Schweizerischer Turnverband - STV

Korbball: Einmal mehr – die ETF2013-Sieger/-innen jubeln

11.03.18 02:17

Samstag, 10. März 2018. In Utzenstorf war Treffpunkt der rund 80 STV-Korballspieler/-innen, die sich im Hallen-Cup 2017/18 noch Hoffnungen machen durften. Nach acht spannenden Partien war der Fall klar: Die Cup-Titel gehen beide in den Kanton Bern, ins Berner Seeland. Der TV Pieterlen (Turner) und DTV Täuffelen (Turnerinnen) setzten sich in ihren Finalspielen durch. – Wie 2013 am letzten «Eidgenössischen». Die beiden Vereine sind und bleiben vorerst die amtierenden ETF-Sieger/-innen.

Turnerinnen, Cup-Podest 2017/18, v. o.:
1. DTV Täuffelen (grün, Cup-Siegerinnen),
2. TSV Deitingen (rot) und
3. DTV Zihlschlacht (weinrot).

Turner, Cup-Podest 2017/18, v. o.:
1. TV Pieterlen (blau, Cup-Sieger), 2. TV
Erschwil (gelb) und 3. TV Madiswil (gelb).

Die Cup-Pokale und -Medaillen
2017/18 sind alle vergeben.

Wenn an den ersten März-Wochenenden irgendwo in der Schweiz jeweils unübersehbare «pinkige» Wegweiser mit dem Schriftzug «Korbball» auf Strassenkreuzungen hängen, liegt STV-Korbball-Cup-Duft in der Luft. Respektive, es wird in einer nahen Turnhalle um den einzigen Meisterschafts-Cup gekämpft, der im Schweizerischen Turnverband (STV) vergeben wird. Am zweiten März-Wochenende war dies im Turnverband Bern Oberaargau-Emmental (TBOE), in Utzenstorf der Fall. Die Turnvereine Utzenstorf und Bätterkinden hatten für die stärksten Cup-Frau- und Mannschaften, die Meisterschaft läuft seit dem 25. Oktober 2017, alles bestens vorbereitet.
Nicht nur für die Spieler/-innen, natürlich auch für die gegen 500 (!, sehr erfreulich) Zuschauenden und Fans, die so zahlreich wie selten gesehen, aufmarschiert sind.

Cup-Gesetze sind hart
Den unübersehbaren «pinkigen» «Korbball»-Wegweisern auf den Strassenkreuzungen folgten acht Mannschaften: Deitingen, Urtenen, Zihlschlacht, Täuffelen (alle Turnerinnen) sowie Madiswil I, Pieterlen I, Erschwil I und Bachs (alle Turner). Alle wollten in Utzenstorf nur eines: den Cup-Sieg 2017/18 im Hallen-Korbball. Die Täuffelen-Frauen reisten als Titelverteidigerinnen an. Der STV Neuenkirch (Turner, Cup-Sieg 2017) verlor das Viertelfinal-Spiel gegen die Oberaargauer aus Madiswil mit 16:17 Körben und fehlte. Die Cup-Gesetzte sind spannend aber hart: Lediglich Siege helfen weiter.

Final-Premieren
Nach den Halbfinal-Partien standen die STV-Korbball-Cup-Finalpaarungen 2017/18 fest: Madiswil I verlor gegen Pieterlen I (Schweizer NL-A-Meister gegen NL-A-2., 2017) mit 8:13 und Erschwil schlug Bachs (2017/NL-A-3.) mit 19:12 Körben. Bei den Turnerinnen gelang Deitingen in einem Abnutzungskampf, zwei Verlängerungen, ein knapper 13:12-Sieg gegen Urtenen. Titelverteidiger Täuffelen wollte den vierten Cup-Sieg in Folge und tat diese Absicht gegen Zihlschlacht mit einem klaren 15:8 kund. Pieterlen gegen Erschwil (Turner) und Deitingen gegen Täuffelen (Turnerinnen) lauteten in Utzenstorf die beiden Finalpaarungen. Zwei Spiele, die es in dieser Form im Hallenkorbball-Cup (ab 1983/84) noch nie gab: Premieren.

Mehr als «etwas mitspielen …»
Mit den Solothurnerinnen aus Deitingen (NL-A-3. 2017) traf eine Frauschaft ohne jeglichen Cup-Podestplatz (ab 1983/84) auf ein Täuffelen mit bisher 16 Podestplätzen, davon acht Cup- und diversen NL-A-SM-Feldtiteln. Mehr als «etwas mitspielen» lag da für die Solothurnerinnen wohl nicht drin – dachte Mann und Frau auf den Zuschauerrängen.

Deitingen hatte das Anspiel. Es legte los wie die Feuerwehr und ging rasch 2:0 in Führung. Als sich Täuffelen aus der Winterstarre und von der Deitinger-«Bise» erholt hatte, konnten die Seeländerinnen ausgleichen und gar mit zwei Körben in Führung gehen. Auch weil die Penalty-Qualität der Gegnerinnen nicht stimmte, lag Deitingen in der Pause noch mit 6:5 vorne. Die SOTV-Spielerinnen spielten nicht nur schön mit, sie dominierten teilweise. Sie lagen wieder mit zwei Körben vorne, bildeten einen starken Verteidigungsriegel und konnten Vorsprünge verwalten: Täuffelen rannte an.

