«Chrigu», der neue König und die Turner

26. August 2019

Die Schweiz hat einen neuen Schwingerkönig. Am Sonntag, 25. August 2019, um 17 Uhr, war es am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Zug soweit: Der Berner Sennenschwinger Stucki «Chrigu» Christian (Lyss) legte im Schlussgang Wicki Joel (Sörenberg), nach einem resoluten Zug, auf den Rücken. ETF-2019-Natu-ETF-Sieger Imhof Andi und Silberturner Bieri Marcel holten ihre erstrebten eidgenössischen Kränze.

Der dritte ESAF-Tag in Zug bot alles, was Schwingkenner/-innen lieben. Heisse, mehr oder weniger kompetente Diskussionen über Rückenlagen, Kaffee-Schnaps in aller Herrgottsfrühe, spannenden Schwingsport, einen lockeren Bundespräsidenten, bestes Wetter, La-Ola-Wellen noch und nöcher, viel Brauchtum, kräftige Steinstösser und am Schluss einen würdigen König. Die 56500 Zuschauer/-innen in der «Zug Arena» bekamen alles. Und sie bekamen mit dem Stucki «Chrigu» einen König, der wiederum aus dem Bernbiet heraus regieren wird. Das Stucki-Notenblatt weist sechs Siege (Reichmut Pirmin, Bieri Christoph, Suppiger Werner, Herger Matthias, Schneider Domenic, Wicki Joel) und zwei Gestellte (Wicki Joel, Armon Orlik) auf. «Wenn ich gesund bleibe, möchte ich noch drei Jahre weitermachen und 2022 in Pratteln noch einmal dabei sein. Es ist halt auch sehr viel Leidenschaft dabei», so Stucki zu ganz vielen Medienleuten.

ETF-Natu-Turner holten Kränze
Die 54 qualifizierten ESAF-Turnerschwinger schlugen sich an den zwei Tagen ordentlich. Für ganz an die Spitze reichte es nie. In den Top-20 sind am Schluss zwei «weisse» Turner vertreten. Die beste Klassierung (5a) sicherte sich mit 76,50 Punkten von Weissenfluh Kilian (BKSV). Bieri Marcel (ISV, STV Menzingen, ETF Natu-Silber 2019) liegt auf dem Platz 6b (76,0). Der ETF-Natu-Sieger liegt auf Platz 11f: «Mein ESAF-Ziel war klar der Kranz. Das habe ich geschafft, ich bin glücklich. Gegenüber dem ersten Tag konnte ich am Sonntag Boden gut machen. Zug war letztes ESAF», so Imhof auf Nachfrage.
Von den insgesamt 44 ESAF-Kränzen, ab 74,75 Zählern, gingen fünf an Turnerschwinger: von Weissenfluh, Bieri, von Ah Benji (ISV), Gnägi Florian (BKSV) und Imhof. Apropos Kränze: Am meisten Kränze (15) gingen an die Berner. Es folgen die Inner- (13), die Nordost- (10), die Nordwest- und Südwestschweiz (je 3).


Steinstossen: wieder Remo Schuler
Der Sieger in der Königsklasse im Steinstossen steht auch fest. Es ist der gleiche wie vor drei Jahren in Estavayer: Remo Schuler (Rickenbach) stiess im Final am Sonntag den 83,5 Kilo schweren Unspunnenstein in der «Zug Arena» auf 3,69 Meter. Er sicherte sich mit dieser Weite den ESAF-Sieg mit neun Zentimetern Vorsprung auf Simon Hunziker (STV Herznach, 3,60 Meter).

Der Bundespräsident und die Turner/-innen
Im Rahmen vom sonntäglichen ESAF-Festakt freute sich Bundespräsident Ueli Maurer über den grössten Sportanlass der Schweiz. Über die «Riesenchischte», die nahe bei unseren Wurzeln liege. Er fragte in die Zuschauermenge: «Das Schwingen, wer hat’s erfunden? Wir. Das Schwingen hat mit unseren eigenen Werten zu tun. Besser sein, stärker sein, gewinnen wollen», sagte ein lockerer Ueli Maurer.

Den Schwingerkönig-Titel 2019 konnte in Zug kein Turner holen. Dies wurde auch nicht erwartet. Dafür machten viele Turner/-innen aus den Vereinen STV Rupperswil, STV Reiden, TSV Rohrdorf, STV Hitzkirch und dem STV Sins beste Turn-Werbung. In orangen Bauleuchtwesten zeigten sie in der «Zug Arena» zum Schwinger-Song der «Büetzer-Buebe» (Gölä und Trauffer gaben alles), «Maa gäge Maa», eine spezielle, relativ kurzfristig eingeübte Choreo. – Der Applaus bestätigte: die Präsentation kam an.

Text: Peter Friedli / Fotos: Peter Friedli und www.swiss-image.ch,

ESAF19-Infos:www.esafzug.ch und/oder www.esv.ch.

Bild ganz oben: Schweizer (Schwinger-)Könige bekommen einen Muni: Der ESAF-Siegermuni «Kolin» und sein König, Stucki Christian.

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