LL – Lausanne oder Luzern 2025?

3. September 2018

Am Samstag, 1. September 2018 diskutierte die STV-Führung, im Rahmen der Herbst-Verbandsleiterkonferenz (H-VLK), mit seinen Delegierten aus den Turnverbänden über die (spannende) Zukunft des grössten Sportverbandes der Schweiz: dem STV. Dies im «Haus des Sports» in Ittigen b. Bern. Die Themenspanne war breit. Sie bekam mit den beiden ETF-2025-Bewerbungspräsentationen aus Luzern und Lausanne gar noch eine historische Komponente, wie sie nur selten vorkommt auf dem grossen STV-Dampfer.

«Wir können einen neuen Europameister feiern. Oliver Hegi hat an der EM in Glasgow eine spektakuläre Reckübung gezeigt. Ihr alle in diesem Raum seid mitverantwortlich für die Leistungen unserer Kaderturnenden. – Vielen Dank», so begrüsste Erwin Grossenbacher (Neuenkirch, Zentralpräsident STV) die Verbandsdelegierten an der H-VLK 2018 im «Haus des Sports»  in Ittigen b. Bern. Grossenbacher weiter: «Nicht nur die Spitze begeisterte. Was ich im vergangenen Turnfest-Juni sah, war ebenfalls Spitze und bereitete Vorfreude auf das Eidgenössische Turnfest 2019 in Aarau.» Nach der Begrüssung des «höchsten» Turnfunktionärs des Landes, stimmte dieser auf die kommenden zwölf H-VLK-Traktandenpunkte ein.

2019 – ein spezielles Turnjahr
«Der STV ist in einer komfortablen Lage», so formulierten Felix Mangold (ZV, Finanzverantwortlicher) und Kurt Hunziker (Abteilungschef Finanzen) den Einstieg in den Finanzteil. Das Budget 2019 schliesst, bei einem Gesamtumsatz von 21 Millionen, mit einem Aufwandüberschuss von 123000 Franken. Hunziker lieferte Details zur finanziellen STV-Grosswetterlage. «2019 ist, mit dem ETF in Aarau und der 16. Welt-Gymnaestrada in Dornbirn, ein spezielles Turnjahr, auch finanziell», so Hunziker. Roland Meli (GPK-Präsident) bestätigte die Seriosität der Budgetierung für 2019. Das Budget (Mitgliederbeiträge wie bisher) bestand den Konsultativ-Abstimmungstest problemlos. Definitiv entscheidet die STV-Abgeordnetenversammlung am dritten Oktoberwochenende über das STV-Budget 2019. Im ETF-Jahr sollen zudem die Beitragsstrukturen überprüft werden.

Swiss Faustball und …
Hanspeter Jud (Mitglied ZV STV) informierte das H-VLK-Plenum über den neuen Vertrag mit der Sport Union Schweiz (SUS) betreffend der offiziellen Führung von Swiss Faustball. Durch den STV-Beitritt vom SATUS hat sich die Ausgangslage verändert. Der Vertrag regelt die Verbindlichkeiten der Parteien vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2022.

… die STV-Jubihalle in Magglingen
1982 wurde für 3,85 Millionen Franken in Magglingen die Jubiläumsturnhalle (150 Jahre ETV, heute STV) gebaut. In der Halle werden CH-Turntalente zu Europameistern (Hegi) gemacht. Nach fast 40 Jahren Betrieb ist die Infrastruktur in die Jahre gekommen: Was nun? Es besteht Sanierungsbedarf. Soll die Halle an die Schweizerische Eidgenossenschaft abgetreten werden (Nutzungsrecht STV) oder in STV-Händen bleiben? «Die Halle sollten wir nicht aus den Händen geben. Als grösster Turnverband sollte es doch möglich sein, eventuell mit projektbezogenem Geld von den Mitgliedern, so eine Sanierung zu stemmen» äusserten sich Frank Günthardt (Präsident Turnverband Zürich), Jörg Sennrich (Präsident Turnverband Aargau) und Marcel Bösch (Präsident Turnverband Glarus). Das Sanierungsthema ist eine Herausforderung und wird die STV-Verantwortlichen noch weiter beschäftigen.

Der Fachtest Allround …
Die Verantwortlichen aus der STV-Geschäftsleitung in Aarau, lieferten den Delegierten Infos aus ihren Bereichen. Breitensportchef Jérôme Hübscher zeigte auf, was mit der STV-Contest-EDV-Lösung, bezüglich Turnfest-Statistikdaten, alles möglich ist. Die absolut beliebteste TF-Disziplin war 2018 übrigens der Fachtest Allround. «Die vielen Daten erlauben es, Korrekturen und Anpassungen in den Bewertungen einfliessen zu lassen», so Hübscher. Über die «europäische Datenschutz-Grundversorgung» und mögliche Berührungspunkte für die Verbände referiert Renata Loss Campana (STV-Verbandsjuristin).

