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EM Kunstturnen: Maximum rausgeholt: Team im Final, Nils Haller in zwei Gerätefinals

Renate Ried

Die Schweizer Equipe Pablo Brägger, Pascal Bucher, Claudio Cappeli, Nils Haller und Oliver Hegi haben bis zum letzten Gerät gekämpft und als Achte den Teamfinal erreicht. Trotz Fingerverletzung turnte Claudio Capelli den Mehrkampf und wurde im inoffiziellen Mehrkampfklassement Vierter. Das Duell zwischen Capelli und Pascal Bucher um den Startplatz an den Olympischen Spielen kann weitergehen. Brilliert hat Nils Haller: Er qualifizierte sich gleich für zwei Gerätefinals: Ringe und Barren.

Nils Haller (KV Solothurn) kann es kaum glauben: «Es ist unglaublich! Vor allem der Barrenfinal ist eine riesen Überraschung!» Nationaltrainer Bernhard Fluck ist sehr zufrieden mit dem Bieler. «Dass es auch am Barren reichen könnte, hat mir Nils nie geglaubt. Im Gegenteil, er hat mich ausgelacht», erzählt Bernhard Fluck. Nils Haller lacht und bestätigt die Aussage. «An den Ringen wollte ich in den Final. Es freut mich riesig, dass ich sogar ohne perfekte Landung am Schluss den Final erreichte.» Nils Haller beeindruckte vor allem mit seinen sauber geturnten Kraftelementen, wie seine beiden Rollen rückwärts zur Schwalbe und zum Kreuzhang. Beim Abgang dem Tsukahara gestreckt musste er leicht anbücken und die Landung mit einem kleinen Schritt korrigieren. Gleich nach der Landung ballte Nils Haller die Fäuste, das ganze Team und die vielen mitgereisten Fans jubelten. Der Finalplatz war in greifbarer Nähe. Die Euphorie befreite den Bieler vom Druck, so dass er am Barren nochmals zuschlagen konnte. «Ich danke allen, ohne Mannschaft hätte ich das nie erreicht. Wir sind ein super Team», so Nils Haller, «dass wir im Team noch einmal antreten können ist genial. Wir haben alle hart gearbeitet, dies ist der verdiente Lohn.»

Den Teamwettkampf eröffnete der 19-jährige Pablo Brägger am Reck mit einer sauberen Übung. Auch Oliver Hegi und Claudio Capelli kamen gut durch. Dieser gelungene Start war für alle sehr wichtig. Die Vorbereitungen im Vorfeld mit der Verletzung von Lucas Fischer und der Fingerverletzung im Podiumstraining hier in Montpellier von Claudio Capelli war alles andere als ideal. «Ich bin extrem froh, dass wir alles geben konnten. Die Verletzung von Lucas und Claudio war ein grosser Rückschlag für uns», erklärte auch Pablo Brägger. Auch für Pascal Bucher war die Vorbereitung auf diese EM alles andere als optimal. Aufgrund seiner Schulterprobleme konnte Bucher erst seit drei Wochen wieder unter voller Belastung trainieren. Unter anderen Bedingungen wäre heute vielleicht noch mehr möglich gewesen. Insbesondere am Barren lag eine Finalqualifikation für Bucher in Reichweite. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Mannschaftsresultat. Am Barren habe ich mich beim Healy vergriffen und musste einen Zwischenschwung in Kauf nehmen», ärgerte sich der Zürcher ein wenig.

Das Schweizer Quintett zeigte ausser am Pferdpauschen eine gute Teamleistung. Die Qualifikation für den Teamfinal wurde im Vorfeld von einigen angezweifelt, das Team kämpfte und erreichte die Zielstellung des Verbandes. Auch Oliver Hegi hätte nicht erwartet, dass es reicht. «Ich freue mich riesig, als ich Nationen wie Russland und die Ukraine sah, dachte ich das reicht nicht.» Etwas unerwartet schlugen die Schweizer Nationen wie Italien und Spanien. Spitzensportchef Felix Stingelin ist sehr zufrieden: «Nach den Problemen im Vorfeld und an der EM bin ich sehr glücklich über diesen Ausgang. Stolz bin ich auf Nils Haller.» Glücklich sind die Verantwortlichen auch, dass Claudio Capelli seine Türe für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London offen halten konnte. «Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Es war sehr schwierig für mich, auch im Kopf. Ich bin soweit zufrieden mit mir, trotz Sturz. Ich musste ein paar Übungen erleichtern, daher bin ich mit dem Resultat glücklich», der sichtlich erleichterte Claudio Capelli.

Renate Ried

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