Leider glückte den Schweizer Juniorinnen kein fehlerfreier Wettkampf, so dass zwei Stürze in die Teamwertung kamen. Sehr gut präsentiert hat sich die amtierende Juniorinnen Schweizer Meisterin Ilaria Käslin. Insbesondere am Balken konnte die Tessinerin überzeugen. Souverän zeigt sie unter anderem Flic-Spreizsalto oder das freie Rad auf dem nur 10cm breiten Balken, die Landung des Ausganges, der Doppelschraube muss sie leicht korrigieren. Zu Recht strahlt sie und fällt ihrer Trainerin Monia Marazzi glücklich in die Arme. Am Schluss fehlten ihr lediglich 0,333 Punkte für den Einzug in den Gerätefinal. Auch hier wird sie 15. von 90 Balkenturnerinnen. „Ich habe einfach nicht daran gedacht, dass ich heute an der EM turne“, erklärte die 14-jährige Tessinerin ihr Erfolgsrezept. „Dabei ist hier alles so gross und wir schlafen im selben Hotel, wie die Russinnen“, wunderte sie sich.
Das Zittergerät Balken wurde den Schweizerinnen zum Verhängnis. An diesem Gerät klassierten sie sich als 14. an den anderen drei Geräten wurden sie jeweils Neunte. Der Rückstand von nur 0,826 Punkten auf den 10. Rang hätte aber auch an den anderen Geräten aufgeholt werden können. „Wir haben die Zielstellung als 13. nicht erreicht, aber wenn ich die Punkte ansehe war es eine knappe Entscheidung. Ein Punkt mehr, beziehungsweise ein Sturz weniger und es hätte gereicht. Es fehlte unseren Turnerinnen an Erfahrungen“, so Spitzensportchef Felix Stingelin. Der Nachwuchs Cheftrainer Nicolas Gitteau sieht trotz der Enttäuschung positives: „Auch wenn es ein negatives Erlebnis war, hilft es den Mädchen auf ihrem Weg zur Spitzenturnerin. Europameisterschaften sind nicht zu vergleichen mit anderen Wettkämpfen, diese Erfahrungen werden sie mitnehmen.“ Nicolas Gitteau bedauert es, dass es keine zweite Schweizerin in den Mehrkampffinal geschafft hat. Laura Schulte (RLZ Aargau) und Nicole Hitz (RLZ Zürich) hätten das Potential dazu gehabt. Nach den Sommerferien werden Ilaria Käslin, Laura Schulte und Nicole Hitz ins Verbandszentrum nach Magglingen wechseln. Zoltan Jordanov, Cheftrainer der Elite muntert die enttäuschte Schulte und Hitz auf: „Ihr seid noch jung, es war nicht so schlecht, lernt für die Zukunft.“ Laura Schulte wurde 32. und Nicole Hitz 36.
Renate Ried
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