Schweizerischer Turnverband - STV

STV/VLK: «Aus Minus wurde Plus» – Rechnung 2017 genehmigt

29.04.18 23:56

Am Freitag/Samstag, 27./28. April lud die STV-Führung die Kader der STV-Mitgliedverbände nach Sursee ein. Angesagt war die Frühlings-Verbandsleiterkonferenz (F-VLK) 2018 mit 14 Behandlungspunkten. Die Jahresrechnung 2017 schliesst tiefschwarz ab. Jenny Adler Zwahlen lieferte das Impuls-Referat zu einer Gruppenarbeit zum Thema «Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Sportvereinen». Ganz viele weitere Themen wurden behandelt.

René Will (Geschäftsführer)
stellte PluSport vor.

Das aufmerksame VLK-Plenum
in Sursee.

Kevin Eggenschwiler (Leiter Events
STV) sucht die «schwarze Null».

Im Jahr gibt es zwei Freitage, da biegen in Oberkirch (LU), je nach Anfahrtsrichtung, auffallend viele Fahrzeuge mit Turnwimpeln an den Rückspiegeln, respektive Vier-F-Aufklebern am Heck, rechts oder links Richtung dem «Campus Sursee» ab. Alle steuern das, Zitat, «Grösste Bildungs- und Seminarzentrum der Schweiz» an. Dort wo auch Kranführer, Maurer und viele andere Baufachleute ihr Handwerk erlernen und verfeinern. Genau dort wird seit Jahrzehnten immer und immer wieder am grossen, nationalen Sportverband-Bauwerk (nicht Baustelle) «STV» gearbeitet, verbal gearbeitet.

«Politik ist im Turnverband eigentlich kein Thema. Wir sind neutral. Heisst das nun, dass wir uns nicht äussern sollen? Nein. Zu dem was uns betrifft, No Billag oder die Geldspielgesetz-Abstimmung, haben wir eine Meinung. Der Zentralvorstand sagt ‹Ja› zum Geldspielgesetz», so Erwin Grossenbacher (Zentralpräsident STV) in seinem Startvotum an die Delegierten. Grossenbacher weiter: «Jetzt wechseln wir zur Verbandspolitik und zu den 14 VLK-Traktanden.»

Gesamtumsatz 17,2 Millionen
Die Finanzfachmänner Felix Mangold (ZV-Finanzverantwortlicher) und Kurt Hunziker (Abteilungschef Finanzen) erklärten dem VLK-Plenum den 2017-Abschluss mit dem Ertragsüberschuss von 385000 Franken. Budgetiert war ein Minus von 375000 Franken. Das so um 760000 Franken bessere Jahresergebnis wurde bei einem Gesamtumsatz von 17,2 Millionen erzielt. – Fazit: «Aus Minus wurde Plus».

«Dank diversen Beiträgen, höher als in der Budgetphase angenommen, einem schönen Ertragsanteil von der Sportversicherungskasse und tieferen Athleten-Entschädigungen, ist das gute Resultat entstanden», so Fachmann Hunziker bei seinem Budget-Fazit. «Ich hoffe, im Abschluss werden von euch nun keine Fehler mehr entdeckt. Die Form entspricht der Version 2016», so Felix Mangold – keine Rückmeldungen.

Nicht aktiv werden – aber …
Die «STV-Frühlings-Session» war deutlich mehr als ein reiner Finanzgipfel. Weitere Themen, die bei der STV-Führung relevant sind, respektive in Zukunft relevant werden könnten, wurden behandelt. Jenny Adler Zwahlen (BASPO) stimmte das Plenum mit ihrem Impulsreferat auf die Gruppenarbeit zum Thema «Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Sportvereinen» ein. Der Versuch einer Zusammenfassung der Frage-Antworten-Auswertung sieht so aus: «Der STV soll in diesem Bereich nicht aktiv werden, im Wissen, dass der demografische Wandel im STV-Land Fakt ist. Gefordert sind eher die Vereine».

Swiss Faustball und der STV?
Der VLK-Samstag entwickelte sich für die Verbandskader zum Info-Kiosk aus den verschiedensten STV-Bereichen. Hanspeter Jud (Zentralvorstand STV) informierte über den Zwischenstand einer möglichen Integration von Swiss Faustball in die STV-Strukturen. Die Ausgangslage hat sich insofern verändert, dass SATUS Schweiz, einer der bisherigen Swiss-Faustball-Trägerverbände, ab dem Januar 2017 unter dem STV-Dach agiert.

Swiss Faustball (SF) funktioniert aktuell gut und ist an einer sofortigen STV-Integration nicht interessiert («Die Zeit ist noch nicht reif …»). Der STV will aber keinen Fachverband «Swiss Faustball». Es besteht Handlungsbedarf. Mit der Sport Union Schweiz (SUS), ebenfalls ein Swiss-Faustball-Trägerverband, soll bis im August 2018 ein Vertrag, Dauer 2019 bis 2022, ausgearbeitet werden. Dies gibt Luft, um eine mögliche SF-Integration auf 2023 vorzubereiten.

