SANTIAGO. Vier Niederlagen an den Frauen-Weltmeisterschaften war eine zu viel. Die Schweizer Faustballerinnen beenden die Weltmeisterschaften in Chile auf dem enttäuschenden 4. Schlussrang. Der amtierende Europameister Schweiz unterlag zuerst im Halbfinal Deutschland mit 0:3, bevor auch das Spiel um Bronze mit 1:3 verloren ging. Den Weltmeistertitel gewann Brasilien dank eines überraschenden 3:1-Erfolges über Deutschland.
Bereits die Vorrunde verdeutlichte, dass es kein Spaziergang für die Schweizerinnen werden wird, um die anvisierte WM-Medaille zu gewinnen. Nach zwei klaren Siegen gegen Argentinien und Chile folgten die Niederlagen gegen Österreich und Deutschland. Während das 0:3 gegen das Team Austria eine Klatsche war, so gab man gegen Deutschland eine 0:2-Satzführung aus der Hand und verpasste damit den direkten Halbfinaleinzug. Da half auch der 3:1-Erfolg tags darauf über Brasilien nichts mehr. Als viertplatzierte Nation der Vorrunde musste man über die Zwischenrunde die zweite Chance für die Halbfinalqualifikation nutzen. Argentinien, ansonsten ein Gegner, welchen man klar besiegt, war motiviert und die kompakte Teamleistung nahm den Schweizerinnen den Wind aus den Segeln. Der Gegner wurde sichtlich unterschätzt und als man dies bemerkte, war es beinahe zu spät. Doch glücklicherweise liessen die Kräfte bei den Südamerikanerinnen im Endscheidungssatz nach, so dass die Schweizer Frauen dank einem 11:8-Sieg doch noch den Halbfinal erreichte.
Zuerst Schlappe, dann Leistungssteigerung
Das Halbfinalspiel gegen Deutschland wurde zur Machtdemonstration des Gegners. Die Schweizerinnen waren schlicht chancenlos, was das 0:3 deutlich unterstreicht. Da Österreich überraschend klar gegen Brasilien mit 0:3 unterlag, kam es im Spiel um Bronze zum Duell gegen das Team Austria. Der erste Spielabschnitt des wichtigsten Spiels des Turniers für beide Equipen begann mit klarem Vorteil der Österreicherinnen. Der 3:0-Vorsprung verwalteten sie bis zum 8:6. Doch dann gelang ihnen keinen Punkt mehr, während die Schweizerinnen immer stärker ins Spiel fanden. Mit 11:8 gewann das Team von Nationaltrainer Stephan Jundt den ersten Satz. Den Schwung vermochten die Schweizerinnen mitzunehmen und zogen gleich mit 6:1 davon. Doch die Österreicherinnen gaben nicht auf und konnten zum 8:8 ausgleichen. Das glücklichere Ende bei diesem Spielabschnitt hatte schlussendlich der Gegner. Damit war die Partie wieder offen. Nach dem Österreich den dritten Abschnitt klar gewann, musste noch einmal eine Leistungssteigerung her, wollten die Schweizer Frauen die angestrebten Medaille doch noch gewinnen. Doch das österreichische Angriffsduo Lindorfer/Ritschel war deutlich schlagkräftiger und die Schweizer Abwehr bekundete immer wieder grosse Mühe mit dem variantenreichen Angriffspiel des Gegners. Mit 11:7 gewann Österreich auch den vierten Satz und das Spiel um Bronze verdient mit 3:1. Damit verlassen die Schweizerinnen wie bereits vor vier Jahren in Jona eine WM ohne Medaille. Dies ist ein herber Rückschlag, nachdem das Team vor einem Jahr noch den Europameistertitel gewann…
Daniel Frei, Sportjournalist
Resultate.
Frauen. Faustball-WM in Santiago de Chile.
Final. Deutschland - Brasilien 1:3 (4:11, 5:11, 13:11, 9:11). Spiel um Rang 3. Österreich - Schweiz 3:1 (8:11, 11:9, 11:6, 11:7). Spiel um Rang 5. Argentinien - Chile 3:0 (15:14, 11:8, 11:9). Halbfinals: Deutschland - Schweiz 3:0 (4:11, 9:11, 2:11). Österreich - Brasilien 0:3 (8:11, 7:11, 9:11). Zwischenrunde: Brasilien - Chile 3:0. Schweiz - Argentinien 3:2 (4:11, 11:6, 9:11, 11:7, 11:8). Vorrunde: Brasilien - Chile 3:0. Argentinien - Schweiz 0:3 (3:11, 3:11, 6:11). Deutschland - Österreich 3:2. Chile - Schweiz 0:3 (5:11, 6:11, 9:11). Deutschland - Argentinien 3:0. Österreich - Brasilien 1:3. Chile - Argentinien 1:3. Österreich - Schweiz 3:0. Brasilien - Deutschland 1:3. Chile - Österreich 0:3. Argentinien - Brasilien 0:3. Schweiz - Deutschland 2:3 (11:8, 11:8, 9:11, 6:11, 5:11). Deutschland - Chile 3:0. Argentinien - Österreich 0:3. Schweiz - Brasilien 3:1 (2:11, 11:8, 11:9, 11:8). -- Rangliste nach der Vorrunde: 1. Deutschland 10. 2. Österreich 6. 3. Brasilien 6. 4. Schweiz 6. 5. Argentinien 2. 6. Chile 0.