Die Schweizer verloren alle drei Partien gegen die zwei stärksten Teams Europas. Gegen Deutschland gelang in der Vorrunde immerhin ein Satzgewinn. Im Halbfinal fehlte jedoch die Konstanz und Offensivkraft, um den nördlichen Nachbarn in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen.
Faustballerisch war das Team des neuen Nationaltrainers Marcel Cathomas nicht weit entfernt, doch mental offenbarten sich Schwächen. Nach einem fulminanten Beginn im Halbfinal mit einer 5:0-Führung schlich sich wohl Angst vor dem Versagen ein, wodurch der Offensivdruck urplötzlich zusammenbrach. «Wir kämpften und gaben alles», mochte Cathomas den Spielern keine Vorwürfe machen. «Uns fehlen im Angriff die Varianten.»
Manuel Sieber stabilisierte Abwehr
Durch den Wechsel Manuels Siebers vom Flügel in die Mittelposition stand die Abwehr zwar sehr kompakt. Der Widnauer las das Spiel der deutschen Angreifer ausgezeichnet und deckte einen enormen Radius ab, doch nebst der Offensive zeigten sich auch im Zuspiel der Schweizer Mängel. Dadurch fehlte häufig der nötige Angriffsdruck.
„Wir haben an dieser EM gute Ansätze gezeigt. Uns fehlten durch die Absenzen von Cyrill Schreiber und Urs Lenzlinger zwei der besten Spieler. Die Leistungsschwankungen kosteten uns Sicherheit im Spiel und in der Konsequenz bessere Resultate. Aber ich blicke zuversichtlich auf die nächsten Jahre. Dabei werde ich auch Ausschau nach neuen Talenten halten, die zweifellos vorhanden sind.“
Es spielten: Marcel Eicher, Dominik Gugerli, Manuel Sieber, Oliver Lang, Stefan Hutter, Mario Studer, Philipp Hugentobler, Christoph Zehnder.
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Wolfgang Rytz
Resultate:
Vorrunde. Gruppe A: Österreich - Schweiz 2:0 (20:10, 20:14). Deutschland - Schweiz 2:1 (20:18, 15:20, 20:11). Österreich - Deutschland 2:0 (20:18, 20:17). - Rangliste (je 2 Spiele): 1. Österreich 4 Punkte (4:0 Sätze). 2. Deutschland 2 (2:3). 3. Schweiz 2/0 (1:4).
Gruppe B: Italien - Japan 2:0 (20:6, 20:3). Dänemark - Japan 2:0 (20:14, 20:10). - Italien - Dänemark 0:2 (13:20, 10:20). - Rangliste (je 2 Spiele): 1. Dänemark 4 (4:0). 2. Italien 2 (2:2). 3. Japan 0 (0:4).
Kreuzspiele: Deutschland - Japan 2:0 (20:5, 20:8). Schweiz - Italien 2:0 (20:9, 20:15).
Halbfinal: Österreich - Dänemark 2:0 (20:7, 20:6). Deutschland - Schweiz 2:0 (20:14, 20:15).
Spiel um Rang 5: Italien - Japan 2:0 (20:6, 20:13).
Spiel um Rang 3: Schweiz - Dänemark 2:0 (20:10, 2013).
Final: Österreich - Deutschland 2:0 (20:17, 20:13, 20:15).