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Faustball: Versöhnlicher WM-Abschluss

Daniel Frei

PASCHING. Dank dem 3:0-Erfolg über Chile gab es für die Schweizer Faustballer noch einen versöhnlicher Abschluss. Doch das sportliche Abschneiden auf dem enttäuschenden 5. Schlussrang wirft beim WM-Favoriten einige Fragen auf. Der Weltmeistertitel ging an Deutschland.

Die Devise für das Spiel um Rang 5 gegen Chile war aus Schweizer Sicht klar. Man wollte sich vor 7000 Zuschauern versöhnlich verabschieden, nachdem man die angestrebte WM-Medaille bereits am Donnerstag gegen Argentinien (1:3) verpasst hatte. Doch der Beginn gegen die starken Südamerikaner wurde etwas harzig. Chile hielt von Beginn weg mit und erkämpfte sogar einen Satzball. Doch die Eidgenossen mit Cyrill Schreiber im Angriff konnten in der Verlängerung den Satzverlust gerade noch abwenden. Fortan war der Auftritt der Schweizer kompakter und auch die anfänglichen Fehler in der Abwehr verschwanden. Chile vermochte noch bis zur Satzmitte mitzuhalten. Danach dominierte das Schweizer Team nach Belieben und gewann mit 11:7 und 11:5.

Viele offene Fragen
Mit diesem 5. WM-Schlussrang beendet die Schweizer Faustball-Nationalmannschaft ihre schlechteste WM aller Zeiten. Anstelle einer WM-Medaille musste man schlussendlich noch um einen Rang unter den besten sechs Nationen kämpfen, damit man in zwei Jahren an den World Games in Kolumbien teilnehmen darf.  Junge WM-Debütanten wie der Elgger Ueli Rebsamen oder Fabian Marthy aus Flums wurde wie alte Routiniers eingesetzt und fielen nicht ab. Im Gegenteil. Sie zeigten auf, dass die Schweiz bereit für einen Generationenwechsel ist. Doch was ist mit den Topspielern in der Schweizer Abwehr? Seit Jahren bilden Marcel Eicher, Manuel Sieber oder Dominik Gugerli ein Dreigestirn in der Abwehr. Nach dem letzten WM-Spiel haben Eicher und Sieber ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft gegeben. Ist Dominik Gugerli - trotz der deutlich besten Leistung in der Schweizer Equipe - noch motiviert genug den enormen Aufwand zu betreiben, wenn danach nur der fünfte WM-Rang resultiert? Und welche Schlüsse zieht Nationaltrainer Marcel Cathomas? Er ist seit 2004 Nationaltrainer, betrieb im Vorfeld einen enormen Aufwand und hatte in Österreich ein Betreuerteam vor Ort, welches die Schweizer noch nie zuvor hatte. Und dann ist noch die Frage nach Aushängeschild Cyrill Schreiber. Anstelle eines ruhigen Routiniers im Schweizer Angriff wurde er zur tragischen Schlüsselfigur, welcher im entscheidenden Moment an seinen eigenen Nerven scheiterte. Der 27-jährige Appenzeller und 65-facher Internationale setzte sich selbst einen Druck auf, welchem er nicht gewachsen ist. Ein Phänomen, welches nicht das erste Mal aufgetreten ist. Er kann ein Team zum Erfolg führen, so wie vor fünf Jahren, als der Europameistertitel gewonnen wurde. Aber im jüngsten Beispiel schlug das Pendel auf die andere Seite aus und es resultierte im entscheidenden Moment eine sehr schwache Leistung. Diese Fragen auf allen Ebenen zeigen auf, dass das Schweizer Team über die Bücher gehen muss. Eine sorgfältige Auswertung und die Lehren daraus sind nun von zentraler Bedeutung, damit das Schweizer Team der Männer wieder zum Aushängeschild von Swiss Faustball wird. Sei es 2013 an den World Games in Kolumbien oder 2015 in Argentinien, wo die nächsten Weltmeisterschaften ausgetragen werden.

Newcomer als Weltmeister
Der Weltmeistertitel geht nach einem 4:2-Erfolg über Titelverteidiger Österreich an Deutschland. Auf dem feuchten Rasen und unter Flutlicht im Paschinger Waldstadion sahen die 8000 Zuschauer ein packendes Endspiel mit einem verdienten Sieger. Das junge unerfahrene Team von Trainer Olaf Neuenfeld führte von Beginn weg die Partie an. Insbesondere das zuverlässigere Zuspiel der Deutschen war das Zünglein an der Waage des Erfolges. Die Bronzemedaille sicherte sich Brasilien dank einem klaren 4:0-Erfolg über die Überraschungsequipe aus Argentinien.

Text: Daniel Frei / sportjournalist.ch

Resultate.
Faustball Weltmeisterschaften der Männer in Pasching (Oe).
Final. Österreich (TV) - Deutschland 2:4 (7:11, 11:9, 12:14, 11:6, 7:11, 6:11).
Spiel um Rang 3. Brasilien - Argentinien 4:0 (11:7, 12:10, 11:8, 11:7).
Spiel um Rang 5. Schweiz - Chile 3:0 (12:10, 11:7, 11:5). Schweiz: Schreiber, Jäger; Eicher, Gugerli, Ziegler (Sieber).
Spiel um Rang 7. Italien - Namibia 3:0 (11:2, 11:5, 11:7).
Spiel um Rang 9. USA - Serbien 3:0 (11:8, 11:4, 11:9).
Spiel um Rang 11. Tschechien - Japan 3:0 (11:9, 11:2, 11:7).

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