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Geräteturnen: Die grosse Getu-Leistungs-Schau im Tal der Rhone

Peter Friedli, GYMlve

Am zweiten Tag der Schweizer Meisterschaften Geräteturnen Turnerinnen, Einzel/Sie+Er vom 19./20. November 2016, wurden in Sion elf Medaillensätze verteilt, neun in den Gerätefinals. Hier ging es um Schweizer Meistertitel. K7-Mehrkampfmeisterin Noémie Théodoloz erweiterte ihre Edelmetallsammlung mit Recksilber. Seinem K7-Mehrkampfgold fügte Andreas Gasser im Wallis weiteres Edelmetall hinzu. Sandra Garibay avancierte zur einzigen Einzelgeräte-Titelverteidigerin 2016.

Die Ausgangslage vor den Gerätefinals war, wie meistens, offen. Niemand wollte etwas von Favoriten wissen, auch die direktbeteiligten Turner/-innen nicht. Alle waren sie Favoritinnen und Favoriten, die sich via der Mehrkampf-SM für die Einzelgerätefinals qualifizierten. Es ist so. Wer es in den Final geschafft hat, auch wenn er oder sie nicht zu den absoluten Top-Cracks zählt, kann plötzlich von Fehlern der anderen profitieren und steht am Schluss ganz oben. Wenn solche «Überraschungen» passieren, gibt es diese emotionalen, schönen Bilder, die die Zuschauenden so lieben und in ihren Bann ziehen. Klar war einzig: Die Podest-Turner/-innen aus den K7-Mehrkämpfen (Ti/Tu) werden bei der Vergabe der Gerätemedaillen mitreden – das taten sie am SM-Sonntag auch.

In der Halle der «Ecole Professionnelle Technique des Métiers de Sion» traten insgesamt 33 Finalisten bei den Turnern (Boden, Ring, Sprung, Barren, Reck) und 29 bei den Turnerinnen (Boden, Ring, Sprung, Reck) an. Sandra Garibay (BTV Luzern) und Justin Delay (Yverdon AG) bot sich im Wallis die Chance, die dritten Sprungtitel in Folge zu holen. Bei Beiden klappte dies nicht. Garibay wurde Final-Vierte, Delay -Siebter. Andere sprangen besser.

Erfolgreichster Geräteturner 2016: der «alte» Gasser
Mit dem Gerätefinal-Auftritt im Land der Raclettes und Weinberge machte sich Andreas Gasser (TV Belp), zusammen mit dem K7-Mehrkampftitel (12. November in Solothurn), dem Schaukelring- und Reck-Gold sowie Barren-Silber, zum erfolgreichsten SM-Turner 2016. Er ist übrigens der «alte» Gasser (Jahrgang 1981). Der Berner war der einzige Doppelsieger an den Einzelgeräten.

Delay (Boden), Loïc Brunetti (FSG Bulle, Sprung), Christoph Schärer (TV Orpund, Barren) heissen die weiteren Schweizer Einzelgerätemeister. Der Freiburger Brunetti erhielt für seinen ersten Sprung die höchste Note vom SM-Wochenende: 10,0 Punkte (!). – Übrigens: Der «junge» Gasser (Jahrgang 1999) ist Fabio Gasser (BTV Luzern), seines Zeichens K7-Mehrkampf-Silbermedaillengewinner von Solothurn. Zum Silber kamen bei ihm noch dreimal Bronze dazu (Schaukelringe, Sprung, Barren).

Französisch …
Ein weibliches Gerätefinal-Pendent von Andreas Gasser war in Sion nicht auszumachen. Dafür wurde auf den Podestplätzen deutlich mehr französisch gesprochen. Westschweizer Geräteturnerinnen, mit Noémie Théodoloz (Uvrier-Sports) stellen sie die aktuelle Schweizer K7-Meisterin, waren sehr erfolgreich. Sarah Chilo (FSG Morges, Sprung-Gold) und Sandy Jaccard (Yverdon AG, Bodengold) sind der Beweis. Schaukelring-Gold ging an Lilian Gisler (Getu Bürglen). Gisler gehört im Getu-Zirkus zu den erfahrensten Turnerinnen. Es gibt wohl keinen SM-Podestplatz, auf dem die zierliche Innerschweizer Turnerin nicht schon einmal stand. Sandra Garibay (BTV Luzern) avancierte am Reck zur einzigen Einzelgeräte-Titelverteidigerin 2016.

Die Gerätefinals verkamen zur Leistungsschau, die das zahlreiche Publikum mitriss. Das Beste, was das nationale Geräteturnen zu bieten hat, präsentierte sich in der vom Verein Uvrier-Sports bestens hergerichteten Turnarena im Wallis. Es wurde nicht lange taktiert. Es wurde losgeturnt, was das Zeug hielt und die Zuschauenden begeisterte.

Eigenmann und Zoller
Am Sonntagmorgen, vor den Gerätefinals, standen die K5- und K-Damen-Entscheidungen an. In der Damen-Klasse (ab 20 Jahre) schien die mehrfache Podest-Turnerin Martina Marti (TV Lyss) einem sicheren Sieg entgegen zu turnen: Bis zum Reckfehler beim Aufbücken, am letzten Gerät (8,0 Punkte). Vera Eigenmann (GR Rehetobel), Martis direkte Verfolgerin, ebenfalls sehr erfahren, liess am Boden mit 9,55 Zählern nichts anbrennen. Die KD-Siegerin von 2013 übernahm die Spitze und behielt diese. «Mit einem Podestplatz habe ich gerechnet, mit dem Sieg nicht. Es könnte heute mein letzter Getu-Wettkampf gewesen sein», so die Sie+Er-Siegerin von 2015.

In der K5-Nachwuchsklasse dominierte an der Spitze Shania Zoller. Sie reiste, nach ihrem Top-Resultat (37,90 Punkte) mit der K5-Frauschaft St. Gallen von Ende Oktober in Kirchberg (BE), als Favoritin an. Mit 37,30 Punkten blieb die Getu-Utzwil-Geräteturnerin zwar sechs Zehntel unter dem Quali-Resultat. Für den Kategoriensieg reichte es aber klar.

Mit der SM in Sion ist der Reigen der Schweizer Geräteturnmeisterschaften 2016 der Turner/-innen abgeschlossen. – Der Winter 2016/17 kommt, die Saisonplanung 2017 kann starten. Neue Elemente und Kategorienwechsel werden zum spannenden Thema.

Text: Peter Friedli

Weitere SM-Infos: www.csagres2016.ch und im GYMlive 6/2016.

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