Noch ganz benommen von den vielen Eindrücken von ihrem ersten grossen Finale, wollte Ilaria Käslin (SFG Chiasso) am Liebsten noch einmal zurück und ihre Stufenbarrenübung wiederholen. Ilaria Käslin‘s Einstieg in den EM-Mehrkampffinal glückte nicht nach Wunsch: Beim Startgerät Stufenbarren verpasste sie den Griff nach einer hohen Tkatchevgrätsche. „Obwohl ich den Holmen spürte konnte ich nicht halten, das Leder hat schlecht gehalten“, ärgerte sich Ilaria Käslin über das Missgeschick. Konzentriert ging sie aber ans nächste Gerät, den Balken. Ruhig turnte sie Schwierigkeiten wie Flic – Spreizsalto auch der Ausgang die Doppelschraube gelang gut - 13.333 (5.0), die hohe Note. Am Boden präsentierte sie mit viel tänzerischem Flair ihre Übung. Beim Sprung, einem Jurtschenko (Rondatsprung) mit einer gehockten Schraube musste sie die Landung mit einem Schritt korrigieren. Ausser dem Stufenbarren wirklich ein gelungener Auftritt des Talentes. Nachwuchscheftrainer Nicolas Gitteau lobt Ilaria Käslin trotz Sturz: „Ilaria hat sehr gut reagiert und konzentriert weiter geturnt.“
Ilaria Käslin selber ist nicht zufrieden mit ihrem Auftritt, wenn sie turnt will sie alles geben. Die junge Tessinerin wird im Sommer ins nationale Verbandszentrum nach Magglingen wechseln. Sie freut sich sehr darauf, als Hauptgrund nennt sie, dass sie dann noch mehr Stunden trainieren kann. Ihr Fernziel ist klar die Teilnahme an den Olympischen Spiele 2016 in Rio. Auch wenn sie am Balken am Besten turnt, nennt sie es nicht als ihr Lieblingsgerät, sie liebt alle Geräte. „Warum ich am Balken am Besten bin, weiss ich nicht“, Ilaria Käslin nach einer Erklärung suchend, dann kommt ihr in den Sinn, „dank Monia, dank der guten Basis von Monia!“ Monia Marazzi, ihre Trainierin im RLZ Tessin strahlt. „Ilaria ist eine sehr talentierte Turnerin, ich bin sicher, dass sie es weit bringen wird.“ Die Gene der Käslin‘s sind offensichtlich prädestiniert fürs Kunstturnen. Weit entfernt ist Ilaria verwandt mit Ariella Kaeslin. Der Name Käslin wird im Kunstturnen auf alle Fälle weiterhin genannt werden.
Renate Ried
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