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EM Kunstturnen: Sensationell! Vier weitere Medaillen für unsere Junioren

Renate Ried

Eddy Yusof (TV Bülach, RLZ Zürich) gewinnt Silber am Reck und sammelt zwei weitere Bronzene. Marco Walter (TV Löhningen, KTZ Schaffhausen) holt sich am Sprung Bronze. Damit schreiben die Schweizer Junioren in Montpellier (Fr) die Erfolgsgeschichte weiter: Wie an der bisher erfolgreichsten Junioren Europameisterschaften in Birmingham 2010 gewinnen die Schweizer auch 2012 sechs Medaillen.

«Sensationell, einfach perfekt», strahlt Nachwuchscheftrainer Domenico Rossi: «Ich bin sehr, sehr glücklich. Sechs Medaillen und alle Nationen waren hier!» Zum Schweizer Star entwickelte sich Eddy Yusof, insgesamt reist er mit fünf Medaillen im Gepäck nach Hause. Silber am Reck, Bronze im Team, im Mehrkampf, am Pauschenpferd, an den Ringen. Der Bülacher kann es kaum glauben: «Ich bin mega glücklich. Es ist unbeschreiblich, so viele Medaillen waren unerwartet», so der Turner, der im Oktober 18 Jahre alt wird. Er spricht dabei die Medaille Pferd und Reck an. «Am Pferd profitierte ich sicher von Fehlern der anderen», meint er bescheiden. Eddy Yusof musste als Siebter von Acht Finalisten ans Zittergerät Pferd, viele Konkurrenten vor ihm mussten das Gerät ungewollt frühzeitig verlassen. Eddy Yusof zeigte eine gute aber auch nicht perfekte Übung, er muss beim Ausgang durch den Handstand etwas Nachdrücken, aber sonst sah’s gut aus. Es reichte verdient zu Bronze. An den Ringen und am Reck turnte er souverän. An seinem Paradegerät Barren galt Eddy Yusof eigentlich als Favorit auf eine Medaille. Eddy Yusof gewann als damals 15-jähriger an der Junioren-EM 2010 am Barren Bronze. In Montpellier durfte er als letzter ans Gerät und begann stark doch am Schluss stürzt er beim Doppelsalto gebückt: «Es war sehr schade, ich war wohl schon zu weit draussen am Barren, dort wo die Holmen nicht mehr gleich federn», erklärt er, ergänzt aber rasch, «aber dafür habe ich alle anderen Medaillen!» Schliesslich gewann er insgesamt an dieser EM fünf! Medaillen.

Auch der Schaffhauser Marco Walter ist glücklich, trauert im ersten Moment der Silbermedaille ein klein wenig nach. Der Abstand ist auch extrem klein, lediglich 0,016 Punkte liegt Marco Walter hinter dem Rumänen Daniel Radeanu zurück. Auch zu Gold fehlt nur ein Zehntelpunkt. Dieser Umstand zeigt aber wie hochkarätig der Sprungfinal war. Marco Walter wusste, dass es eng sein würde und ging heute aufs Ganze und zeigte heute seinen Jurtschenko mit einer halben Schraube mehr. Beim Jurtschenko mit 2,5 Schrauben musste er zwar seine Landung etwas korrigieren, doch der Sprung gelang. Auch der Kasamtsu mit Schraube war gut. Am Schluss konnte aber auch er nur noch strahlen: «Es ist einfach schön! Und ja, ich habe eine Medaille. All die Strapazen in den letzten Wochen haben sich gelohnt!» Der Kantonsschüler gesteht, dass sie alle nun müde sind, es war eine anstrengender Zeit, nicht zuletzt von den Emotionen her. Henji Mboyo (TV Opfikon-Glattbrugg), der jüngste im Team beschreibt seine Eindrücke so: «Es ist alles so cool hier! Alles war neu für mich, das Podium, die grosse Halle, die Stimmung und die coolen Fans. Der Onkel von Pablo Brägger hat mich heute ganz laut angefeuert und natürlich meine Mutter», erzählt der 13-jährige. Heute im Gerätefinal an den Ringen staunten viele wie kraftvoll und elegant der feingliedrige Turner sich präsentierte. Er wurde heute guter Sechster. Sein Trainer Aleksandr Krascheninikov kann ihn nur loben: «Henji war super! Mit 13 Jahren steht er schon in einem Final. Und dies war ein Einsatz für die Zukunft. Er ist aufgefallen: Kampfrichter und Trainer kennen ihn nun!»

Ebenfalls in einem Gerätefinal stand heute Christian Baumman (STV Lenzburg). Der Aargauer zeigte heute zum ersten Mal seine erschwerte Reckübung. Das neue Element der Rybalko, eine gesprungen Riesenfelge mit anderthalb Drehung in den Ellgriff, gelingt sehr gut, doch nach dem Durchschub (Adler) kommt er ins Stocken. Schade, denn sonst turnte Christian Baumann sehr sauber. Am Schluss wurde er guter Fünfter. «Ich bin schon etwas enttäuscht, dass es nicht klappte, aber auch zufrieden mit mir, dass meine neue schwierige Übung zeigen konnte.»

Für die Junioren geht eine strenge Woche zu Ende, viel Zeit sich zu erholen bleibt ihnen nicht. Bereits am nächsten Wochenende geht es weiter mit den Schweizer Meisterschaften Kunstturnen Junioren vom 2.-3. Juni 2012 in Romont.

Renate Ried

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