News

Ariella Kaeslin tritt vom Spitzensport zurück

Die Kunstturnerin Ariella Kaeslin (23) gibt nach zehn Jahren im Nationalkader per sofort den Rücktritt vom Spitzensport bekannt. Höhepunkte ihrer Karriere gibt es viele, keine andere Schweizer Kunstturnerin war je so erfolgreich. Die dreifache Schweizer Sportlerin des Jahres gewann an den Weltmeisterschaften 2009 in London Silber am Sprung, an den Europameisterschaften 2009 in Mailand Gold am Sprung und Bronze im Mehrkampf, an den Olympischen Spielen 2008 in Peking wurde sie ausgezeichnete Fünfte im Sprungfinal.

Die Luzernerin begründet den Rücktritt nach über zehn Jahren Spitzensport mit den Worten: «Ich wäre nicht mehr imstande gewesen, mit letzter Konsequenz Spitzensport zu betreiben. Damit hätte ich auch die Ansprüche, die ich an mich stelle, nicht mehr erfüllen können. Ich habe auf meinen Körper sowie mein Herz gehört und so diesen Entschluss gefasst.» Die Jahre des totalen Einsatzes und der Fokussierung nur auf das Ziel, immer besser zu werden, haben ihre Spuren hinterlassen, mental und körperlich. Vor sieben Wochen nahm sich Ariella Kaeslin eine Auszeit. Eine Auszeit im Sinne eines Tapetenwechsels, einer aktiven Regeneration. Sie trainierte in der «Swiss Olympic Sport Medical Base» in Luzern sowie in den Regionalen Leistungszentren (RLZ) in Littau und im RLZ Aargau in Niederlenz. Nun hat sie sich entschieden, nicht mehr nach Magglingen zurückzukehren und verzichtet auf die Teilnahme an den Weltmeisterschaften Anfang Oktober in Tokio und damit auch auf eine mögliche Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London. «So trete ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Zum einen tut es weh, Abschied zu nehmen, zum anderen freue ich mich auf den neuen Lebensabschnitt mit seinen vielen Perspektiven. Meine Zukunft ist so offen wie seinerzeit, als ich mit dem Spitzensport anfing. Ich bin voller Tatendrang und selber gespannt, was sie mir bringt.»

Felix Stingelin, Chef Spitzensport des Schweizerischen Turnverbandes (STV), bedauert, dass die erfolgreichste Athletin des STV im Jahr der Olympia-Qualifikation zurücktritt. «Selbstverständlich respektiere ich ihren Entscheid. Ariella Kaeslin war lange aktiv und hat grosse Erfolge für sich und den Schweizerischen Turnsport erreicht. Dank ihr rückte das Kunstturnen der Frauen ins mediale Licht. Für viele Turnerinnen war und ist sie ein Vorbild. Ich wünsche ihr für die Zukunft alles Gute.» Für die Zukunft des Schweizer Frauen-Kunstturnen macht sich Felix Stingelin keine Sorgen: «Wir gehen zuversichtlich an die Weltmeisterschaften in Tokio. Das Team wird sich rund um Giulia Steingruber neu formieren.»

Die Verabschiedung von Ariella Kaeslin findet zu einem späteren Zeitpunkt in einem offiziellen Rahmen statt.

Renate Ried, Medienchefin STV

Sponsoren

Sponsoren

Platin Partner

Gold Partner

Silver Partner

Bronze Partner