Schweizerischer Turnverband - STV

Geräteturnen: SMM – Titel und Zehnernoten

30.10.17 03:44

Am zweiten Tag der stimmungsvollen Schweizer Mannschaftsmeisterschaften im Geräteturnen (SMM) der Turnerinnen, vom Samstag/Sonntag, 28./29. Oktober 2017 in Bern, verteidigte der Turnverband Luzern, Ob- und Nidwalden den Schweizer K7-Titel aus dem Vorjahr. Die Reise in die Schweizer Hauptstadt hat sich auch für fünf K6-Turnerinnen aus dem Kanton St. Gallen gelohnt. Sie vereidigten ihren Vorjahressieg. – Es wurden auch Zehnernoten verteilt.

K7: Sandra Garibay, Nicole Strässle,
Paciane Bo Studer, Eliane Zemp, Nadja
Meile und Beni Boos (Betreuer).

K6: Flavia Heule, Rena Schmucki, Selina
Carigiet, Nina Langenegger, Ladina Bach-
ofner und Géraldine Knellwolf.

Beni Rentsch (SMM-OK-Präsident) und Lea
Deppeler (OK-Vizepräsidentin) bei der
Begrüssung der SMM-Turnerinnen.

Die Begeisterung in der Sporthalle Weissenstein und die Lautstärke waren in etwa gleich wie am Samstag, 16 Stunden früher. Einige Kuhglocken aus Uri kamen noch als ergänzendes Klangelement hinzu: laut, sehr laut. Es ist erstaunlich, was 2000 Zuschauer/-innen so an Lautstärke produzieren können. «Einfach genial, diese Stimmung. Das hätte ich so nicht erwartet. Schon am Samstag hatten wir ein ‹volles Haus›», meinte der OK-Präsident vor Ort, Bernhard «Beni» Rentsch (Sutz), mit dem BTV Bern im Rücken.

Schuld an dieser Stimmungslage waren das Gezeigte der K5-, KD- (Samstag), K6- und K7-Turnerinnen (Sonntag). Sie haben sich in vielen Trainings und Wettkämpfen optimal auf den Getu-Jahresfinal, die Schweizer Mannschaftsmeisterschaft, vorbereitet. Ein Fazit kann nach dem Start zur SM-Getu-Trilogie 2017 in Bern sicher gezogen werden: Die Schweiz hat (leider) nur eine Giulia Steingruber (Kunstturnerin). Die STV-Schweiz hat aber, dies in allen Altersklassen, ganz viele und ganz starke Geräteturnerinnen, die das Turnvolk ebenso zu begeistern vermögen wie Steingruber. Das SMM-Getu-Tollhaus in Bern hat dies zwei Tage lang klar bewiesen.

Erfolgreiche Titelverteidigung I
Die K7-Turnerinnen vom Turnverband Luzern, Ob- und Nidwalden reisten als Titelverteidigerinnen an. Nicht nur dies. Sie reisten auch als SMM-Favoritinnen an. Dies belegen Resultate aus den Vorbereitungswettkämpfen. Sandra Garibay (38,80 Punkte), Nicole Strässle (38,05), Paciane Bo Studer (37,60), Nadja Meile (36,95) und Eliane Zemp (36,80) traten als klar stärkste Frauschaft auf. Die gestandenen Zentralschweizerinnen waren fokussiert, von Betreuer Beni Boos optimal eingestellt und von sich selber überzeugt: Wir können und wollen den Titel verteidigen, war aus ihrer Körpersprache zu lesen. Garibay, Strässle und Co erturnten an allen vier Geräten die Höchstpunktzahlen (Boden/38,20 Punkte; Ringe/37,00; Sprung 38,15; Reck/38,40).

Die logische Konsequenz dieser Ausgeglichenheit bedeutete nur eines: Titelverteidigung, den sechsten Schweizer K7-Titel in den letzte zehn Jahren und damit eine weitere Getu-Machtdemonstration mit 1,95 Punkten Vorsprung. Thurgau I verdrängte am letzten Gerät (Sprung/37,80) Aargau I vom Silberplatz. Dieses landete dann gar noch auf dem undankbaren vierten Rang, da sich die Waadtländerinnen auch noch an den Aargauerinnen vorbeisprangen.

