Ehammer und Kälin überflügeln die Konkurrenz

10. August 2020

Der König und die Königin der Schweizer Leichtathletik behalten ihren Titel für ein weiteres Jahr. Annik Kälin (AJ TV Landquart; 6167 Punkte) und Simon Ehammer (TV Teufen) haben die Schweizer Meisterschaften im Mehrkampf in Langenthal dominiert und krönten sich, wie bereits im Vorjahr, mit dem Meistertitel. Ehammer hat mit 8231 nicht nur einen Schweizer U23-Rekord realisiert, sondern stellte zugleich auch die Jahres-Weltbestleistung auf.

Dass Annik Kälin und Simon Ehammer diesen Sommer in bestechender Form sind, haben die 20-jährige Bündnerin und der ebenfalls 20-jährige Appenzeller bereits vor wenigen Wochen am Mehrkampf-Meeting in Amriswil mit jeweils persönlicher Bestleistung gezeigt. An den Schweizer Meisterschaften im Mehrkampf in Langenthal vom 8./9. August haben die beiden STV-Leichtathleten ihr Können nun erneut eindrücklich unter Beweis gestellt. Allen voran der TV-Teufen-Athlet, der mit 8231 Punkten nicht nur eine erneute persönliche Bestleistung realisierte, sondern zugleich auch einen Schweizer U23-Rekord aufstellte. Als Sahnehäubchen führt Simon Ehammer nun auch die Jahres-Weltbestenliste an.
Insgeheim strebte der Appenzeller zum Abschluss des zweitägigen Wettkampfes im 1500-Meter-Lauf eine Zeit von 4:40 Minuten an, was in der Endabrechnung gar Schweizer Mehrkampf-Rekord bedeutet hätte. «Leider hat es nicht ganz gereicht. Die Zeit von 4:42,54 zeigt aber, dass auch in dieser Disziplin meine Formkurve stimmt», kommentiert Ehammer seine persönliche Bestleistung über diese Distanz. Für den Appenzeller hat der Wettkampf am Sonntagabend im Stadion Hard so geendet, wie er am Samstagmorgen gestartet hatte – mit einer persönlichen Bestleistung.

Perfekter Start in den zweiten Wettkampftag
Insgesamt war der 20-Jährige in sechs von zehn Disziplinen so gut, wie noch nie zuvor. «Dass mir diese Saison ein Wettkampf mit einer Endpunkzahl von über 8200 Punkten gelingt, damit hätte ich zu Beginn des Jahres nicht gerechnet», so Ehammer weiter. Der Appenzeller glänzte nicht nur am Samstag, allen voran mit seiner hervorragenden Zeit über 100 Meter (10,50 Sekunden). Er wusste auch am Sonntag einen optimalen Start in den Tag zu erwischen, was sich mit einer Zeit von 13,73 Sekunden über 110 Meter Hürden wiederspiegelte.
Mit seinem Punktetotal von 8231 Zählern verbesserte Ehammer nicht nur seinen bisherigen Bestwert (8029) um 202 Punkte, sondern auch den nationalen U23-Rekord von Beat Gähwiler um 142 Punkte. In der nationalen Allzeit-Bestenliste liegt Ehammer damit an dritter Stelle. Für den Schweizer Rekord fehlten ihm 13 Zähler. Eine persönliche Bestleistung in der Endabrechnung lieferte in Langenthal nicht nur Simon Ehammer, sondern auch die beiden Baselbieter Finley Gaio (SC Liestal) und Matthias Steinmann (LV Frenke), welche das Zehnkampf-Podest komplettierten. Gaio gewann mit 7668 Zählern Silber, Bronze ging mit 7411 Punkten an Steinmann.


Annik Kälin nimmt eine nächste Bestmarke ins Visier.

Drei Punkte fehlen zur Bestleistung
Hauchdünn verpasste die Titelverteidigerin im Siebenkampf der Frauen, das gleiche Meisterstück wie Ehammer. Mit 6167 Punkten fehlten Annik Kälin drei Zähler für eine persönliche Bestleistung. Doch auch so zeigte Kälin bei ihrer Titelverteidigung in Langenthal einen starken Wettkampf. Insbesondere am ersten Wettkampftag, an dem die TV-Landquart-Athletin im Hochsprung mit 1,81 Meter so hochsprang, wie noch nie zuvor in ihrer Karriere. Gefolgt von einer weiteren persönlichen Bestleistung im 200-Meter-Lauf (24,26 Sekunden). Kälin freute sich nach dem Wettkampf deshalb vor allem über ihre Bestleistungen. «Nun muss ich es einfach in allen Disziplinen schaffen, konstante Leistungen abrufen zu können. Mit meiner Punktzahl bin ich aber sehr zufrieden», blickte die Bündnerin in die Zukunft. Eine Zukunft, in der sie zu gerne den Landesrekord von Géraldine Ruckstuhl (6391) anvisieren möchte. «Wenn alles aufgeht, ist eine ähnliche Punktzahl im nächsten Frühling durchaus möglich. So wären auch meine Chancen für die Olympischen Spiele in Tokio grösser», sagt Kälin. Hinter der Bündnerin realisierten sowohl die Zweitplatzierte Celine Albisser (LV Frenke; 5806 Punkte) als auch Bronze-Medaillengewinnerin Sandra Röthlin (LA Nidwalden; 5653) persönliche Bestleistungen. Hingegen nicht an den Start gegangen ist neben Caroline Agnou (Satus Biel-Stadt, Pfeiffersches Drüsenfieber) Géraldine Ruckstuhl (STV Altbüron). Die U23-Europameisterin musste wegen einer Fussverletzung auf einen Start verzichten.

Mit persönlichen Bestwerten zu Gold
Das Sommerwetter liess an diesem Wochenende auch in den weiteren Mehrkampf-Katergorien die Atheltinnen und Athleten sprichwörtlich in der Sonne erstrahlen. Den sowohl in der U20 als auch in der U18 und der U16 erkämpften sich die Siegerinnen und Sieger mit jeweils persönlicher Bestleistung die Goldmedaille. Im Zehnkampf der U20 ging der Titel an Fabian Amherd (LC Turicum). Derweil die Sieger im U18-Zehnkampf Lars Mäsing (TV Brunnen) und im U16-Sechskampf Cédric Deillon (TV Teufen) heissen. Den Titel im U20-Siebenkampf der Frauen gewann Emma Piffaretti (US Ascona). Im U18-Siebenkampf setzte sich Elena Debelic (LAS Old Boys Basel) durch. Livia Fuchs (LGKE Küsnacht-Erlenbach) entschied derweil den U16-Fünfkampf für sich.

Text und Fotos: Thomas Ditzler

Bildlegende ganz oben: Simon Ehammer (Startnummer 27) läuft an der SM in Langenthal seiner Konkurrenz sprichwörtlich davon und realisiert Jahres-Weltbestleistung im Zehnkampf.

Weitere Informationen und Ranglisten unter www.swiss-athletics und www.lvl.ch

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