Die Wettkämpfe ohne Mannschaftswertung standen bereits im Zeichen der Weltmeisterschaften von Anfang September in Stuttgart, wo die Olympiaplätze für Peking 2008 vergeben werden. Im Hinblick auf dieses Grossereignis war Cheftrainer Sandor Kiraly nicht unzufrieden, denn das Timing stimmt, auch wenn die Zielsetzungen von zwei Diplomrängen nicht ganz erfüllt wurden. Claudio Capelli turnte mit Rückenschmerzen, erreichte aber als Zehnter trotzdem beinahe den Final im Bodenturnen, Niki Böschenstein verfehlte den Barrenfinal um 0,025 Punkte.
Christoph Schärer hatte in einem hochstehenden Reckfinal Pech. Nach dem Winkler-Salto geriet er zu nahe an die Stange und musste einen Zwischenschwung einlegen. Zudem gab es einen Schwierigkeitsabzug, weshalb er gegen die meisten nahezu fehlerlos turnenden Gegner chancenlos blieb.
Gesamthaft war die Streuung der Medaillen erneut gross. Bei den Männern gingen die sechs Gerätetitel an sechs verschiedene Nationen, bei den Frauen waren die Italienerinnen mit dem „Turnfloh“ Vanessa Ferrari, der Weltmeisterin, 1,45 m klein und 35 kg leicht, am erfolgreichsten.
Erwin Hänggi, Medienverantwortlicher Kunstturnen STV