Schweizerischer Turnverband - STV

Geräteturnen: «Livestream» in der Bären-Höhle

13.11.17 02:14

Am zweiten SM-Getu-Tag der Turner in Wettingen, am Sonntag, 12. November 2017, verteidigten die Kat.-A-Geräteturner aus den Berner Turnverbänden im Mannschaftsturnen den Vorjahrestitel. Für die Berner Turnbären war der Wettkampf ein Steigerungslauf. – Berner Triumpf Total: Der B-Klassen-Sieg geht ebenfalls ins Bernbiet.

Bern I, Schweizer Kat.-A-Meister, v. l.:
Gasser, Haddenbruch, Mumenthaler, Bur,
Schärer und Coach Balsiger.

Bern II: Vor einem Jahr Silber, diesmal
Gold, v. l.: Rolf Wenger (Coach), Ast,
Hirt, Neuenschwander, Stucki und Hofmann.

Getu-Stimmung in Wettingen.

Immer im November weckt die Berner Getu-Bärenmutter jeweils ihre K7-Turnjungen noch einmal aus dem tiefen Winterschlaf. Unter uns geschrieben: Ganz so jung sind sie auch nicht mehr, aber jeder immer noch jung und stark genug um eine wichtige Berner Mannschaftsstütze darzustellen.

Die Turnjungen der Bärenmutter haben Namen und sind in der Getu-Szene bestens bekannt: Christoph Schärer (TV Orpund, K7-Gold), Andreas Gasser (TV Belp, K7-Silber), Patrick Mumentaler (TV Thun Strättligen), David Haddenbruch (TV Spiez, K7-5.) und Olivier Bur (TV Orpund, KH-Gold) tauschten am zweiten SM-Tag in der Spiel- und Sporthalle Tägerhard von Wettingen das Vereinstenü gegen eine einheitliche, bernische Verbandsbekleidung. Die rote Farbe dominierte klar, sah gut aus und wirkte irgendwie bestimmt und abgeklärt. Mit den grossen Erfolgen vom SM-Samstag (K7-Gold und -Silber) in der Tasche, durfte von der Mutzen-Truppe am Sonntag etwas erwartet werden.

Rangtreppchen um Rangtreppchen
Thomas Balsiger (Betreuer Bern I, Kat. A) startete mit seinen hochmotivierten Turnern an den Schaukelringen (37,85, Tagesbestleistung). Die Ringnoten waren im Schnitt etwas tiefer angesetzt, Bern reihte sich so hinter Aargau I, Luzern, Ob- und Nidwalden I und Waadt I im vierten Zwischenrang ein. Den Bernern wird Bedächtigkeit nachgesagt: «Chumi nid hüt, chumi de morn», ist so ein Bonmot. Die ersten drei Geräte dominierten in den Zwischenranglisten Aargau I und Zürich I. Bedächtig erklommen die Bären dann Rangtreppchen um Rangtreppchen. Schliesslich waren es die 39 Reckpunkte (Schärer 9,95), die Bern an die Spitze hievte. Zürich I lag zu diesem Zeitpunkt bereits 0,65 und Luzern, Ob- und Nidwalden einen ganze Punkt zurück.

Jetzt war es aber vorbei mit der Berner Bedächtigkeit. Es roch nach Titelverteidigung. Das letzte Gerät, die Bodenbahn, lag vor den fünf BE-Athleten. Jetzt liessen es die Roten knallen: Schärer 10,0 (!); Gasser 9,85; Haddenbruch 9,7, Bur 9,6. Mit dem Bodentotal von 39,20 (Tageshöchstwert) beseitigten die Mutzen alle Siegzweifler/-innen. Die Titelverteidigung war Tatsache – der grosse Jubel auch. Die Bärenmutter freute sich in ihrer Höhle diebisch und schmunzelte über den Top-Erfolg ihrer Turn-Jungen. Sie verfolgte den Getu-Wettkampf übrigens per vom STV Wettingen (SM Organisator) angebotenen «Livestream» (bewegte Bilder in Echtzeit).

«Das geniale Resultat von heute spricht für sich. Nach den Samstag-Erfolgen mit dem K7-, dem K-Herren- und dem K6-Sieg waren die Berner Turner in einem absoluten Hoch. Die A- und auch die B-Mannschaft wollten heute einfach noch einmal mit viel Freude mitturnen und schauen, was herauskommt. Wir glaubten an uns, wollten dem Publikum und den Wertungsrichtern eine ‹coole› Schau bieten. Dass daraus am Schluss klare Siege mit klarem Vorsprung herausschauen würden, wagten wir in unseren kühnsten Vorstellungen nicht zu träumen», bilanzierte nach der Rangverkündigung in Wettingen der stolze Bern-A-Betreuer Thomas Balsiger.

Die Waadtländer wieder dabei
Spannend ging es auf den Silber- und Bronze-Plätzen zu und her. Luzern, Ob- und Nidwalden I turnte sich, analog den Bernern von hinten kommend, mit 38,1 Reckzählern auf den zweiten Rang vor (wie 2016). Dafür, dass alles so blieb wie es war, sorgten dann auch noch die Waadtländer. Ihr starker und bejubelter Barren-Auftritt (38,35) sorgt dafür, dass auf dem dritten Podestplatz französisch gesprochen wurde (wie 2016). Justin Delay sicherte sich und dem VD-Team beim Sprung ebenfalls eine Maximalpunktzahl: 10,0 (!). Durch die Podest-Rochade fiel Zürich I (5.) zurück und musste die Aargauer (4.) noch vorbeiziehen lassen.

Wieder Jubel im Bernbiet
In der B-Klasse trat St. Gallen II als Titelverteidiger an. Ganz an der Spitze konnten sich die Ostschweizer diesmal nicht einreihen. Bis zum dritten Gerät lag, immer mit Minimalabständen, Zürich II in Front. Mit ihrem starken Sprung-Durchgang (38,25, Tageshöchstwert) sprangen die späteren B-Sieger Lorenz Hirt (TV Lyss, K6-Sieger 2017), Daniel Stucki (TV Belp), Lukas Hofmann (TV Kirchberg BE), Sascha Neuenschwander (TV Belp) und Yanick Ast (TV Leissigen), vereint als Bern II, an die Spitze. Diese gaben sie am Barren nicht mehr preis: Kategorie-B-Sieg und schon wieder Jubel im Bernbiet.

Getu geht weiter …
Nach Bern (28./29. Oktober) und Wettingen (11./12. November) trifft sich die Geräteturnfamilie am Samstag/Sonntag, 18./19. November in Luzern. In der Leuchtenstadt endet die SM-Serie 2017 der Geräteturn-Zunft mit der Schweizer Meisterschaft der Turnerinnen, Einzel, Sie+Er und den Gerätefinals (Ti/Tu). Der Magnesia-Staub im Dreieck Bern – Wettingen – Luzern wird sich dann verziehen und dem Pulverschnee Platz machen.

Text und Fotos: Peter Friedli


Weitere SM-Infos: www.stv-fsg.ch; https://smgetu2017.stv-wettingen.ch und/oder www.smluzern2017.ch.

 SM Geräteturnen Turner, Wettingen (4.3 MB)

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