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EM Kunstturnen: Schweiz im Teamfinale auf Rang Sieben

Thomas Greutmann

In einem von vielen Stürzen geprägten Teamfinal der Elite belegt das Schweizer Team den siebten Schlussrang. Gold geht an Grossbritannien, welches Russland und Rumänien auf die weiteren Medaillenränge verweisen kann.

Nach dem erfolgreichen Qualifikationswettkampf musste Cheftrainer Bernhard Fluck für das heutige Teamfinale einige Anpassungen in der Mannschaftsaufstellung vornehmen. Grund dafür war die Fingerverletzung von Teamleader Claudio Capelli. Der Berner, der am Donnerstag nach Pascal Bucher als zweiter Schweizer Turner die Selektionskriterien für die Olympischen Spiele in London erfüllt hatte, biss heute erneut auf die Zähne und startete an vier Geräten. Am Pferdpauschen und Reck wurde er jedoch mit Blick auf die Olympischen Spiele geschont. Die erste interne Ausscheidung um den Schweizer Quotenplatz in London wird am 16. Juni an den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf erfolgen, an welchen Bucher und Capelli ausser Konkurrenz starten werden. „Wir sind sehr froh für das Gastrecht des deutschen Turnerbundes„ bedankt sich Bernhard Fluck. Als zweites Qualifikationsdatum bleibt der 30. Juni bestehen.

Am Reck sprang für Capelli Teamkollege Nils Haller ein. Für Haller ein nicht einfaches Unterfangen. „Ich hatte in den vergangen drei Wochen keine Reckübungen trainiert. Aus diesem Grund bin ich mit meiner Übung zufrieden.“ Neben seinem Auftritt am Reck stand Nils Haller auch an seinen zwei Paradegeräten Ringe und Barren im Einsatz. Mit zwei guten Übungen bestätigte der Seeländer heute seine Finalqualifikation an diesen Geräten. Um Kraft für den morgigen Final zu sparen, zeigte Nils Haller an den Ringen eine erleichterte Übung.
Als Ersatz für Claudio Capelli am Pferd stand Pablo Brägger im Einsatz. Der St. Galler musste zuvor einen Sturz am Boden beklagen und war froh, dass er am Pferd diesen Fehler mit einer guten Übung ausmerzen konnte. „Pferd ist nicht mein stärkstes Gerät. Ich war deshalb sehr froh, dass ich dieses Gerät bereits im Podiumstrainnig testen konnte und somit für den nicht geplanten Einsatz bereit war.“

Glücklich zeigte sich nach dem Wettkampf Oliver Hegi. Insbesondere mit seiner starken Vorführung am Zittergerät Pferdpauschen machte der 19-jährige Aargauer auf sich aufmerksam. „Ich war viel weniger nervös als in der Quali. Der Druck war weg, im Teamfinal konnten wir nur noch gewinnen.“ Sein Trainer Frédéric Forrler ergänzt, „Ich wusste, dass es Oliver technisch drauf hat. Ich habe versucht, vor dem Teamfinal sein Vertrauen in seine Fähigkeiten zu stärken.“

Seine Potential am Pferd nicht ganz abrufen konnte Pascal Bucher. Er vergriff sich in der Mitte seiner Übung, musste improvisieren und liess drei Elemente aus. Er konnte zwar so einen Sturz vermeiden, musste aber dennoch grössere Abzüge in Kauf nehmen. Sein Können stellte der Zürcher Unterländer heute  hingegen am Barren unter Beweis. Mit seiner eleganten Übung unterstrich Bucher sein Potential für eine zukünftige Finalqualifikation an diesem Gerät.

Wie bereits in der Qualifikation gab es auch heute wieder bei nahezu allen Nationen viele Stürze zu beklagen. Einerseits sind die Saisonplanungen der Teams auf die Olympischen Spiele ausgerichtet, andererseits hat bei vielen Nationen das anstrengende Qualifikationsverfahren für die OS London mit den Weltmeisterschaften in Tokio und dem Test-Event in London ihre Spuren hinterlassen. Am Besten in Form zeigt sich heute das Team aus Grossbritannien, das mit einer stabilen Leistuing ihre Konkurrenz aus Russland und Rumänien auf die Silber- und Bronzeplätze verweisen konnte.

Thomas Greutmann

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