen-Bronze hinzu.

In der K5-Nachwuchsklasse dominierte an der Spitze die französische Sprache und der Verein Fémina Sport Glovelier. Die Vereinskameradinnen Manon Reinhardt (1., 37,65) und Lola Domon (2., 37,50) holen Gold und Silber. Im nächsten gemeinsamen Training können die beiden ihre guten Leistungen von Utzenstorf feiern. «Ich bin natürlich sehr zufrieden mit dem Sieg. Die rund vier Stunden Training je Wochen haben sich heute ausbezahlt», meinte die 14 Jahre alte Reinhardt, ganz erstaunt, dass sie danach gefragt wurde.

Getu-SM-Saison abgeschlossen
Mit der SM in Utzenstorf ist der Reigen der Schweizer Geräteturnmeisterschaften 2014 der Turner/-innen abgeschlossen. Reini Hutter (Diepoldsau, Fachgruppenleiter Wettkämpfe) zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden: «Mit Wettingen, Rapperswil (SG) und heute hier in Utzenstorf, erlebten wir drei ausgezeichnet nationale Meisterschaften», so der STV-Funktionär zu den Medien. – Der Winter 2014/15 kommt, die Saisonplanung 2015 kann starten. Neue Elemente und Kategorienwechsel werden zum Thema.

Noch dies: Geräteturnen ist auch in der GYMlive-Ausgabe 6/2014 ein Thema.

Text: Peter Friedli

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