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EM Kunstturnen: Bronze! Giulia Steingruber gewinnt ihre erste EM-Medaille

Renate Ried

Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Giulia Steingruber wird im Sprungfinal Dritte und gewinnt damit ihre erste Medaille an Europameisterschaften.

Die Spannung war für uns Schweizer im Sprungfinale kaum auszuhalten. Über die Startreihenfolge im Final der Acht besten Turnerinnen entscheidet das Los. Giulia Steingruber war als Letzte an der Reihe. „Ich war sehr nervös vor meinem Einsatz“, so die 18-jährige. Damit sie aufgewärmt bleiben konnte und sich in Ruhe konzentrieren konnte, ging Giulia Steingruber zurück in die Einturnhalle. Sie bekam nur wenig mit, was ihre Konkurrenz zeigte. Bereits als zweite sprang die Titelverteidigerin Sandra Izbasa (Rum) und sie legte die Messlatte hoch. Gegenüber der Qualifikation erschwerte sie einen ihrer Sprünge und zeigte den Rondat mit 1/2 Dr zum Überschlag mit Salto vorwärts mit ganzer Schraube (Quali: halbe Schraube) – 14.90 (D-Wert 6,1). Auch der zweite Sprung war gut. Die 14,883, der Durchschnitt beider Sprünge, wurden bis zum Schluss nicht überboten. Auch Oksana Tschussowitina überzeugte einmal mehr - Schnitt: 14.683. Giulia Steingruber zeigte als ersten Sprung einen sehr hohen „Tschussowitina“, musste nur die Landung etwas korrigieren - 15.216 (6.3), wow, die höchste Note aller Sprünge. Nun kam die Frage: Welchen Sprung würde sie zeigen? Im Podiums-Einturnen hatte sie beide eingeturnt, den Tsukahara mit einer, wie auch mit 1,5 Schrauben. Zoltan Jordanov und Giulia Steingruber hatten schon nach dem Einturnen entschieden, kein Risiko einzugehen. Der Tsukahara mit einer Schraube gelang, nicht perfekt, aber gut. Die ersehnte Medaille wurde Realität. „Endlich, ich kann es noch kaum fassen“, strahlte die St. Gallerin und ergänzte, „ich wollte nichts riskieren, ich kann ja dann in London Vollgas geben.“ Doch zuerst wird sie eine Woche Ferien geniessen.
Das Missgeschick an der EM 2011 in Berlin kann sie nun endlich ganz abhaken. Nachdem sie in den beiden Mehrkampfwettkämpfen für den "Tschussowitina" jeweils die höchste Sprungnote erzielt hatte, stürzte sie im Gerätefinal. Giulia Steingruber gesteht, dass sie dieses Video nicht so gerne ansieht. An ihren perfekten "Tschussowitina" vom Mehrkampf Berlin hingegen erinnert sie sich gerne und schaute ihn sich auch immer wieder einmal an.
Auch Spitzensportchef Felix Stingelin freut sich mit Giulia Steingruber. „Super! Dies ist für Giulia ein sehr positives Ereignis, welches sie mit nach London nehmen kann“, so der Baselbieter und ergänzt, „natürlich ist diese Medaille auch für den STV sehr wichtig.“ Er dankt allen Trainern und Trainerinnen: „Eine Athletin ist immer ein „Produkt“ aus vielen Stationen, alle Trainerinnen und Trainer, die der Vergangenheit sowie die heutigen haben ihren Teil dazu beigetragen."

Insgesamt wurde heute an vier Geräten um EM-Edelmetall gekämpft. Die erfolgreichste Nation war Rumänien, neben Gold am Sprung durch Sandra Izbasa, ging Gold am Balken an Catalina Ponor und Gold am Boden an Larisa Iordache. Gold am Stufenbarren gewann die Russin Viktoria Komowa.

Renate Ried

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