Wie bereits bei der WM-Kampagne im Vorjahr kehren die Schweizerinnen mit der Bronzemedaille im Gepäck heim. Leider musste man im Halbfinal die Überlegenheit der Österreicherinnen anerkennen und klassiert sich damit hinter den beiden europäischen Top-Nationen um den alten und neuen Europameister Deutschland sowie Österreich.
In der Vorrunde konnte das Team von Nationaltrainer Anton Lässer die Partie gegen Österreich von Beginn an ausgeglichen gestalten. Eigentlich hatte man sich genau diesen Vorsatz auch für den Halbfinal gegen den Alpennachbarn vorgenommen. Nach einem kurzen Regenschauer starteten die Eidgenossinnen jedoch katastrophal in die Partie und das Team konnte sich davon über die gesamte Spieldauer hinweg nicht mehr erholen. Österreich hingegen zeigte sich auf allen Positionen spielerisch und technisch besser, wobei vor allem der unbedingte Siegeswille und Kampfgeist auffiel. Diese Charaktereigenschaft liess das Schweizer Team im Gegenzug etwas vermissen. Dementsprechend deutlich fiel die 0:3-Halbfinalniederlage aus.
Frust nach der Niederlage
Im Schweizer Lager herrschte im Anschluss grosse Frustration, denn eigentlich war man mit dem Ziel des Finaleinzugs nach Calw gereist. Nach der Vorrunde wähnte man sich zudem näher an den Österreicherinnen. Allerdings blieb für die Frauen und ihr Trainerteam nicht viel Zeit zur Aufarbeitung und Ursachenforschung, denn es stand noch die Partie um den dritten Rang gegen Italien an. Wie bereits am Samstag konnte der südliche Nachbar souverän in drei Sätzen bezwungen und damit die Bronzemedaille gewonnen werden.
Diese EM hat aufgezeigt, dass für die Schweizerinnen nur dann eine Überraschung möglich ist, wenn alle Spielerinnen ihr Leistungsoptimum abrufen. Allerdings zählen hierbei nicht nur die körperliche Fitness, sondern vor allem auch die mentale und taktische Komponente zu den entscheidenden Faktoren. In diesem Bereich ist, im Vergleich mit Österreich und Deutschland, noch Steigerungspotential vorhanden. Sowohl die Mannschaft als auch der Coaching-Staff haben dies realisiert und sind gewillt, noch intensiver daran zu arbeiten
Den Europameister geschlagen
Wie in den beiden vergangenen Jahren endet die Europameisterschafts-Kampagne für das Schweizer Team bei den U21-Junioren mit dem Gewinn der bronzenen Medaille. Nachdem die Mannschaft von Nationaltrainer Christian Zbinden die Vorrunde dank des Fünfsatz-Erfolges über den späteren Titelträger Deutschland auf dem zweiten Platz beenden konnte, verpasste man es am Sonntag im Halbfinal, erneut gegen das deutsche Heimteam zu reüssieren.
Nach gewonnenen Startsatz (15:13), in welchem die Eidgenossen vor allem kämpferisch zu überzeugen wussten, musste man mit zunehmendem Spielverlauf die Deutsche Überlegenheit an diesem Tag anerkennen. Zwar versuchte das Schweizer Coaching-Team mit zahlreichen Angriffsvarianten, Positions-Rotationen und Spielerwechseln die drohenden Niederlage mit Hilfe neuer Impulse noch abzuwenden, aber schlussendlich agierte der Titelverteidiger über die gesamte Spieldauer hinweg zu kompakt und ballsicher. Anders als am Vortag fand die Schweizer Offensive nur noch vereinzelt die Lücken im gegnerischen Defensivverbund und ging folgerichtig vermehrt ein zu hohes Risiko ein. Dies zahlte sich schlussendlich nicht aus. In den nächsten drei Spielabschnitten wurde das Spielgehen immer stärker durch den Gegner bestimmt und die Schweiz gab das Zepter ungewollt aus der Hand.
Aufgrund dieser 1:3-Niederlage verpasst man den angestrebten Einzug in den Final, in welchem Deutschland in einem packenden, dramatischen und hochstehenden Fünf-Satz-Krimi seinen Vorjahrestitel gegen die favorisierten Österreicher verteidigen konnte. Dennoch kann man aus Schweizer Sicht ein positives Fazit ziehen, denn anders als im Vorfeld teilweise befürchtet, war man leistungstechnisch nicht weit von den beiden Top-Nationen entfernt.
Text: Swiss Faustball/Sebastian Kammer
Infos:www.swissfaustball.ch