Gefragte Zusammenarbeit
Im «Campus Sursee» ging es an den beiden VLK-Tagen viel um das Thema Zusammenarbeit – auch um die mit PluSport («PluSport engagiert sich für Menschen mit Behinderung und ermöglicht ihnen Integration, Freude und Erfolg durch die Bewegung im Sport», René Will). Im September 2017 signalisierte der STV ein Zusammenarbeits-Interesse. Zum Teil wird diese in Verbänden oder Projekten bereits praktiziert. René Will (Geschäftsführer PluSport) und Susanne Dedial (Bereichsleiterin Sport) lieferten dem STV-Kader ein spannendes PluSport-Porträt. Wie eine Zusammenarbeit STV-PluSport aussehen könnte, soll erarbeitet werden. Die Genehmigung einer Vereinbarung ist auf die Abgeordnetenversammlung 2019 vorgesehen, Umsetzung ab Januar 2020.

Ausbildung, M+K und «Events» ...
Olivier Bur (Ausbildungschef STV) informiert über die personellen und strukturellen Veränderungen in der Abteilung Ausbildung und widmete sich auch noch dem neuen, gültigen Verhaltenskodex (was, wie, wo und wann). Daniel Hunziker (Chef M+K) lieferte Infos zum Aufbaustand und Nutzen der neuen/kommenden STV-Webseite. Kevin Eggenschwiler (Leiter Events) blickte auf den Swiss Cup Zürich 2017 und die «Gymotion» vom Februar 2018 zurück. «Die Finanzen sind eine sehr grosse Herausforderung. Ziel ist auf jeden Fall immer, eine schwarze Null», so Eggenschwiler. Diese will der Solothurner künftig, unter anderem, mit mehr und (noch) besserer Werbung erreichen.

2019 – das Turnjahr mit den grossen Kisten
Thomas Jäger (Gesamtwettkampfleiter ETF 2019) und Stefan Riner (OK, Geschäftsführer ETF 2019) erzeugten, 411 Tage vor dem Feststart am Donnerstag, 13. Juli 2019, mit ihren Infos zum Wettkampfteil (Jäger) und den OK-Angelegenheiten (Riner) viel ETF-2019-Vorfreude beim VLK-Plenum. Die ETF-Anmeldung für die Vereine ist ab dem 1. Oktober 2018 möglich.

Nach dem «Eidgenössischen» (13.–23. Juni 2019) folgt Schlag auf Schlag die 16. Welt-Gymnaestrada in Dornbirn (AUT, 7.–13. Juli). Beim Weltturnfest ennet der Grenze werden rund 21000 Turnende aus fünf Kontinenten und 61 Nationen dabei sein. Die 3200 STV-Athletinnen und -Athleten bilden das grösste Länderkontingent. Das ETF in Aarau bietet den Stadtvorführungen, dem Jugend-World-Team und der Grossgruppenvorführung die Bühne für ihre Hauptproben in der Schweiz. Alle diese Infos lieferte in Sursee Reto Hiestand, der Präsident der Gymnaestrada-Kommission 2019.

Bevor Zentralpräsident Grossenbacher zum Frühlings-VLK-Schlusswort ausholte, blickte Ruedi Hediger (Geschäftsführer STV) bereits auf 2021: «Bekannt ist, dass sich der STV im November 2017 für die EM im Kunstturnen 2021 beworben hat. Die Schweiz ist bis jetzt die einzige Bewerbung. Der europäische Turnverband UEG wird im kommenden Juni entscheiden. Durchführungsort wäre Basel.»

Marketingtagung – ganz viele www-Sachen
Im Nachgang zur F-VLK nutzte die STV-Abteilung Marketing und Kommunikation den Samstagnachmittag für eine spartenspezifische Aus- und Weiterbildung der Marketing-, Kommunikations-, Medienverantwortlichen aus den Turnverbänden.

Themen waren: Redesign der STV-Webseite. Der Glarner Turnverband (GLTV) hat so ein Redesign hinter sich, Melanie Gerber (GLTV, Projekte) lieferte dem Plenum einen Erfahrungsbericht über das Glarner-«Werk» (www.gltv.ch). Nach einem Input-Referat und «Kaffee und Kuchen», schloss der Weiterbildungsnachmittag mit einer Gruppenarbeit. In Sursee wurden, verbandsübergreifend, Antworten auf Fragen zum Thema Webseite (Aufbau, Inhalte, Nutzen usw.) gesucht und festgehalten. – Fortsetzung folgt.

Text und Fotos: Peter Friedli

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