Die Neuauflage des letztjährigen Finals zwischen Titelverteidiger Jona und Feldmeister Diepoldsau begann mit leichtem Vorteil für die Rheintaler. Diepoldsau gewann den ersten Satz verdient mit 11:7 und führte im zweiten Abschnitt mit 4:0. Selbst ein Timeout von Jona brachte nicht die gewünschte Wende. Bei Diepoldsau erkämpfte sich der Brasilianer Juliano Fontoura Punkt um Punkt, während Manuel Sieber am Netz ein perfektes Blockspiel zelebrierte. Mit 11:5 ging der zweite Satz auch in dieser Höhe verdient an Diepoldsau. Erst im dritten Abschnitt gestaltete sich ein ausgeglichenes Spiel. Doch beim Spielstand von 8:8 unterlief dem neu eingewechselten Lukas Lässer drei Eigenfehler in Serie und Jona wurde der Satzerfolg richtiggehend aufgezwungen. Die dramatische Wende des Spiels dann im vierten Satz. Diepoldsau sah bereits wie der sichere Sieger aus und führte deutlich mit 10:4. Zuerst vergaben sie sechs Satzbälle, danach schaute das Team von Mannschaftsführer Fabian Marthy zu, wie Jona ihren ersten Satzball zum 12:10 verwertete. Mit 2:2 ging es in die zehnminütige Pause und Diepoldsau fand wieder zu ihrem siegreichen Spiel zurück. Beim Stand von 5:4 machte der Brasilianer Juliano Fontoura den Unterschied und erzielte mit vier Winner eine erneut komfortable 9:4-Führung für seine Equipe. Im Gegensatz zum vorangegangenen Spielabschnitt brachten die Rheintaler diesmal den Satz sicher nach Hause. Jona gab jedoch nie auf und erkämpfte sich eine 6:2-Führung im vermeintlich letzten Satz. Aber Diepoldsau drehte den Spielabschnitt noch einmal und hatte beim Spielstand von 10:8 gar zwei Matchbälle. Anstelle die Partie für sich zu entscheiden, verwertete Jona ihrerseits den dritte Satzball zum 3:3-Ausgleich. Die Zuschauer freuten sich auf einen alles entscheidenden siebten Satz, denn nachdem die Partie zu Beginn ein Kräftemessen ohne Spielwitz war, so wurde es je länger desto hochstehender. Im Entscheidungssatz vergab Jona nach einem ausgeglichenen Spielverlauf einen Matchball. Danach entschied ein Anspielfehler ihres Angreifers Cyril Jäger die Partie und Diepoldsau gewann zum ersten Meistertitel in der Halle.
Widnau gewinnt 15. Hallenmedaille in Serie!
Der dritte Platz auf dem Podest sicherte sich Widnau. Das Team gewann dank einer kompakten Mannschaftsleistung gegen Rickenbach-Wilen souverän mit 4:1. Damit gewann die Equipe mit dem speziellsten Angriffsduo der Schweiz. Im Service agierte der 38-jährigen Daniel Kehl, während auf der rechten Angriffsseite der bereits erstaunlich abgeklärte 17-jährige Malik Müller Punkt für Punkt gewann. Mit dieser Bronzemedaille gewannen die Gastgeber im Hallenfaustball ihre 15. Medaille in Serie! Ein beeindruckender Leistungsausweis für den Vorzeigeverein Faustball Widnau.
In den Halbfinals gewann Qualifikationssieger Diepoldsau gegen Widnau mit 4:2. Nach einer 3:0-Satzführung kamen die Gastgeber in ihrer Heimhalle noch bis auf einen Satz heran. Mit 11:2 im sechsten Abschnitt entschied Diepoldsau das Rheinland-Derby für sich. Einseitiger verlief das zweite Halbfinalspiel zwischen Jona und Rickenbach-Wilen. Die Joner gewannen eine grösstenteils sehr einseitige Partie mit 4:0.