… SVK-«Apéro-Häppchen»
Als «Apéro-Häppchen vor dem Essen» (O-Ton) informierte die Seeländerin und SVK-VK-Präsidentin Brigitte Häni, dass die SVK-Ausschüttung von 2017 an den STV 100000 Franken betragen wird: ein schönes Häppchen, das natürlich mundet. «Wir bei der Sportversicherungskasse, SVK, freuen uns schon jetzt auf das 100-Jahr-Jubiläum 2019. Aus diesem Grund werden wir uns im ETF-Jugendbereich finanziell engagieren. Infos folgen», so Häni.

Das ETF 2025 am See – an welchem?
Nach den «Mittags-Häppchen» (geniale Pasta) bekam die H-VLK in Ittigen bei Bern noch eine historische Komponente. Für das Traktandum «Kandidaturen ETF 2025» marschierten zwei Bewerbungs-Teams auf: aus Lausanne («Une grande fête le long des rives du Lac, au Coeur de la capitale olympique») und Luzern («Turnen im Herzen»). 17 Jahre sind vergangen, seit sich 2001 im Urnerland, an der STV-Abgeordnetenversammlung in Altdorf, zwei Verbände (Thurgau, St. Gallen) um das ETF 2007 bewarben. Bekanntlich machte damals Frauenfeld das Rennen.

… genau, welcher See 2025?
Endgültig wird die kommende Abgeordnetenversammlung vom 20./21. Oktober 2018 (Aarau/Suhr) über den ETF-Ort 2025 entscheiden. Der Zentralvorstand und die Geschäftsleitung STV stellen fest, Basis ist ein erstellter Evaluationsbericht, dass beide Bewerber «sehr gute Voraussetzungen» für die ETF-2025-Durchführung haben. Die Kandidatur-Verbände haben, oder hatten vor der VLK, noch zwei Präsentationsplattformen: An der H-VLK und in rund sieben Wochen noch einmal an der AV. Beide Bewerbungs-Riegen zeigten sich top vorbereitet.

Vierwaldstättersee …
Für Luzern griff der aktuelle Luzerner Ständerat Damian Müller (Hitzkirch) in die verbalen «Turnen-im-Herzen»-Tasten. «Luzern ist herzlich, die Anreisezeiten aus der ganzen Schweiz sind optimal. Luzern ist verlässlich und bereits heute Ausrichter von grossartigen Sportanlässen. Wir sind auch stolz auf unsere Fasnacht. Die Luzerner-Allmend ist ETF-erfahren. In sieben Minuten sind die Turnenden vom Bahnhof im Herzen vom ETF 2025. Mit Stadtbühnen soll die ganze Stadt ETF werden», so ein überzeugender Damian Müller zum VLK-Plenum. Müller weiter: «Eine Stadt, drei Kantone, wir wollen eure Gastgeber sein, mit viel Turnen in den Herzen.» Die Ausführungen von Müller wurden mit herrlichen Filmaufnahmen untermauert, die viel Turnlust auf Luzern machen.

«Wir freuen uns sehr: Kommt 2025 nach Luzern.»


… oder Genfersee?

Die Lausanner-Riege teilte sich die Bewerbungs-Referate auf. Oscar Tosato (Stadtrat, Sportminister Lausanne) startete die Vorstellung. «Wir freuen uns auf das ETF 2025. Mit diversen Weltmeister- und Europameisterschaften, der 14. Welt-Gymnaestrada, dem Lausanne-Marathon habe wir bewiesen, dass wir in einem idyllischen Umfeld auch ein ETF organisieren können. Ich garantiere, dass für das ETF 2025 alles bereit sein wird. Wir wollen die deutschschweizer Turnenden mit einem Hauch Romandie überraschen», so Tosato. Die aufbereiteten Filmsequenzen zeigten die vielen am Genfersee gelegenen Sportanlagen.

«Wir freuen uns sehr: Kommt 2025 nach Lausanne.»


Stéphane Détraz, der bekannte Top-Ten-Geräteturner vom FSG Morges, bestätigte, dass sich auch die jungen Waadtländer-Turner/-innen stark mit dem ETF 2025 identifizieren würden. «Turnen hat bei uns einen hohen Stellenwert. Kommt zu uns, wir begrüssen die Schweiz, wir begrüssen den Austausch und wir freuen uns», schloss Cédric Bovey (Präsident Kantonalturnverband Waadt) die Präsentation ab. Die Ausführungen der Protagonisten aus dem Westen und die tollen Bilder machen ebenfalls viel Turnlust auf Lausanne.

Ein ETF-2025-Fazit-Versuch
Die AV-Verbandsdelegierten sind am dritten Oktoberwochenende (Aarau/Suhr) nicht zu beneiden. Mit Lausanne und Luzern werden ihnen in sieben Wochen noch einmal zwei Top-Bewerbungen vorgelegt werden. Beide Kandidatur-Orte bieten die Sport-Infrastrukturen, die ÖV-Verbindungen und die Orte, an denen der gesellschaftliche Festteil gepflegt werden kann: und beide Orten haben eine See.

1991 fand in Luzern das letzte «Eidgenössische» statt, 1978 in Genf das letzte «Eidgenössische» in der Westschweiz. – Die STV-Abgeordneten entscheiden im Oktober, wo es 2025 ETF-mässig ab geht. Die Spannung ist gross.

Text und Fotos: Peter Friedli

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