Die Schlussphase war nur eines: extrem spannend und bot für die Zuschauenden Frauenkorbball-Kost vom Feinsten. Fünf Minuten vor Schluss gelang den ETF-2013-Siegerinnen der Ausgleich: 8:8. Es folgten zwei weitere Körbe der Titelverteidigerinnen zum 10:8-Gewinn und zum vierten Täuffelen-Titel in Folge. Eventuell siegte am Schluss doch noch die Routine? Sicher ist: Deitingen war ein ebenbürtiger und würdiger Cup-Finalist 2018.

Körbe waren Mangelware
Gar nichts gegen die STV-Cup-Korbballspieler. Die Frauen-Finalpartie 2018 war sicher nicht athletischer, aber sie war, für das STV-Chronisten-Auge, einfach spannender. – Zum Turner-Final: Nach 3:30 Minuten legte Erschwil 1:0 vor. Die blauen und gelben Spieler liefen dann von links nach rechts und rechts nach links, Körbe waren Mangelware. Nach zehn Minuten lag Pieterlen mit 2:1 in Front. Ein Korb in Unterzahl zum 3:1 (Pieterlen bezog eine Strafe) gab den Seeländern etwas Aufwind. Pausenstand nach 20 Minuten: 6:3 für Pieterlen.

Nach einem verschossenen Pieterlen-Penalty konnte, neun Minuten vor Schluss, Erschweil auf 7:5 aufschliessen. «Jetzt wird’s doch noch einmal spannend auf dem Platz», dachte Frau und Mann. Nein. Daraus wurde nichts. Die mehrfachen Schweizer NL-A-Feldmeister und Cup-Sieger 2010/11 warfen noch einmal Körbe in Unterzahl, verwalteten den Vorsprung routiniert und holten am Schluss mit 11:6 den Cup-Sieg gegen ein Erschwil, das zum vierten Mal in einem Cup-Final stand (2006/07, 1999/2000, 1998/99, 1993/94), diesen aber noch nie gewinnen konnte: Dafür ein weiteres Mal Jubel im Berner Seeland.

Cup-2017/18-Stimmen …
Katja Bader (DTV Täuffelen, Cup-Siegerin 2017/18 und Frauschaftssprecherin): «Wir starteten heute gegen Zihlschlacht gut in den Finaltag und hatten eigentlich alles im Griff. Die Gegnerinnen kamen scheinbar etwas knapp an und waren zuerst gar nicht richtig parat. Wir konnten Gas geben. Ziel war, wie bei uns immer: der Finaleinzug. Mit den 15:8 Körben gegen Zihlschlacht war das Zwischenziel erreicht. Im Final wartete Deitingen auf uns. Das Spiel wurde viel körperbetonter geführt, das erwarteten wir bereits im Vorfeld. Zu Beginn überfuhren uns die Solothurnerinnen etwas. Wir fingen uns und reagierten. Es blieb dann eng bis am Schluss. Wir haben viel Selbstvertrauen in der Mannschaft und wissen: ‹Auch ein solches Spiel können wir gewinnen.› Die ist uns dann – ‹Juheee!› – auch gelungen.»

Renato Fux (TV Pieterlen, Cup-Sieger 2017/18 und Mannschaftssprecher): «Unsere heutige Zielsetzung war klar: ‹Den Halbfinal gegen Madiswil und dann auch noch den Final gewinnen.› Mit genau dieser Einstellung reiste jeder von uns an. Mit dem Halbfinalgegner Madiswil, dem amtierenden Schweizer Meister 2017, hatten wir, nach der knappen Niederlage im Sommer 2017, noch eine Rechnung offen. Wir spielten taktisch geschickt und bauten Überraschungen in unser Spiel ein. So konnten wir gegen die Oberaargauer Revanche nehmen und sie ausschalten. Auf den Finalgegner waren wir selber gespannt. Wir stellten fest, dass Erschwil eine gute Trefferquote aufweist und setzten auf eine aggressive Verteidigung. Wir nahmen heute Schritt für Schritt und wussten immer, es braucht zweimal eine sehr gute geschlossene Mannschaftsleistung. Dies ist gelungen, darauf sind wir stolz.»

Margrit Buri (Rüdtligen, STV-Fachbereichsleiterin Korbball): «Die zentrale Lage vom Cup-Final-Ort 2018 sorgte heute für einen noch nie dagewesenen, genialen Zuschaueraufmarsch. Die Besuchenden wurden von den Korballspieler- und -spielerinnen gar nicht enttäuscht. Sie boten überaus attraktive, schnelle und spannende Cup-Begegnungen. Beste Korbball-Werbung für uns. Mit den beiden Final-Spielen, Turnerinnen und Turner, ging eine attraktive Cup-Saison 2017/18 zu Ende. Jetzt freuen wir uns auf die NL-A/B-Freiluft-Saison 2018.»

Text und Fotos: Peter Friedli


Infos und Zahlen zum Korbball-Cup-2017/18: hier.

Mehr Korbball gibt es im GYMlive 2/2018.

Gut zu wissen: Sonntag, 11. März 2018: Korbball Halle, U20-Aufstieg, Damen/Herren in Utzenstorf. – Spielbeginn: 9 Uhr; Finalspiele ab 14.40 Uhr.

 STV-Cup Korbball Halle, Utzenstorf (41 kB)

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