Meisterpremiere für Oberentfelden-Amsteg
Das Endspiel begann aus der Sicht des fünffachen Hallenmeisters Embrach wie erwartet souverän. Mit 11:7 ging der Teilabschnitt verdient an die Zürcher Unterländerinnen. Doch danach ging nichts mehr. Dafür war Oberentfelden-Amsteg wachgerüttelt und agierte fortan sicher und ohne grosse Eigenfehlerquote. Das Spiel des Qualifikationsvierten war einfach, aber sehr effizient. Mit 11:6 und 11:7 kehrten sie die Partie zu ihren Gunsten. Im vierten Satz vergab Embrach eine 4:1-Führung aus den Händen und geriet gar mit 4:7 in Rückstand. In dieser Phase des Spiels waren es die Eigenfehler auf allen Positionen, welche den Titelanwärter in Bedrängnis brachten. Insbesondere Zuspielerin Nicole Leuzinger war die tragische Figur bei Embrach. Im Halbfinal war sie die überragende Spielerin. Einen Tag später gelang ihr fast nichts mehr. Anders auf der Gegenseite. Oberentfelden-Amsteg bezwang zuerst im Halbfinal den Qualifikationssieger Jona und feierte mit dem 3:1-Sieg im Final gegen Embrach ihren ersten Schweizermeistertitel in der Halle. Matchwinnerin war Andrea Gerber, welche als Angreiferin eine souveräne Leistung zeigte und auch in der Defensive kaum zu bezwingen war. Das Spiel um Bronze zwischen Qualifikationssieger Jona und Titelverteidiger Schlieren war eine knappe Angelegenheit. Die Limmatalerinnen vergaben im ersten Spielabschnitt vier Satzbälle und mussten den Satz doch noch mit 14:12 dem TSV Jona überlassen. Mit 11:4 gelang Schlieren jedoch der Ausgleich, bevor die Spielerinnen aus Jona die Partie dank zwei 11:9-Teilerfolge mit 3:1 gewann. Die grösste Überraschung ereignete sich im Halbfinalspiel zwischen Qualifikationssieger Jona und dem viertplatzierten Oberentfelden-Amsteg. Nach einem 11:6-Auftaktsieg ging bei den St. Gallern nichts mehr. Die Eigenfehlerquote war so gross, dass die Aargauerinnen problemlos den Finaleinzug schafften. Im zweiten Halbfinalspiel schied Titelverteidiger Schlieren mit 1:3 aus. Embrach spielte deutlich solider und machte weniger Fehler. Die entscheidende Schlüsselszene ereignete sich im zweiten Satz, als Embrach in der Satzverlängerung mit 2:0 in Führung gehen konnte. Zwar mussten sie den dritten Spielabschnitt abgeben, doch im vierten Satz folgte ein 11:5-Erfolg der Embracherinnen, was mit der Finalqualifikation gleichbedeutend war.
Text: Daniel Frei, Swiss Faustfall Medienchef
Resultate.
Faustball. Finalevent in Widnau.
Männer.
Final. Diepoldsau - Jona (TV) 4:3 (11:7, 11:5, 8:11, 10:12, 11:6, 12:14, 12:10).
Spiel um Rang 3. Widnau - Rickenbach-Wilen 4:1 (11:6, 4:11, 11:9, 11:9, 9:11, 11:6).
Halbfinal. Diepoldsau - Widnau 4:2 (11:7, 11:8, 11:7, 10:12, 3:11, 11:1). Jona - Rickenbach-Wilen 4:0 (11:7, 11:7, 11:5, 11:6).
Frauen.
Final. Oberentfelden-Amsteg - Embrach 3:1 (7:11, 11:6, 11:7, 11:8).
Spiel um Rang 3. Jona - Schlieren (TV) 3:1 (15:13, 4:11, 11:9, 11:9).
Halbfinal. Jona - Oberentfelden-Amsteg 1:3 (11:6, 9:11, 8:11, 6:11). Embrach - Schlieren 3:1 (11:7, 14:12, 7:11, 11:5).