Bei den Männern gewann der in Europa unbekannte Chinese Dezhi Li (23) vor Marius Urzica (Rum) und Böschenstein, bei den Frauen war die dreifache Olympiasiegerin Catalina Ponor eine Klasse für sich und distanzierte ihre Landsfrau Monica Rosu um acht Zehntel.
Nach zwei misslungenen Wettkämpfen – Schweizer Meisterschaften Einzel und Mannschaften – bewies Niki Böschenstein wieder einmal seine Fähigkeiten als Allrounder. Er begann am Reck und holte sich mit 9,50 (Ausgangswert/AW 10) eine Note, die an diesem Gerät nicht mehr überboten wurde. Boden, Sprung und Barren gelangen ebenfalls gut mit Noten von 9,40, 9,30 und 9,20. Er profitierte auch davon, dass einige höher eingeschätzte Turner patzerten, so der Bulgare Jordan Jovtschev und der Spanier Rafael Martinez.
Andreas Schweizer zeigte seine volle Übung an den Ringen (9,50, AW 10), musste jedoch am Pferd einen Absteiger in Kauf nehmen und wurde Achter.
Melanie Marti vergab einen möglichen dritten Rang durch einen Sturz nach der allerletzten Akrobatikbahn am Boden. Am Stufenbarren hatte sie mit ihrer Zehnerübung die Höchstnote (9,40) erzielt. Ariella Kaeslin misslang der Wettkampf komplett.
Der Modus des Gander-Memorial ist speziell, werden bei den Männern nur vier (anstatt sechs) und bei den Frauen drei (anstatt vier) Disziplinen geturnt. So können sie ihre schwächsten Disziplinen verzichten.
Die Turnerinnen und Turner reisten von Chiasso nach Zürich, wo sie am Sonntag beim Swiss Cup einen Mixed-Wettkampf bestreiten werden.
Das seit 1984 durchgeführte Memorial Arturo Gander, das abwechslungsweise in Chiasso und Morges zur Austragung kommt, trägt den Namen des ehemaligen FIG-Präsidenten, der in Chiasso wohnhaft war. Er war Trainer der Schweizer Kunstturner, Schöpfer der ersten Wertungsvorschriften im Kunstturnen, Chef des Technischen Komitees Männer beim internationalen Verband FIG und schliesslich – bis 1976 – Präsident. Unter seiner Führung hat das Kunstturnen international Anerkennung gefunden und sich zu einer der führenden olympischen Sportarten entwickelt.
Erwin Hänggi, Medienchef STV
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