"Nur nicht schon wieder EM-Silber", lautete das Motto bei der Schweizer U21-Equipe. Und als Vorrundensieger qualifizierten sie sich vorzeitig fürs Endspiel. Doch der Auftakt gelang alles andere als nach Mass. Deutschland gewann die ersten beiden Sätze mit 11:9 und 11:6. Über den Kampfgeist fanden die Schweizer Junioren jedoch wieder zurück ins Spiel. Im dritten Satz rannten sie bis zum 9:9 einem Rückstand hinterher. Doch den Satzball nach erstmaliger Satzführung verwerteten die Eidgenossen souverän. Der vierte Satz war ganz in den Händen der Schweizer. Nach dem souveränen 11:6-Teilerfolg erzwangen sie einen Entscheidungssatz. Und nach einer 5:1 und 8:4-Führung schien die langersehnte Goldmedaille schon um die Schweizer Hälse zu hängen. Doch plötzlich ging nichts mehr im Schweizer Team. Sie selbst bauten den Gegner wieder auf und Deutschland nahm das Geschenk dankend an, indem sie noch einmal ihre Klasse aufzeigten. Mit 12:10 ging der Entscheidungssatz nicht unverdient an Titelverteidiger Deutschland. Und den Schweizern blieb einmal mehr nur die zweitoberste Podeststufe.
Drittes EM-Gold für die Frauen
Den Grundstein des Schweizer Erfolges legte die Frauenequipe im Halbfinalspiel gegen Titelverteidiger Deutschland hin. Es war nicht das Resultat von 3:1, sondern vielmehr die Art und Weise, wie der Sieg über die Europameisterinnen der vergangenen drei Austragungen zustande kam. Im Angriff praktisch keine Eigenfehler und in der Abwehr eine Kompaktheit sondergleichen. Und als harmonisierende Equipe mussten sie auch agieren, wollten sie gegen die favorisierenden Österreicherinnen im EM-Endspiel bestehen. Das Finalspiel begann mit einem ausgeglichenen ersten Satz, bei welchem die Schweizerinnen das glücklichere Ende auf ihrer Seite hatten. Der zweite Spielabschnitt wurde zur Machtdemonstration von Irene Schönenberger. Die Schweizer Angreiferin brachte mit ihrer Spielübersicht und druckvollen Abschlüssen die Österreicherinnen zur Verzweiflung. Selbst die drei Punkte des Gegners beim 11:3-Teilerfolg erzielte Schönenberger durch Eigenfehler. Doch ein etwas weniger druckvoller dritter Satz der Eidgenossinnen brachte das Team Austria wieder zurück ins Spiel. Österreich gewann mit 11:6 den dritten Abschnitt. Doch dem hohen Anfangstempo der Schweizerinnen im vierten Satz waren die jungen Österreicherinnen nicht mehr gewachsen. Und auf der Schweizer Seite stand eine kompakte Abwehrmauer. Mit 11:8 gewannen die Schweizer Frauen den letzten Satz und erzielten vor einem begeisterten Publikum nach 2000 und 2004 den dritten Europameistertitel für den Schweizer Frauenfaustball. Bei allen drei Titeln waren Irene Schönenberger und Simone Estermann als wichtigste Teamstützen im Einsatz. Eine beachtliche Leistung.
Daniel Frei, Medienchef Swiss Faustball