Die neuen Zehnernoten sind auch im Geräteturnen angekommen. Der Doppelsalto gehockt mit halber Schraube zum Stand von Sandra Garibay und der gestreckte Salto mit eineinhalb Schraube zum Stand von Annja Keiser (K7, Zug), wurden von den Wertungsrichtern in Bern mit jeweils 10,0 Punkten ausgezeichnet (Frage: Warum gibt es diese Note eigentlich immer beim Sprung …?).

Erfolgreiche Titelverteidigung II
Vor den K7-Turnerinnen legten am Sonntag in der Weissenstein-Sporthallen die K6-Frauen los. In dieser Klasse ging es knapp zu und her, jeder Zehntelpunkt war extrem wichtig. Luzern, Ob- und Nidwalden (Boden) führte das Rennen nach dem ersten Gerät mit drei Zehnteln vor Bern und dem Jura an. Vom zweiten Durchgang kam St. Gallen I mit starken 38,50 Bodenpunkten nach Hause. Die Titelverteidigerinnen aus dem Osten übernahmen so mit 0,45 Zählern die Führung vor Luzern, Ob- und Nidwalden sowie Bern. St. Gallen I parierte in der zweiten Wettkampfhälfte (Ring, Sprung) die Angriffe aus der Zentralschweiz und dem Aargau. Selina Carigiet, Falvia Heule, Ladina Bachofner, Nina Langenegger und Rena Schmucki vereidigten die K6-Spitze erfolgreich und freuten sich entsprechend.

SMM-Stimmen aus Bern …
Nicole Strässle (K7-Turnerin, Lu, Ow/Nw): «Wir hatten heute vom Einturnen an Mega-Spass. Die Halle vibrierte. Nach dem Startgerät Ringe, im Normalfall sind wir da eigentlich gut, waren wir etwas ernüchtert. Wir stellten aber fest, dass die Ring-Wertung allgemein tief war. Es erfolgte eine Steigerung, die motivierte. Die Titelverteidigung ist natürlich genial. Hinsichtlich des Einzelfinals in Luzern muss ich einfach ‹cool› bleiben, dann kommt es gut. Den Mannschafts-Titel feiern wir heute in der Berner Altstadt.»

Géraldine Knellwolf (K6-Betreuerin, St. Gallen): «Der Start in den K6-Wettkampf verlief etwas ‹harzig›. Eventuell waren wir übermotiviert. Am Reck mussten wir Stürze einstecken. Nachher hauten wir alles raus, was wir hatten. Dies war nicht wenig. Die 9,55er-, 9,60er- und 9,65er-Noten waren der Lohn. Die Mannschaft und die Titelverteidigung machen mich unheimlich stolz, die Freude ist enorm. Ich hoffe, dass sich nun einige von unseren Turnerinnen in der K7-Klasse durchsetzen können. Das bedeutet viel Arbeit. Der Schritt dazu ist enorm gross.»

Bernhard «Beni» Rentsch (SMM-OK-Präsident, Sutz): «Mein Fazit? – Positiv. Es ist alles perfekt gelungen. Es ist gigantisch, was die Geräteturnerinnen im Wettkampf zeigen. Als Organisator kommt man schnell auch an Grenzen. Die ganze Logistik, der personelle Bereich und alle die Infrastrukturfragen fordern einem heraus. Wir hatten, notabene an einem nationalen Breitensportanlass, während zwei Tagen immer 2000 Leute in der Halle, die geführt werden mussten. Das ist schön, bedeutet aber auch viel Arbeit. Vor und nach den diversen Begrüssungen konnte ich auch noch den Turnerinnen beim Wettkampf zuschauen.»

Der SM-Getu-Reigen geht weiter
Bern macht den Anfang der SM-Getu-Serie 2017. Weiter geht es in Wettingen (Turner: Einzel/Mannschaften, Samstag/Sonntag, 11./12. November). Die SM-Serie endet in Luzern (Turnerinnen, Sie+Er, Gerätefinals Ti/Tu, Samstag/Sonntag, 18./19. November). Fast den gesamten Monat November liegt im Dreieck Bern–Wettingen–Luzern also Magnesiastaub in der Luft.

Weitere SMM-Infos: www.smmgetu17.ch.

Text und Fotos: Peter Friedli

 SM Geräteturnen Turnerinnen, Mannschaften, Bern (4.6 MB)

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